ORF-Standort: Wrabetz muss neu berechnen

11.04.2012 | 11:24 |   (DiePresse.com)

Wandert der ORF nach St. Marx ab, wird der Küniglberg alleiniger Standort - oder bleibt alles wie gehabt? Auch diese dritte Variante ist wieder im Spiel.

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In der ORF-Standortdebatte sind am Dienstagabend die Uhren wieder auf Null gestellt worden: Bei der Sitzung der Arbeitsgruppe des Stiftungsrates zu der Frage sind erneut alle drei Varianten aufs Tapet gekommen. Damit scheint auch die von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz eigentlich bereits eingedampfte Mehrstandort-Option wieder möglich. Der ORF-Chef soll nun für alle drei Möglichkeiten präzisere Berechnungen vorlegen und dies mit einer Vision für den künftigen ORF unterfüttern, wie die APA erfuhr.

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Wrabetz hatte der Arbeitsgruppe ursprünglich Berechnungen für zwei Varianten vorgelegt: Der Verbleib am Küniglberg mit Konzentration aller derzeitigen Häuser an dieser Stelle, sowie die Absiedelung nach St. Marx. Die Arbeitsgruppe plädierte am Mittwoch jedoch dafür, auch die von Wrabetz bereits ad acta gelegte Variante drei, nämlich den Erhalt aller bisherigen Standorte (samt Funkhaus und Ö3-Gebäude) durchzurechnen, wie Teilnehmer berichteten.

Darüber hinaus solle Wrabetz eine konkrete Vision für den künftigen ORF vorlegen, die ebenfalls in die Berechnungen einfließen soll. Darauf basierend müsse dann die günstigste Variante gewählt werden, war zu erfahren. Bis Ende Mai soll der ORF-Chef nun präzisere Berechnungen vorlegen und seine Präferenz präsentieren.

Am 28. Juni soll Entscheidung fallen

Im Juni wird die Standortgruppe noch einmal tagen und die Entscheidung für den Stiftungsrat aufbereiten. Dieser will am 28. Juni die Standortentscheidung fällen. Dies ist aus zweierlei Sicht notwendig: Die Stadt Wien bietet bis Ende Juni vergünstigte Konditionen für das Areal in St. Marx, außerdem wird laut Insidern bei einer späteren Entscheidung der Zeitplan zu knapp, um einen etwaigen Umzug in die Wege zu leiten.

Kritik am bisherigen Prozedere übte FPÖ-Stiftungsrat Norbert Steger, der der Sitzung der Arbeitsgruppe am Dienstag fernblieb. "Ich gehe nicht hin", sagte er zum "Standard" (Mittwochausgabe). Steger ortet eine "Bruchlinie" zwischen Wrabetz, "der sich nicht festlegt", und Finanzdirektor Richard Grasl der "gegen Neubau" sei. "Ich will eine Vorstandsentscheidung, sachlich fundiert, bevor man mir eine Entscheidung abverlangt", wurde Steger zitiert.

Rote Uneinigkeit zum ORF-Neubau

Unterschiedliche Auffassungen zur Standortfrage soll es dem Vernehmen nach auch in der SPÖ geben. Während die rote Stadt Wien heftig für einen Umzug nach St. Marx plädiert, soll die Bundespartei dahingehend eher abwartend sein und vor einem neuen Debakel a la Skylink warnen.

Am Mittwoch berichtete die "Kronen Zeitung" unter Berufung auf die Parteizentrale, dass es der "SPÖ absolut egal ist, wo der ORF arbeitet". Es müsse nur die günstigste Variante gewählt werden. Man verwies aber auf die Gefahr, dass bei Großprojekten immer Kostenüberschreitungen zu befürchten seien.

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6 Kommentare
1 0

den ORF verkaufen wäre die einzig sinnvolle Alternative zu Allem

und würde dem Bürger jedes Monat an die ~20.- mehr im Geldbörsel belassen statt die in einen nimmersatten Rachen werfen zu müssen !

9 Landesstudios plus einem Europastudio samt all den verzweigten Radiostationen gehören endlich aufgelöst und abgeschafft !


Die günstigste Variante bedeutet

Sanierung Küniglberg - 1,35 Milliarden
Neubau St.Marx - 1,49 Milliarden

Und wir reden von geplanten Kosten .....


Gast: 1. Parteiloser
11.04.2012 13:02
3 0

Min. 1.370 Mio. Euro für max. 4.000 Arbeitsplätze!

4.280 Angestellte nach Vollzeitäquivalenten, davon vielleicht 85% in Wien, weil es ja auch die Landesstudios noch gibt.

Eine Investitionssumme für die Räumlichkeiten in der Höhe von 1,37 Mrd. würde als für jeden Arbeitsplatz im Durchschnitt Investitionskosten in der Höhe von 376.000.- Euro bedeuten!

Das sind Kosten, welche jede Basis zur Realität verloren haben und sogar weit über den Investitionen für Produkte der Pharmaindustrie oder anderen investitionsintensiven Branchen liegen. Alles über 100.000.- Euro pro Arbeitsplatz ist nur noch krank und niemals notwendig, bzw. gerechtfertigt!

Es stimmt wahrscheinlich, dass es für die Studios eine Menge an Kosten für Technologie geben wird, und damit den Durchschnitt nach oben treiben, trotzdem sind die Masse der Arbeitsplätze einfache Bürotätigkeiten. Arbeitsplätze für Bürotätigkeiten sollten Investitionskosten unter 20.000.- Euro pro Arbeitsplatz verursachen!

Die schreckliche wirtschaftliche Gebarung kann man auch an den "Betriebspensionen" der ORF Altbonzen erkennen. Zum Beispiel kassiert der Oberhauser, nachdem er in die Frühpension geflüchtet ist, jährlich bis zum Ableben mehr als 200.000.- Euro von ORF. Auch dieser Wahnsinn, bei vielen Altbonzen, wird durch die Zwangsbeiträge gedeckt.

Das Unternehmen ORF kommt kaum seiner Aufgabe gegenüber Österreich nicht nach und dient immer mehr dem Transport kranker Parteienpropaganda an die Bürger Österreichs.

Weg mit dem demokratiefressenden Monster!

Antworten Gast: Analyst 829
11.04.2012 17:10
0 0

Re: Min. 1.370 Mio. Euro für max. 4.000 Arbeitsplätze!

Ich kann ihnen nur sagen, dass in einem Labor in den USA, wo samt Putzfrau höchstens 25 Mitarbeiter beschäftigt sind, pro Angestellten mit Sicherheit über 5 Millionen US-Dollar investiert werden.

Sie haben keine Ahnung von Forschungskosten in der Pharmabranche und faseln.

So etwas unterstützen sogar Investoren! Die kaufen Aktien um 500 Millionen Dollar um die Entwicklung eines Medikaments zu fördern. Einfach so! Und wenn es zugelassen wird, dann ist das Ganze über 5 Mrd. Dollar wert und weil von 10 versuchen mehr als nur einer gut geht, ist das für Investoren ein sehr gutes Geschäft!

Nur dass sie mal eine Vorstellung haben, was für einen Arbeitspaltz heutzutage in Österreich investiert werden muss, sage ich ihnen, was für einen Stand am Naschmarkt an Ablöse hingeblättert wird. Es sind derzeit 750.000 Euro!

Da arbeiten aber vielleicht 3 Personen!

Wie viel ein Spielfilm in der Produktion kostet haben sie wohl auch noch nie gelesen. Nur dass man gerade in Erdberg erst wieder nicht vernünftig produzieren kann - jede Firma die kreative Arbeit leistet bevorzugt einen Bezirik wie Hietzing - macht den Standortwechsel zu einem Milliardengrab. Private Investoren würde man für so ein vertrotteltes Projekt nicht finden. Für eine Sanierung des ORF-Zentrums am Küniglberg würden sich aber sehr wohl private Investoren auch finden, das sollte einem zu Denken geben und klar machen, dass Erdberg ein Milliardenverlustgeschäft und der sichere Ruin des ORF wird.

Und die NSA gibt für den Zutrittsschutz am Häusl

knapp 1 Milliarde Dollar / Muschel aus.

Sinnlose Vergleiche, denn:

Erstens schreiben Sie richtigerweise von Investoren. Die können machen was Sie wollen. WIR sind ZWANGSABGABENSKLAVEN, wir müssen das finanzieren.

Zweitens: Wann wurde der letzte Spielfilm am Küniglberg gedreht ?


Gast: freund?
11.04.2012 12:23
2 0

VOLKSABSTIMMUNG- und dann zusperren



die staatswünstlerfutterkrippe von sozis gnaden auf unsere kosten !

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