"Österreich"-Ticker zu Kinderbegräbnis "widerwärtig"

29.05.2012 | 16:08 |   (DiePresse.com)

Ein Liveticker zum Begräbnis jenes Buben, der am Freitag von seinem Vater erschossen wurde, sorgt für Aufruhr. Microsoft stoppte seine Werbekampagne auf oe24.

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Die Berichterstattung auf der "Österreich"-Website oe24.at über das Begräbnis des achtjährigen Buben, der am Freitag von seinem Vater in einer St. Pöltner Volksschule erschossen worden war, sorgt in der Medienbranche für Aufregung: Von kurz nach 10 bis 14 Uhr berichtete oe24.at via Licketicker von dem Begräbnis des Kindes, das am Sonntag seinen Verletzungen erlegen war. oe24.at zeigte eine laufend aktualisierte Bildergalerie von der Trauerfeier und beschrieb diese mit Sätzen wie "Es hat 20 Grad, die Sonne scheint - den Trauergästen ist jedoch nicht besonders fröhlich zumute." Nicht nur die Leser des Boulevardblattes beschweren sich unter dem Artikel über "Pietätlosigkeit", auch in der Medienbranche sorgte der Liveticker für einen Sturm der Entrüstung.

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Presserats-Geschäftsführer Alexander Warzilek übte gegenüber dem Branchendienst Etat.at Kritik an der Aktion. "Man sieht, dass hier etwas massiv daneben gegangen ist", so Warzilek. Einen Vorgriff auf eine mögliche Verurteilung durch den Presserat wollte Warzilek nicht geben, der Geschäftsführer des Selbstkontrollorgangs der Presse ortet in dem Vorgehen jedoch einen postmortalen Eingriff in die Privatsphäre des Buben sowie einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Angehörigen. "Die Trauerarbeit wird dadurch negativ beeinflusst", sagte Warzilek.

Eine "widerwärtige Aktion"

Via Twitter übten einige bekannte Journalisten massive Kritik. Der Ticker sei eine "widerwärtige Aktion" von "Österreich"-Herausgeber Wolfgang Fellner, schrieb ORF-Korrespondent Hanno Settele auf dem Kurznachrichtendienst. "Das muss echt nicht sein", pflichtete "ZiB24"-Moderator Roman Rafreider bei. "Fellners 'Live-Ticker' vom Begräbnis des kleinen Mordopfers ist wirklich das Letzte. Der Mann hat jede Pietät und allen Respekt verloren", schreibt "Falter"-Journalist Florian Klenk. "Jeder Regierungspolitiker, der jetzt noch in Österreich inseriert, sollte wegen Beihilfe zu solchen Übergriffen belangt werden."

Auch "Kleine Zeitung"-Technikredakteur Georg Holzer versuchte, den auf oe24.at werbenden Unternehmen ins Gewissen zu reden: "Wieso finanziert ihr das Live-Begräbnis auf #oe24 mit?" fragte er. "Zeit"-Redakteur Florian Gasser meinte zu den tickernden "Österreich"-Redakteuren: "Wegen euch muss man sich oft schämen, Journalist zu sein."

Inzwischen wurde der Ticker von oe24 entfernt.

Fellner: "Habe Ticker einstellen lassen"

Fellner ließ die Live-Berichterstattung seines Online-Dienstes am Nachmittag abdrehen. "Als ich davon erfahren habe, habe ich den Ticker sofort einstellen lassen", so Fellner gegenüber Etat.at. Der Live-Ticker selbst habe zwar nach Ansicht des "Österreich"-Herausgebers "sicher nicht in die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen eingegriffen", er persönlich halte aber einen "Live-Ticker von einem Begräbnis in diesem Fall, da es sich um ein Kind handelt, für nicht adäquat".

Fellner hielt aber fest, "dass etwa TV-Übertragungen von Begräbnissen weltweit üblich sind - und es sich in diesem Fall um eine öffentliche Veranstaltungen mit mehreren hundert Teilnehmern gehandelt hat, die bewusst als öffentliches Ereignis organisiert war". Wenn man Pietät streng auslege, dürfte der ORF etwa am Abend auch keine Bildberichte vom Begräbnis senden. "Herr Settele hat ja die Möglichkeit, sich in seinem Haus für die Nichtausstrahlung der Bildberichte heute Abend einzusetzen", so Fellner.

Kampagnen gestoppt, FuZo fordert Sperre

Das Technologie-Portal Futurezone fordert eine Online-Sperre. Der Skandal um die Berichterstattung habe für mehr Zugriffe auf oe24.at gesorgt - von diesen würde das Boulevardblatt nun auch noch profitieren, kritisiert Chefredakteur Gerald Reischl. "oe24.at sollte - weil es zu solchen unmoralischen Mitteln gegriffen hat - mit einer Offline-Zeit bestraft werden", schriebt Reischl. Selbst wenn der Presserat die Macht hätte, eine solche Offline-Strafe zu verhängen: "Österreich" ist kein Mitglied des Presserates.

Die Berichterstattung dürfte für oe24.at aber doch auch negative finanzielle Konsequenzen haben: Microsoft hat seine aktuelle Kampagne mit sofortiger Wirkung ausgesetzt "und ist um eine Klärung des Sachverhaltes bemüht". Das gab der Software-Riese auf Twitter bekannt. Auch der Online-Sportwettenanbieter bet-at-home hat seine aktuelle Werbekampagnen auf dem "Österreich"-Online-Dienst ausgesetzt.

Voigt: "Geschmacksgrenzen überschritten"

"Österreich"-Geschäftsführer Oliver Voigt zeigte sich am Nachmittag gegenüber dem Branchenmagazin "medianet" um Schadensbegrenzung bemüht. "Es scheint, dass wir mit dieser journalistischen Ausdrucksform, nämlich dem Live-Ticker, deutlich Geschmacksgrenzen vieler überschritten haben", so Voigt. "Dies tut mir persönlich sehr leid, doch war es gewiss keine Absicht seitens der Redaktion. Ich bin überzeugt, dass zukünftig das Instrument Live-Ticker zwar weiterhin sehr zeitaktuell, aber in einem anderen Umfeld stattfinden wird." Zum Stopp der Microsoft Online-Kampagne meinte Voigt: "Die Agentur hat die Kampagne on hold gestellt, weil sie diese im Umfeld dieses Live-Tickers nicht gesehen haben wollte. Die Kampagne selbst wird zu einem anderen Zeitpunkt fortgesetzt. Sie ist nicht storniert."

(Red./APA)

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19 Kommentare

wenn bedenkt dass dieses Blatt´l im ersten Jahr verschenkt werden musste, weil es keiner kaufen wollte.....

Wer hat hier die finanzielle Stütze geleistet, war es such den damalige Stadtrat Fayman der sich im Fellner-Haus mit Wiener Wohnen eingemietet und 10 Jahre überhöhte Miete im voraus bezahlt hat?

Gast: Nignag34
29.05.2012 21:51
0

Offline Strafe

Also das ist echt eine gefährliche Idee - die dem Gedanken des Internet widerspricht.

Wer solche Gedanken hat, sollte dem Internet fern bleiben - und seinen Gottes-Komplex loswerden.

Gast: UKW
29.05.2012 20:42
3

Ein absolutes Gustostückerl aus dem Hause Österreich

Wer es nicht kennt: Ein Österreich-Reporter ruft den Geiselnehmer einer Bank an und redet mit ihm völlig sinnloses Zeug.

http://www.youtube.com/watch?v=1LX-x3cXpxs

Wohlgemerkt, das ist keine Satire, sondern echt. Man hat sich sogar damit gebrüüstet ein Exklusivinterview zu haben.

Der Mann wurde meines Wissens später gekündigt. Fellner hatte wie immer nichts mit der Sache zu tun.

Faymann und Fellner sind immer noch diicke Inseratenfreunde und werden es auch für immer bleiben.

Gast: b754
29.05.2012 20:04
0

und wieviel lesen diese wiederwärtige blatt?


Gast: ohne faymann wäre der Herr "Journalist" bereits in Konkurs gegangen
29.05.2012 19:33
6

eine minderwertige Politik fördert minderwertige Medien, und setzt Österreich Heute die Krone auf


Gast: fgdfgfdg
29.05.2012 19:04
8

Drecksblatt ÖSTERREICH

wann wird endlich dieses parteienfinanzierte und stark rot-stimmungsmachende drecksblatt, dass großteils noch dazu schlecht recherchierte lügen verbreitet, endlich abgeschafft?

dieser fellner-schund hat es nicht verdient, den namen österreich zu tragen.

vom niveau dieser zeitung würde löwelstrasse oder rotbonzen einfach besser für diese ansammlung an schlecht recherchierten, mit zahlreichen rechtschreib- und formfehlern gespickte drecksblatt passen.

Gast: Feuervögelchen
29.05.2012 18:38
6

Ich kenne oe24 nicht, aber...wieso die Aufregung?

Haben die wen ermordert. entführt....etc.?

Wird jetzt die Presse- UND Meinungsfreiheit von einem ominösen "Rat", den ich auch nicht kenne, geleitet und durch Zensur freigegeben?

Schön langsam wird´s wieder eng, Stück für Stück werden an allen Fronten die Freiheiten kassiert und bei zuwiderhandeln mit Strafe bedroht.

Und am besten geht das durch "Terrorverdacht" oder Verdacht auf Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Mit diesen schwammigen Paragraphen kann man jeden muntot machen.

Nur ist das Volk viel zu blöd um dies zu erkennen, die schauen lieber Dancing Star...


Faymann trägt Mitverantwortung

Und unser Kanzlerdarsteller Faymann hat dieses Blatt seines Busenfreundes Fellner mit Inseraten durchgefüttert. Widerlicher geht es nicht!!!!

Und was genau ist daran so schlimm???


Gast: L.W.
29.05.2012 18:16
14

Wahnsinn!

Fellner hielt aber fest, "dass etwa TV-Übertragungen von Begräbnissen weltweit üblich sind - und es sich in diesem Fall um eine öffentliche Veranstaltungen mit mehreren hundert Teilnehmern gehandelt hat, die bewusst als öffentliches Ereignis organisiert war".

WIE BITTE ?

Herr Fellner, kennen Sie den Uterschied zwischen dem Begräbnis von Prinzessin Diana und dem dieses Kindes, einem Mordopfer ?

Verstehen Sie den Unterschied zwischen einem Bildbericht und der Aussage "Es hat 20 Grad, die Sonne scheint - den Trauergästen ist jedoch nicht besonders fröhlich zumute." ?

Nein. Sie kennen ihn nicht.

Sie sind, mit Verlaub, ein richtig armes Loch. Und jetzt klagen Sie ruhig. Ich halte dagegen.

Ihnen gehört sofort Berufsverbot auf Lebenszeit erteilt.

Das

Klatsch und Tratsch-Blatt "Österreich" kennt kein Pardon. Es steht für Bluthund-Journalismus und oftmalige ekelhafte Berichterstattung. Man sollte ihm nicht nur den Namen "Österreich", nein man sollte dieses miese Blatt gänzlich verbieten. Diese "Zeitung" ist eine Schande für unser Land und für den seriösen (!) österreichischen Journalismus.

Gast: Flak Z
29.05.2012 17:34
11

Pietätloses Gratisblattl

Von den Roten am Leben gahalten.

Gast: Gerechtigkeit für Österreich
29.05.2012 17:08
8

Was muss der Fellner noch anstellen, bis er endlich in U-Haft genommen wird? Wegen Wiederholungsgefahr.


Laut Kurier soll er massiv auf Inserate gedrängt haben. Und da ist bei ihm die Wiederholungsgefahr eindeutig gegeben.

Und das Begräbnis des Kindes ist nicht die erste Geschmacklosigkeit bei dem, mit dem Leid von Opfern, Auflage gemacht werden soll. Auch da herrscht höchste Wiederholungsgefahr.

http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/697030/Inserate_Weiterer-Zeuge-belastet-Faymann-?offset=0&page=1


Re: Was muss der Fellner noch anstellen, bis er endlich in U-Haft genommen wird? Wegen Wiederholungsgefahr.

als "Freind" des amtierenden Bundeskanzlers wird dem Wolfgang F. das nicht kratzen. Er giert ja schon auf die Werbeanzeigen von Werner F. zur Nationalratswahl 2013 - da wird richtig Kohle gemacht Freunde.

Gast: Gasti87
29.05.2012 16:37
5

weiches Papier

dieses Käseblatt sollte aus weichem Papier gemacht werden, dann hätte es einen guten Nutzen :D

Österreich ist sowieso .....

ein Blattl das zum vergessen ist!

Re.: "der Geschäftsführer des Selbstkontrollorgangs der Presse ortet in dem Vorgehen jedoch einen postmortalen Eingriff in die Privatsphäre des Buben"


Die Handpuppe Fellner ist nicht minder charakteristisch für die derzeitige Medienlandschaft in Österreich, wie jene Schwachmatiker, die mit dem Behaupten eines "postmortalen Eingriffes in die Privatsphäre" öffentlich ihre eigene geistige Leere zwischen den Ohren zelebrieren.

Gast: Garst
29.05.2012 16:03
3

Alle das gleiche gleichgeschaltete Gesocks.


jaja

jetzt tun sie alle wieder so auf heilig, die journaillie

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