''Weltwoche'' sorgt für Aufregung: Anzeige aus Wien

06.04.2012 | 16:52 |  Anna-Maria Wallner (DiePresse.com)

Auf dem Cover der Wochenzeitung zielt ein Romakind mit einer Pistole auf Leser. Darunter steht "Die Roma kommen: Raubzüge in die Schweiz". Der Wiener Journalist Klaus Kamolz hat Anzeige erstattet. Auch in Deutschland und der Schweiz wurde Anzeige erhoben.

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Die Autorin Sibylle Berg nannte die Schweizer Wochenzeitung "Weltwoche" via Twitter Freitagfrüh „den neuen Stürmer“ in Anlehnung an die antisemitische Wochenzeitung aus der NS-Zeit. Grund dafür ist das aktuelle "Weltwoche"-Titelbild: Ein Romakind zielt mit einer Pistole auf den Leser, darunter steht die Überschrift: "Die Roma kommen: Raubzüge in die Schweiz". Nicht nur in der Schweiz, auch in Österreich wird das Titelbild und die dazugehörige Geschichte im Inneren ("Sie kommen, klauen und gehen") des von Roger Köppel geführten Blattes diskutiert. Der Journalist (u.a. "profil") Klaus Kamolz hat das Magazin am Freitag bei der Wiener Polizei wegen Verhetzung der Volksgruppe der Roma gem. §283 StGB angezeigt und stellte eine Einstweilige Verfügung gegen die Verbreitung des Magazins in Österreich. Kamolz möchte, dass die österreichischen Strafbehörden von sich aus tätig werden, da es sich beim Tatbestand der Verhetzung um ein Offizialdelikt handle.

In der Zwischenzeit hat sich im Internet verbreitet, woher das Titelfoto stammt. Das Bild des italienischen Fotografen Livio Mancini entstand demnach nicht in der Schweiz wie angedeutet wird, sondern bereits 2008 auf einer Mülldeponie im Kosovo.

Weitere Anzeigen, Weltwoche reagiert

Im Laufe des Wochenendes wurde bekannt, dass weitere Anzeigen gegen das Schweizer Magazin eingebracht wurden. Wie der Schweizer "Tagesanzeiger" berichtet, soll auch eine Privatperson aus dem Kanton Basel-Land und der Deutsche Dirk Hegemann, der Sprecher des Bündnisses "Populismus stoppen!" ist, Anzeige erstattet haben.

Unterdessen hat die "Weltwoche" zu dem umstrittenen  Titelbild Stellung genommen. Der stellvertretende Chefredakteur Philipp Gut betont gegenüber der Schweizer "SonntagsZeitung", dass das Blatt die Kritik nicht nachvollziehen könne. Das Cover-Bild würde lediglich den Umstand symbolisieren, dass Roma-Banden ihre Kinder für kriminelle Zwecke missbrauchen. Keiner der Empörten habe sich gegen den Missbrauch dieser Kinder ausgesprochen, die gleichermaßen Täter wie Opfer seien. "Das ist, wenn schon, der Skandal", so Philipp Gut.

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65 Kommentare
 
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"Der Wiener Journalist Klaus Kamolz....."

Na gerade einer von denen hat's Not! Hängen an der Futtezitze der Parteien und werden nur dort aktiv wo sie sich selbst nicht was kosten könnten.

Die Korruption und Freunderlwirtschaft boomt in Österreich und ausländische Zeitungen müssen das aufdecken, (s. Strasser) wohingegen ein KHG ohne Beweise seit Jahren medial vorverurteilt wird. (Dem bladn Häupl taugts ja!)

Unfähig bis zum Sanktnimmerleinstag und diejenigen die keine "Freunde" in der Politik haben sind so beschränkt das sie arbeitslos sind und der Allgemeinheit auf der Tasche liegen.

Aber hauptsache Zeitungen in der Schweiz anzeigen.

Da wundern sich die Sozialdemokraten dann noch das sie nichtmal mehr die eigene Wählerschaft für voll nimmt... EIN WITZ!

Gast: v. Faltin
10.04.2012 13:37
12

Vom Gutmenschen

Vom Gutmenschen zur Hexenverbrennung ist es nicht weit, wie diese verbalen und juristischen Anschläge auf die Pressefreiheit zeigen. Ein gravierendes Problem nicht nennen zu dürfen ist Diktatur pur. Orwells 1984 wird da zur Realität
Da die Gutmenschen keine Argumente haben, sind in der Regel auch nicht vorhanden, handeln sie schlicht wie Faschisten oder Kommunisten.

Gast: rené
08.04.2012 08:30
12

politisch korrekt

da sieht man es wieder, wenn etwas den politisch korrekten nicht passt dann gehört der author bestraft resp. man geht mit der nazikeule auf ihn los und will ihn fertig machen.
weit haben wir es gebracht, schöne neue politisch korrekte pressefreiheit.

Gast: W schneider
07.04.2012 15:17
13

Hat einer der Berufsbetroffenen ....

..den Artikel eigentlich gelesen?

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das bild ist wertvoll

denn es erinnert an die traurige tatsache dass in mittel-und westeuropa kinder fuer verbrechen eingesetzt werden, vom ladendiebstahl bis zum taschlziehen. anderswo natuerlich noch viel schlimmer.

Gast: Prinz Eugin
07.04.2012 14:46
16

Warum die Aufregung gegen das linke Gesockse

Linke und Lügen = 2 Begriffe, die zusammengehören.
Man sah es bei Libyen, beim Irak, bei Jugoslawien und jetzt bei Syrien.
Üble Propaganda und kriegsgeile Ambitionen.
Die Linken wollen einen Krieg gegen Syrien.
Wie die PRESSE schon schrieb, wurde dieses Foto auf einer Mülldeponie im Kosowo geschossen und die Linken schlachten dieses Foto aus.
Wann begreift es auch der Dümmste mal - diese Linken sind eine Gefahr für die innere Sicherheit.
Die Schweiz und auch Köppel werden hoffentlich souverän mit diesem linken Gehopse umgehen.

Re: Warum die Aufregung gegen das linke Gesockse

wirken die Tabletten nicht mehr? Was machst du überhaupt vor dem Computer? Sollte der nicht nur für leichte Fälle zugänglich sein?

Die Bessermenschen werden sich alle noch anschauen.

Wenn man jahrelang jeglichen Diskurs über Zustände, die die Migration gebracht hat gewaltsam mit der PC-Keule unterdrückt, nicht weniger populistisch im übrigen, dann helfen nur mehr solche Mittel.

Und noch hat es den Deckel nicht vom Topf gesprengt.

Re: Die Bessermenschen werden sich alle noch anschauen.

Merkst du eigentlich nicht wie unlogisch deine Aussage ist? Gruppe A muss immer extremer werden damit Gruppe B sich immer mehr darüber aufregen kann oder wie? Wo will denn Gruppe A hin? Ziel = t-80 oder wie?

Re: Re: Die Bessermenschen werden sich alle noch anschauen.

Gehen Sie in sich, denken Sie nach. Und falls Sie dann verstanden haben was vorgeht kommen Sie wieder.

Gast: LesermitEhr
07.04.2012 12:06
3

"Sie kommen, klauen und gehen"

Sind damit die Banken der Schweiz gemeint?

Re: "Sie kommen, klauen und gehen"

Nein, denn die gehen nicht sondern bleiben.

Re: Re: "Sie kommen, klauen und gehen"

.... ausserdem "klauen" die weniger als unsere Regierung.

Gast: Pfannberger
07.04.2012 12:04
2

Dasselbe Foto

mit einem bekannten Schweizer SVP-Politiker bitte. Und dann würdens heulen wie ...

Was die "Weltwoche" hier veröffentlicht hat

ist verdammt problematisch. Man zeigt ein Kind mit einem Revolver, das auf die Leser zielt. Will man so den Lesern klarmachen, dass Roma und Sinti prinzipiell Kriminelle seien? Wenn ja, dann ist es der falsche Weg, den die WELTWOCHE hier geht. So kann man ein Problem nicht lösen. Man muss die Leser darüber informieren, warum es so viele Roma und Sinti gibt, die kriminelle Taten begehen und dass die Schuld dafür in deren Herkunftsländern zu suchen ist. In keinem Land werden sie geduldet und in einigen Ländern werden sie sogar verfolgt. Hier wäre die EU gefordert, den Politikern dieser Länder klarzumachen, dass sie mit den Roma und Sinti anders umgehen müssen als bisher. So lange dort jedoch nichts Positives geschieht und die Roma und Sinti keine Arbeit finden, damit sie ihre Familie ernähren können, so lange werden wir in West-und Mitteleuropa mit den Problemen konfrontiert.

Antworten Gast: Leopold Leser
07.04.2012 12:26
2

Das soll wohl die Fortsetzung des Weltwocheartikels sein?

Lügen Sie uns nichts vor, die von Ihnen gewaltsam herbeizitierten Verbrechen gibt es nicht, ausser an Stammtischen, die völlig blau sind.

Re: Das soll wohl die Fortsetzung des Weltwocheartikels sein?

Lesen Sie lieber schweizer Zeitungen von denen es viele gibt und Sie werden überrascht sein, was in der Schweiz los ist. Ich lüge Ihnen nichts vor, sondern schreibe was Fakt ist. Auch ist Ihr Argument der Stammtische, die nach Ihrer Ansicht angeblich "blau" sind, total daneben. Wenn man die Schweiz nicht kennt, sollte man sich mit solchen Ansichten eher zurückhalten. Und nur ganz nebenbei, ich kenne die Schweiz sehr gut.

Gast: Pippa Ki
07.04.2012 12:01
5

Wieso hetzen die R-Extremen

eigentlich bevorzugt gegen Kinder? Zuerst auf die Schwächsten?

Gast: Berner Hartmann
07.04.2012 12:00
6

Wer hinter Roger Koppelträger

wirklich steht, ist allen Schweizern bekannt. Wo die Herrschaften ideologisch stehen, auch.

Gast: churl
07.04.2012 11:35
7

dinge beim namen nennen

die weltwoche ist ein rechtes schmierblatt das in scheinseriöser verkleidung lediglich hetze auf tiefstem boulevard-niveau betreibt.
köppel ist ein mieser journalist der aus profitgier mittels kalkuliertem vermeintlichem tabubruch aufregung generiert und umsatz auf dem rücken von leuten macht die sich nicht wehren können.
die SVP ist eine rechtsrechte populistentruppe die an einer lösung der vermeintlichen probleme gar kein interesse hat sondern nur mit hilfe von hetze und angstparolen stimmen und mandate keilen will um sich die taschen zu füllen, genau wie die fpö - politisch beide wertlos.

"an einer lösung der vermeintlichen probleme"

Lösung heißt bei euch linken Socken immer: mehr Geld reinpumpen, mehr Rechte für die Fremden und die Einheimischen haben sich gefälligst besser zu integrieren, sonst Rassistenkeule.

Selber schuld, wenn euch keiner mehr ernst nimmt.

Antworten Gast: Xynta FH
07.04.2012 12:13
3

Wertlos?

"Schädlich" ist das richtige Wort.

Gast: oster
07.04.2012 10:36
4

am anfang war das wort....

und wenn die hetze auf fruchtbaren boden fällt, endet es dann oft so:

http://www.pesterlloyd.net/2012_13/13prozessromamorde/13prozessromamorde.html

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,759640,00.html

Gast: gost324
07.04.2012 10:15
14

und?

will der journalist etwa die wahrheit anzeigen?

Antworten Gast: Otto I
07.04.2012 11:56
4

Was jetzt?

Bei Am Schauplatz heisst es für euch "Verleumdung", da wurde wer "gutgläubig vor die Kamera gezerrt". Hier wurde offensichtlich ein Romakind auf schmutzig geschminkt und wurde verlogenerweise von einem Einschlägigen aufgefordert so zu tun, wie es die SVPler am Stammtisch feucht herbeiträumen. Und hier isses kein Skandal?

typisch

es wird über das Bild diskutiert, und Gott bewahre nicht etwa über den Inhalt des Artikels.

 
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Meinung

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