An die Vorteile des neuen Fernsehens hat man sich rasch gewöhnt: Hat man eine Sendung versäumt, kann man sie am Computer oder am Smartphone zeitversetzt anschauen, was die Zuschauer auch gerne tun: 660.000 User nutzen z. B. die ORF-Videoplattform TVthek bereits jeden Monat. Auch die meisten anderen TV-Stationen bieten bereits Fernsehinhalte auf Abruf an: In der ARD-Mediathek ist der „Tatort“ vom Sonntag auf Abruf. ATV stellt seine Info- und Diskussionsformate online und wirbt mit Dirndlträgerin Katrin Lampfe bereits für die neue Staffel „Bauer sucht Frau“, die morgen startet und dann auch auf der Homepage des Senders abrufbar sein wird.
Der Vorteil von On-Demand-TV ergibt sich für den Konsumenten aber nicht nur daraus, dass jeder selbst entscheiden kann, wann er sich Zeit für eine Sendung nimmt: Warum sollte man sich nicht einem „Club 2“ statt nachts um 23 Uhr lieber in Ruhe am Wochenende widmen? Und wer am Montag zur Mittags-„ZiB“ über die Rede Michael Spindeleggers gerade in einem Meeting saß, der konnte sich den Beitrag samt Kommentar von Innenpolitikchef Hans Bürger in der Kaffeepause am Bürocomputer anschauen. Oft erfährt man erst im Nachhinein, dass eine Sendung sehenswert war – wobei sich in sozialen Medien die Werbung für gelungene (oder auch misslungene) Beiträge rasch verselbstständigt. Und schließlich macht On-Demand-TV das Fernsehen nicht nur stressfreier, weil es sich des von den TV-Stationen vorgegebenen Zeitrahmens immer mehr entzieht, es bietet auch die Gelegenheit, sich einer Sendung intensiver zu widmen: von der Möglichkeit der Wiederholung bis zu den Vorzügen der Pause-Taste, die einem die Chance einräumt, das Gesehene zu diskutieren oder sich Hintergrundinformationen aus dem Internet zu holen.
Der ORF baut nun sein On-Demand-Angebot aus: Er bietet auf allen neuen Samsung-TV-Geräten die TVthek als erste TV-App an. Derzeit sind mehr als 100 TV-Sendungen in der TVthek on Demand abrufbar, dazu bietet der ORF 50 Livestreams. Noch heuer soll das Angebot um zeit- und kulturgeschichtliche Archive sowie zusätzliche Angebote wie Langfassungen von „ZiB 2“-Interviews erweitert werden. Nächstes Projekt: eine ORF-Radiothek.
Fernsehen auf Abruf ändert TV-Konsum: Neues ORF-Angebot
14.05.2012 | 16:35 | Von Isabella Wallnöfer (Die Presse)
Bereits 660.000 User nutzen die TVthek des ORF. Ab Sommer bietet der ORF eine TV-App auf neuen Samsung-Geräten an. Noch heuer soll das On-Demand-Angebot erweitert werden. Nächstes Projekt: eine ORF-Radiothek.
2 Kommentare
Warum ?
Warum muß ich als Zwangsgebührenzahler für das neue Samsung TV Service mitzahlen wenn ich noch gar keinen Samsung TV habe der so was kann ??? Würde sagen das wäre etwas fürs Gericht !Richtig innovativ
Warum sollte man sich die Spindelegger Rede spät am Abend in der ZIB 2 ansehen, wo man sie sich doch auch am Laptop bequem beim morgentlichen Stuhlgang ansehen kann?Eine echte ORF-Innovation wäre übrigens die Abschaffung der Zwangsgebühren.

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