Willi Resetarits spendet zum letzten Mal „Trost und Rat"

Am Sonntag wird die Liveshow des Radio Wien mit einem Fest beendet. Resetarits scheidet in Unfrieden mit der Direktion.

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Willi Resetarits spendet letzten
Willi Resetarits – APA (HELMUT FOHRINGER)

Sonntag, 19 Uhr. Aus dem Radio ertönt eine anachronistische Signatur, eine sanfte ältere Dame kündet „Trost und Rat" an. Da wusste der Hörer von Radio Wien, dass eine Stunde (meist mehr) voller Livemusik, Lyrik und Prosa oder improvisiert vertonter Wettervorhersagen folgte, eingebettet in die stimmungsvolle Moderation von Willi Resetarits. Diese Ära ist nun vorbei: „Trost und Rat" wird am Sonntag, den 17. Juni, zum letzten Mal ausgestrahlt.

Dass diese Sendung, die in der Tschaunerbühne in Wien 16 aufgenommen wird, nicht nur die letzte vor der Sommerpause, sondern wirklich die letzte sein wird, war für die Fans und die Gestalter eine Überraschung. Die ORF-Landesdirektion Wien und Willi Resetarits konnten zu keiner Einigung kommen, wie „Trost und Rat" für die nächste Saison zu gestalten wäre.

Begonnen haben die Uneinigkeiten im April dieses Jahres, als Peter Blau, der Redakteur der Sendung, angeblich informiert wurde, dass er von „Trost und Rat" abgezogen wird. Blau hat vor sechs Jahren den Neustart dieses im deutschen Sprachraum einzigartigen Formats mitentworfen, plante seither jede der 200 Folgen mit individuellem Ablauf, lud Musiker und andere Künstler aus dem In- und Ausland ins Funkhaus und koordinierte die Live-Übertragungen. „Peter Blau ist einer der besten Radiomacher auf Gottes Erdboden", schreibt Willi Resetarits in einer Erläuterung.

Resetarits: „Eine Reihe von Schikanen"

Ohne Peter Blau kann und will Resetarits „Trost und Rat" nicht weitermachen, er sieht den Abzug des Redakteurs als „letzte von einer Reihe von Schikanen, die uns schon viel früher zum Aufgeben hätten veranlassen sollen". So wurde z. B. der Sendetermin von 13 auf 19 Uhr verlegt und den eingeladenen Künstlern die Aufwandsentschädigung von 50 Euro gestrichen. Trotz allem waren die Liveabende im Radiokulturcafé gut besucht, viele heute bekannte Musiker der Szene wurden hier „entdeckt".

Resetarits kündigte nun seinen Vertrag, da er mit der Vorgangsweise (es kam nie zu einem persönlichen Treffen mit Landesdirektorin Brigitte Wolf, er wurde nie über die geplanten Veränderungen informiert) mehr als unzufrieden ist. Direktorin Wolf bedauert gegenüber der „Presse“ seine Entscheidung „als großer Fan dieses unverwechselbaren Stücks Radio Wien“ und hofft, „dass  Resetarits nach einer Schaffenspause wieder Sehnsucht nach Radio Wien“ bekommen wird.

 

(vers)

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