„Besonders düster sieht es für Thomas Gottschalk aus“, urteilte „Spiegel Online“ unlängst über das Quotendesaster des erfolgsverwöhnten TV-Entertainers. Da hatte dessen Vorabend-Talk „Gottschalk Live“ zum ersten Mal weniger als eine Million Zuschauer und nur einen mickrigen Marktanteil von 3,4Prozent erreicht. „So dürfte sich der in ARD-Kreisen gelegentlich auch ,Todeszone‘ genannte Vorabend für den ehemaligen Großunterhalter zum persönlichen Desaster entwickeln“, schrieb das Magazin. Doch der öffentlich-rechtliche Platzhirsch ARD will das Terrain nicht kampflos aufgeben – und holt sich kreative Unterstützung von einem in Berlin lebenden Österreicher: Markus Peichl – Jurist, Journalist, Medienberater und Sohn von Architekt und „Presse“-„Ironimus“ Gustav Peichl – soll Gottschalk als Redaktionsleiter auf die Sprünge helfen.
Peichl hat sich als Kreativer einen Namen gemacht: Er war Chefredakteur beim „Wiener“, gründete Mitte der 1980er-Jahre mit Lo Breier das Zeitgeist-Magazin „Tempo“, arbeitete als Medienberater, TV- und Musikvideoproduzent. Seit 2002 ist er Leiter der LeadAcademy für Mediendesign mit Sitz in Hamburg und Berlin und war von 2003 bis 2007 Redaktionsleiter bei „Beckmann“ (ARD). Ab März soll Peichl (53) dem Gottschalk-Talk als Redaktionsleiter (bisher gab es keinen) zu mehr Schwung und Quote verhelfen. Viermal wöchentlich läuft „Gottschalk Live“ um 19.20Uhr im ARD-Programm. Beim Start am 23.Jänner waren noch 4,34Millionen Deutsche dabei, mittlerweile sind es kaum über 1,5 Millionen.
Damit nicht genug, scheint sich die ARD auch nicht mehr nur auf Gottschalks Small-Talk-Künste und seinen Schwiegersohn-Charme zu verlassen: Komiker Oliver Kalkofe soll der Sendung mit gelegentlichen Kinobesprechungen Gags beisteuern.
ZDF: „Wetten, dass...?“-Nachfolge offen
Zwar hat Gottschalk bereits am 16.Februar in seiner Sendung verkündet: „Der Markus Lanz isses“, doch das ZDF hat sich mit seinem Late-Night-Talker offenbar noch nicht auf die Konditionen geeinigt, unter denen er Gottschalk bei „Wetten, dass...?“ nachfolgen wird. „Es gibt noch keine Festlegung“, sagte der scheidende ZDF-Intendant Markus Schächter der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“. Die Dauer der Nachfolgersuche begründete er damit, „dass es nicht klug gewesen wäre, jemand Neues in die Arena zu schicken, solange die Sonne des ,Allergrößten‘ noch am höchsten stand“. Gottschalks Rückkehr zum ZDF und zu „Wetten, dass...?“ sei aber „kein Thema“. Ein Neustart sei für Herbst geplant.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2012)
Die Filme der Woche ''Men In Black'' in 3D, Liebe, Sex und Terrorismus
Die Hölle Krieg in Vietnam Preisgekrönter Fotograf Horst Faas ist tot
Milliarden-Streifen Die 12 erfolgreichsten Filme der Kino-Geschichte
Günther Kaufmann ist tot Ein Leben wie ein Film
Song Contest Die Gegner der Trackshittaz