Die Zeit der schlechten Nachrichten im ORF macht vorübergehend Pause. Am Montag informierten Generaldirektor Alexander Wrabetz und Finanzdirektor Richard Grasl die Stiftungsräte in einem Schreiben, dass der gesamte Konzern das Jahr 2011 besser als prognostiziert, mit einem Gewinn von 11,4 Millionen Euro (EGT) abgeschlossen hat. Auch die ORF-Mutter schließt mit einem Plus von 6,4 Millionen Euro.
Bereits inkludiert im Jahresergebnis sind die notwendigen Sanierungsmaßnahmen für das ORF-Zentrum am Küniglberg. Dafür wurden in der Bilanz 14 Mio. Euro rückgestellt. Positiv zu dem Ergebnis beigetragen hat offenbar der Werbemarkt, erstmals seit 2006 hat der ORF 2011 durch Werbung wieder mehr verdient als im Jahr zuvor. So rosig wird es vermutlich nicht weitergehen: Wrabetz und Grasl geben sich zwar zuversichtlich, dass der ORF für das schwierige Jahr 2012 gerüstet ist, warnen aber, dass die Werbekonjunktur schwächer und die Konkurrenz durch non-lineare Angebote wie Apple-TV größer werde.
Unterdessen sind die „Umbauarbeiten“ an der Organisation der Geschäftsführung Wrabetz II abgeschlossen – fast. Die notwendigen Organisationsanweisungen für die Schaffung neuer Abteilungen in der Fernseh- und Finanzdirektion sind alle unterschrieben. Nur die Anweisung zum Umbau der Technischen Direktion, in der der ehemalige Online-Chef Thomas Prantner Hauptabteilungsleiter und stellvertretender Direktor werden soll, steht noch aus. Angeblich blockiert hier der Betriebsrat, der sich am Montag für die nächsten vier Jahre neu konstituiert hat: Gerhard Moser (Liste Unabhängig) bleibt an der Spitze der Belegschaftsvertretung. APA/awa
("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.02.2012)
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