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ORF-Zentralbetriebsrat sagt weiter "Nein" zu Wegzug

26.02.2012 | 09:30 |   (DiePresse.com)

Die Vorsitzenden Moser und Berti pochenweiter auf eine Reform des ORF-Gesetzes. Die Kostenvorgabe von Richard Grasl beeindruckt die Belegschaftsvertreter wenig.

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Der neu gewählte ORF-Zentralbetriebsrat (ZBR) bleibt weiter bei seinem "Nein" im Hinblick auf einen möglichen Wegzug vom Wiener Küniglberg. Wie ZBR-Vorsitzender Gerhard Moser und sein Stellvertreter Gerhard Berti im Interview mit der APA betonten, haben die Belegschaftsvertreter auch kein Verständnis für neue Sparvorgaben. Dass Moser trotz Stimmenrückstands seiner "Liste Unabhängige" auf Berti ("Liste Miteinander") den Vorsitz übernommen hat, begründen sie mit "Kontinuität" und betonen wechselseitiges Vertrauen.

Die Belegschaftsvertreter beeindruckt wenig, dass der Kaufmännische Direktor des ORF, Richard Grasl, Anfang Februar die Führungskräfte des Hauses dazu aufgerufen hat, auf die Kostenbremse zu steigen. Schließlich sei das Ergebnis des Vorjahres einmal mehr besser ausgefallen als erwartet, sagte Moser: "Die Krisenszenarien, die von der Kaufmännischen Direktion und der Generaldirektion jedes Mal wie das Amen im Gebet kommen, halte ich für übertrieben." Vor allem vor Gehaltsverhandlungen im Herbst stehe der ORF wie zufällig besonders schlecht da, glaubt er: "Wenige Wochen später ist das Ergebnis dann besser als jemals gedacht. Das halte ich mittlerweile für ein taktisches Kalkül und nicht für korrekt."

BR: Absiedelung ein "No-Go"

Weitere Kostensenkungen seien ohnehin nicht drinnen, schließlich habe man binnen drei Jahren jeden siebenten Dienstnehmer abgebaut, betonte der Zentralbetriebsratsobmann: "Wir haben den Plafond bei den Arbeitskapazitäten nicht nur erreicht, sondern überschritten. Wenn man sich einzelne Bereiche ansieht, ist es so, dass die Mitarbeiter über die Grenzen der Belastbarkeit hinaus arbeiten; und das nicht nur seit Monaten." Außerdem gebe es mit zwei Sparten-Fernsehkanälen und ausgebauten Sendeschemata im Hörfunk noch mehr Programm.

Ein "No-Go" ist für die Betriebsräte eine Absiedelung des ORF-Zentrums und des Funkhauses, sagte Moser: "Ich halte das für ein städtebauliches Experiment. Es gibt auch nach wie vor kein - und das ist eine wesentliche Frage - vernünftiges und nachvollziehbares Raum- und Funktionsprogramm für einen ORF in zehn Jahren." Diskutieren könne man lediglich "über das sogenannte Medienhaus auf der Heiligenstädter Lände", das unter anderem Ö3 beherbergt.

ORF-Gesetz reformieren

Moser und Berti pochen auch weiter auf eine Reform des ORF-Gesetzes, vor allem im Hinblick auf die dort festgesetzte Senkung der Pro-Kopf-Kosten. Der ORF habe sich mit der jüngsten Novelle "unter Staatskuratel gestellt", findet Moser: "Eine Medienbehörde, die von außen diktiert und bestimmt, eine gesetzliche Verpflichtung, Personal abzubauen, Pro-Kopf-Kosten zu senken, das gibt es sonst für kein mir bekanntes Unternehmen."

Auch die Social Media-Verbote für den öffentlich-rechtlichen Medienriesen will der ZBR bekämpfen. Man könne den ORF nicht von technologischen Entwicklungen abschneiden, sagte Moser: "Das ist genauso, wie wenn man bei der Einführung des Farbfernsehens gesagt hätte: 'Farbfernsehen gibt es, aber nur für Privatsender.'"

Betriebsrat für "volle Gebührenrefundierung"

Die Betriebsräte verlangen außerdem eine unbefristete und "volle Gebührenrefundierung", betonte Moser. Rechne man die derzeit 315000 Befreiten hoch, würden dem ORF laut Betriebsratsrechnung heuer 57 Millionen Euro zustehen - bekommen wird er nur 30 Millionen. Der ZBR schlägt außerdem eine automatische Inflationsabgeltung oder eine Haushaltsabgabe vor.

Die Vorbehalte gegen ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, dem man noch vor wenigen Wochen rund um die gescheiterte Bestellung des roten Stiftungsrates Niko Pelinka zu seinem Büroleiter einen "Hasard" vorgeworfen hatte, scheinen derzeit ausgeräumt. Moser hofft, "dass der Generaldirektor in den letzten Monaten einiges gelernt hat", wie er sich ausdrückte. "Es ging auch um andere Geschichten. Dass diese Form nicht geht, hat er auch mitbekommen."

 

(APA)

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11 Kommentare
Gast: montana
27.02.2012 00:55
1 0

Seit wann entscheidet der Betriebsrat über den Betriebsstandort?

Wenn das einreisst bleibt den Unternehmern nur mehr die Betriebsauflösung um diese anmaßende Brut loszuwerden.

3 0

Ironie des Sozialismus


Es ist wohl eine Ironie des sozialistischen Systems, wenn eine von vorwiegend Linken, Grünen und Sozialisten geführte, gewerkschafts- und proletarfreundliche Führung selbst Angriffspunkt der von ihnen installierten und mit Übermaß ausgestatteten Machtbefugnisse Betriebsräte werden.

Die Gewerkschaften und Betriebsräte waren ja schon oft selbst die Agiteure des Zusammenbruchs von Unternehmen, wie Konsum, Bawag, AUA, ja, selbst des ÖGB selbst.

Wann lernen sie aus Fehlern?

Wo bleibt die Intelligentsia in ihren eigenen Reihen?

Gast: freindalwirtschaft
26.02.2012 19:18
2 0

oha

manno der bayrische rundfunk mit weit aus mehr einwohnern in bayern und fläche hat 2893 mitarbeiter und kommt mit 879 mio euro gebühren aus (stand 2009). im vergleich dazu der orf 4.280 mitarbeiter - dazu gebühren - dazu gebührenrefundierung - lotto toto beteiligung - plus mehr werbezeit als der bayrische :-)

Gast: Lukas
26.02.2012 16:01
6 0

ORF privatisieren!

dann hört sich der sündteure rote Luxus-Manipulantenstadl auf Kosten der Zwangsgebührenzahler endlich auf!

Gast: ORFkonsumentleiderleider
26.02.2012 13:28
4 0

Fünf Wege stehen offen

1. am vernünftigsten: ORF ersatzlos abschaffen. Private können das besser, und noch dazu ohne Kosten!

2. auch noch vernünftig: Betriebsrat abschaffen. Er verteidigt den Privilegienstadel auf unser aller Kosten. Gegen die Interessen der Seher. Abschaffen!

3. halbwegs vernünftig: den Generaldirektor wegen erwiesener Unfähigkeit und Parteilichkeit entlassen, einen neuen berufen, und zwar mit Hilfe eines Unternehmensberaters gänzlich ohne Möglichkeit, dass die Politik hineinpfuscht

4. dumm: alles so lassen, wie es ist.

5. Dumm, unverantwortlich und am teuersten: das meiste gleich lassen, aber den Parteieneinfluss auf allen Ebenen stärken.

Wetten, dass sich die Politik für 5 entscheidet?

Gast: uizt
26.02.2012 13:15
3 0

NomenOmen

Der Zentralbetriebsrat soll halt im Zentralsekretariat nachfragen, was der ZK-Sekretär dazu sagt und ob er seine Genehmigung dazu gibt.

Andernorts und im Normalfall bestimmt jedenfalls die Geschäftsführung darüber bzw.in Absprache mit dem Aufsichtsrat und wenn der ZBR nicht mit will, soll er am Berg bleiben und sich eine Höhle suchen, keinen störts.

Gast: Sepp
26.02.2012 12:00
4 0

57 mio zustehen?

Gebuehr ist reine subvention, ein geschenk das abgeschafft gehoert. Fernsehen kann heute privat existieren, also entlastung fuer alle und privatisieren wir den privilegien und politversorgungsstadel

Gast: UKW
26.02.2012 11:05
3 0

"Gebührenrefundierung" ist ja wohl das Unwort des Jahrzehnts

Da gewährt der Staat einem Rundfunksender das Privileg von jedem Fernseh- und Radiobesitzer Zwangsgebühren zu kassieren, egal ob sie den ORF schaun wollen oder nicht. Der Staat sagt aber, dass der privilegierte Rundfunksender bedürftige Menschen nicht aussackeln darf, sondern Verschonen muss. Und was macht der ORF? Er bedankt sich nicht dafür, dass er von den Zwangsbeitragszahlern 600 Millionen Euro pro Jahr kassieren darf, nein, er fordert vom Staat eine "Gebührenrefundierung" (einfach widerlich das Wort) dafür, dass er die bedürftigen Menschen nicht abkassieren darf. So eine Vorgangsweise war nicht einmal in der Sowjetunion möglich. Und die Wortwahl ist sowieso jenseitig.

Und alle 5 Parteien spielen mit. Niemand lehnt sich ernsthaft auf, aus Angst, dass man vom roten Staatsfunk noch schlechter behandelt werden könnte. Wie lange lässt man sich vom Rotfunk noch an der Nase herumführen? Es braucht einen gemeinsamen Kraftakt der vier Parlamentsparteien, Ex-SPÖ. In einer Nacht und Nebel-Aktion müsste man die Zwangsgebühren abschaffen.

Antworten Gast: Gast 2012
26.02.2012 16:07
0 0

Re: "Gebührenrefundierung" ist ja wohl das Unwort des Jahrzehnts

SPÖVP und die Grünen sind doch für weiteres, noch stärkeres Abkassieren der Bürger und gewähren dem ORF eine 7% Gebührenerhöhung. Die FPÖ und das BZÖ plappern zwar aber tun nichts. Es wird sich also nichts ändern und der impertinente Rotfunk versaut weiter die Ätherwellen.

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selbstbewusst

für Beschäftigte eines Unternehmens, das überwiegend von Zwangsgebühren lebt, sind diese Leute ganz schön vorlaut. Wehe, wehe, wenn die Hörer und Seher einmal aufmucken und nicht mehr zahlen. Die Mehrheit sagt nur nichts, weil sie nicht gefragt wird.

Eine Sendergruppe, die mit den Privaten konkurriert...

...und dazu noch üppig Seherbeiträge erhält. Kein Wunder, dass die keinen Gewinn machen.