Die "Tiermutti" der Nation, Edith Klinger wird am Mittwoch, dem 28. März, 90 Jahre alt. Die engagierte Tierschützerin lebt schon seit mehreren Jahren zurückgezogen. Bekannt wurde sie für ihren Kampf um das Wohl von Hund, Katz' & Co. Fast 20 Jahre lang, von 1981 bis zum Dezember 1999, hatte Edith Klinger mit der Tiershow "Wer will mich?" ORF-Fernsehgeschichte geschrieben. Die Frage wurde längst zum geflügelten Wort in Österreich. Klinger machte mit ihre Samstagnachmittagsendung zudem auf den richtigen Umgang mit Tieren aufmerksam.
Die engagierte Tierschützerin bestritt mehr als 800 Sendungen und suchte dort für herrenlose Hunde und Katzen ein neues Heim. Zu Beginn - die erste Ausgabe von "Wer will mich?" zeigte der ORF am 23. Februar 1981 - war die Sendung nur fünf Minuten lang. Doch mit jedem Monat wurde sie länger. Hervorgerufen durch das große Echo, das "Wer will mich?" hatte, wurde schließlich auf 15 Minuten verlängert.
Das Ende der Sendung war hingegen unrühmlich: Das Aus von "Wer will mich?" führte zu einigen medialen Unstimmigkeiten, denn Klinger war der Meinung, man habe ihre Sendung zu plötzlich abgesetzt - und ohne sie darüber zu informieren.
In Rumänien aufgewachsen
Dabei hat alles ganz "untierisch" begonnen. Geboren wurde sie als Edith Margulies am 28. März 1922 in Wien. Aufgewachsen ist sie in Rumänien, wohin sie mit ihrer Mutter nach der Trennung ihrer Eltern ging. Sie besuchte das französische Lyceum in Bukarest, nach der Matura die Akademie für Darstellende Künste. Klingers Vater wurde unter der Nazi-Herrschaft im KZ Theresienstadt ermordet.
1947 kam sie nach Wien und wirkte zunächst als Schauspielerin in österreichischen Nachkriegsfilmen und in kleineren Theatern. Später nahm sie den Namen ihres zweiten Ehemannes, des Industriellen Harald Klinger an.
Drei Jahre Gratis-Arbeit für "Krone"
Dann wurde Edith Klinger Managerin in einer Textildruckerei und begann 1964 bei der "Krone" als Freie Mitarbeiterin, für die sie Filmkritiken, Reise- und vor allem Tiergeschichten schrieb. "Drei Jahre habe ich unentgeltlich für das Blatt gearbeitet, weil ich nicht wollte, dass mein Engagement für die Tiere zum Beruf wird", beteuerte Edith Klinger. Schließlich avancierte sie für Jahrzehnte zur "Ikone" der "Krone-Tierecke".
In den 70er Jahren hat die "Grande Dame der verstoßenen Tiere" im Seniorenklub mitgewirkt, und 1991 überreichte ihr Bürgermeister Helmut Zilk, selbst ein eingestandener Hunde-Fan, einen Preis der Leopold-Gratz-Stiftung, die Privatinitiativen sozialer Art fördert.
(APA/Red.)

Filmstarts der WocheMysteriöse Millionäre, Tanzende Teufel
''The Great Gatsby''Vom Scheitern eines Spektakels
Inge Morath''Menschen'' in der Galerie Leica
Ballett im BerghainKlassischer Tanz erobert den besten Club Berlins