24.05.2013 17:08 Merkliste 0

Zeiler: ORF hat nur "theoretisch" einen Chef

14.04.2012 | 17:59 |   (DiePresse.com)

Medienmanager Gerhard Zeiler wettert in einem Interview gegen die heimische Politik und den ORF.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Medienmanager Gerhard Zeiler, zuletzt bei RTL und in Kürze bei Time Warner, holt in einem Interview mit der "Kronen-Zeitung" (Sonntag-Ausgabe) erneut zum Rundumschlag gegen die heimische Politik und den ORF aus. So habe - mit Ausnahme der Bestellung von Fernsehdirektorin Kathrin Zechner - "alles, was seither", nach der ORF-Wahl im vergangenen Sommer, passiert ist, seine schlimmsten Befürchtungen übertroffen, erklärte Zeiler. Dass die SPÖ seine Wahl zum ORF-Chef verhindert habe, stimme so nicht. Im Gegenteil hätten viele in der Partei gesagt: "Gerhard, wir brauchen dich. Willst du es dir nicht überlegen?"

Zeiler verlässt in wenigen Tagen RTL und wechselt per 1. Mai zum amerikanischen Medienunternehmen Time Warner, wo er Präsident der Turner Broadcasting System International mit Sitz in London wird. Einen Wechsel zum ORF habe er sich zwar überlegt, dies aber nicht lange, "weil mich einige Gespräche dermaßen geschockt haben, dass mir klar, wurde, dass das nicht mein nächster Karriereschritt sein wird." Die Gespräche habe er mit Vertretern der Regierungsparteien geführt. Von einer "Enttäuschung" wollte Zeiler jedenfalls nicht sprechen. Angesprochen auf SPÖ-Chef Werner Faymann meinte er aber: "Ich bitte, das nicht kommentieren zu müssen."

Was danach im ORF passiert sei, habe aber seine schlimmsten Befürchtungen übertroffen. Auch habe der Sender nur "theoretisch" einen Chef, meinte Zeiler im Zusammenhang mit der gescheiterten Bestellung von Niko Pelinka zum Büroleiter von Generalsdirektor Alexander Wrabetz: "Es war gut, dass die Journalisten sich gewehrt haben, aber es muss schon auch einen Chef geben, der klare Entscheidungen trifft."

Über Spekulationen, er könnte in die österreichische Politik zurückkehren, muss Zeiler "wirklich schmunzeln". Sein derzeitiger Fokus liege jedenfalls auf dem neuen Job. Gänzlich ausschließen wolle er jedoch überhaupt nichts in seinem Leben.

Zeiler, selbst von 1997 bis 2002 Aufsichtsrat der Telekom Austria, erklärte zu den aktuellen Korruptionsvorwürfen: "Es erschreckt mich schon, wenn ich jetzt lese, mit welchen zum Teil absurd lächerlichen Methoden und Einladungen manche geglaubt haben, die Politik für sich günstig stimmen zu können." Dies sei ein Armutszeugnis für die handelnden Personen.

Der Medienmanager wird in seiner neuen Position zum Berufspendler, schließlich vertritt er über 130 Sender in mehr als 200 Ländern. Sein Hauptwohnsitz wird mit Mai aber Salzburg.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

15 Kommentare

Erinnert sich noch wer an den ORF vor zehn, fünfzehn Jahren? Wenn die ORF Autos in einen Ort gekommen sind, da waren die Ansässigen stolz. Heute müssen sich die ORFler schon freuen, wenn ihnen niemand - etwas überspitzt ausgedrückt - vergammeltes Obst hinterher wirft.


Es ist ein Glück für die linken Dilettanten am Berg, dass wir in einer schnelllebigen Zeit leben. Und die Medien schon vergessen haben, dass ORFler zu sein einmal eine Ehre, etwas besonderes war.

Aber einen kleinen parteiischen Buchhalter aus machtpolitischen Gründen zum Chef zu machen - mag zwar super für SPÖ und die Grünen gewesen sein. Für gutes Fernsehen aber war das Gift. Denn der Buchhalter hatte damals wie heute keinen wirklichen Zugang zu Fremdwörtern wie Programmentwicklung, Qualitätsfernsehen und Kulturauftrag.

Aber das war für die SPÖ auch kein Kriterium um ihn an die Macht zu hieven. Wenn wir diese Art von Politik als eine - zumindest vom moralischen Standpunkt aus betrachtet - Form der Kulturkorruption betrachten, so könnte man meinen: die Korruption der SPÖ zerstört das Programm.

Und damit verliert Österreich seine Stimme in der internationalen Medienwelt. Und die österreichischen Kindern und Jugendliche entscheiden sich immer öfters für die Emigration in die deutsche Medienwelt. Wo es große Shows anstatt billigem Bauerntheater und investigativ Magazine und objektive Nachrichten anstatt engstirnigem Parteifernsehen gibt.

Der Preis für ihre Abwanderung in die große, glitzernde Zauberwelt des deutschen Fernsehens ist allerdings der schleichende Verlust österreichischer Eigenheiten. Auf der anderen Seite, wenn man sich den Zustand unseres Landes ansieht, ist das inzwischen gar nichts mehr schlechtes.

Re: Erinnert sich noch wer an den ORF vor zehn, fünfzehn Jahren? Wenn die ORF Autos in einen Ort gekommen sind, da waren die Ansässigen stolz. Heute müssen sich die ORFler schon freuen, wenn ihnen niemand - etwas überspitzt ausgedrückt - vergammeltes Obst hinterher wirft.

@Mediendienst: Stimme Ihnen zu. Und was für das ORF-Fernsehen gilt, gilt auch für das ORF-Radioprogramm. Die Nachrichten und Magazine strotzen nur so von rot/grünem Parteieinfluss und sind eine Zumutung für politikinteressierte Hörer.

Antworten Gast: Vogel Strauss
15.04.2012 10:25
5 0

Re: Erinnert sich noch wer an den ORF vor zehn, fünfzehn Jahren? Wenn die ORF Autos in einen Ort gekommen sind, da waren die Ansässigen stolz. Heute müssen sich die ORFler schon freuen, wenn ihnen niemand - etwas überspitzt ausgedrückt - vergammeltes Obst hinterher wirft.

Ich bitte Sie - wer erinnert sich noch, was vor zehn, fünfzehn Jahren war? Heutzutage erinnern sich viele nicht einmal mehr ans vorige Jahr ... daher haben wir ja auch so einzigartige Politiker, die uns regieren!

zeiler, der neuerfinder des kalenders.

"Krone": Dabei wollten Sie in Zukunft weniger reisen.
Zeiler: Tja, das wird jetzt anders werden. Ich plane, zwei Wochen im Monat in London zu sein und dann jeweils eine Woche Lateinamerika, eine Woche Asien, eine Woche Europa, eine Woche Amerika. Der Rest ist Salzburg

0 5

...

aber was ich echt interessant find ist das oe1 und fm4 gut sind dh wenn die fuehrung durchgeknallt ist und voellig wirr samt einem kranken inkasso, dann braucht man 70% wahnsinn, damit 30% um ein minimalgeld qualitaet produzieren koennen... uebrigends ich mag das nicht schreiben...

Gast: geest
15.04.2012 01:18
10 0

Wir reden hier nicht "nur" von Korruption!

Hier geht es um aktive Einflussnahme der Politik an den Medien des Landes. Dies DARF nicht geduldet werden, da es mit dem Prinzip der Demokratie nicht vereinbar ist.
Vielmehr handelt es sich hier um Hochverrat und um nichts Anderes. Denn durch dieses Handeln wird der österreichischen Bevölkerung die unabhängige Meinungsbildung deutlich erschwert.

Dass ich diese frechen Gesichter in den Medien dulden muss ist eine bodenlose Frechheit.

Ich möchte jetzt gar nicht anfangen meine Wut über diese korrupte Plage kundzutun.
Jedoch hoffe ich für sie, dass der Spruch "Jeder wird einmal von seiner Vergangenheit eingeholt" oder "Man sieht sich immer zwei Mal im Leben" nicht zutrifft...

Der Zeiler wird uns so lange erklären, dass er den ORF/Österreich/die Welt retten will,

bis wir es, vor allem aber er selbst, glauben/glaubt!
Der hat in seiner Zeit den ORF zu einer billigen Medienorgel verkommen lassen, unter der der ORF heute noch "leidet".

Quote! Quote! Quote! Mir kann der gestohlen bleiben!

Re: Der Zeiler wird uns so lange erklären, dass er den ORF/Österreich/die Welt retten will,

sie haben recht, bei dem mist, den die spö und die grünen hier produzieren, sollte die quote weiter sinken, bis in den untergang!

Gast: Argesauge
14.04.2012 20:45
0 1

haha

der typ hat primitivo tv auf unterstem ramsch niveau zu verantworten - sehr toll !


Zeiler...

...ist natürlich auch nur ein Karrierist unter vielen. Er steht dem ORF ja auch nur als Fuchs dem die Trauben zu hoch hängen gegenüber.
Tatsache jedoch ist:
Der ORF ist von einer Bildungs- zu einer Bedürfnisanstalt mutiert, in dem jeder dahergelaufene Politiker seine Sprechblase entleeren darf.
Der Inkontinenz und Logorrhoe dieser Randfiguren der Gesellschaft wird vom ORF eine Plattform geboten, die wir alle mit unseren Gebühren finanzieren!

Re: Zeiler...

Karrierist ist angepasst für jemanden der Karriere macht!

Aber RTL und Time Warner vs. ORF ..... da hängen die Trauben wohl eher zu tief!

Failman, wie immer im Gespräch! :)

ORF hat nur nur "theoretisch" einen Chef?

Nope. Praktisch auch: Faymann.

Re: ORF hat nur nur "theoretisch" einen Chef?

Richtig. UND DESHALB HAT ER AUCH EIN IMMER SCHLECHTERES PROGRAMM.

9 0

Re: ORF hat nur nur "theoretisch" einen Chef?

Sie meinen wohl eher Rudas.
Faymanns Metier sind Gratis-Boulvardblättchen bzw. Inserate in solchen, das ist auslastend genug.

Gast: freund?
14.04.2012 19:49
7 0

nur nur ????



viele zensoren, KEINEN lektor, KEINEN korrektor?

zur sache : ORF abschaffen. punkt. wahnsinnskosten für NIX. mitten im8ten, ...-power, alles schon abgedreht !