Kathrin Zechner ist dafür bekannt, ein strenges Regiment in ihrer Programmdirektion zu führen. Auch sie konnte aber nicht verhindern, dass schon vorab viele Details ihrer geplanten Programmänderungen nach Außen gelangten. Von der Abschaffung der Diskussionssendungen „Club 2“ und „Im Zentrum“ war immer wieder zu hören, von einer Hauptabendshow für die ORF-Comedy-Stars Christoph Grissemann und Dirk Stermann und dem Aus für die Society-Sendung „Chili“.
Seit Montag hat die Geheimniskrämerei ein Ende. Zechner hat den Stiftungsräten per Post das neue Programmschema zugeschickt, weil sie nächste Woche darüber abstimmen müssen; und zeitgleich der Austria Presse Agentur ihre Pläne in groben Zügen erläutert. Was an dem eingereichten Sendeschema auffällt: Es ist weitaus weniger spektakulär als die Gerüchte, die seit Tagen dazu kursierten. Kein Wunder, spricht Kathrin Zechner selbst doch immer nur von mehreren Phasen einer „Programmreformkette“, die sie durchsetzen will und nicht von einer Programmreform. Ein Begriff, den seit dem Scheitern der 2007 groß angekündigten, aber letztlich gescheiterten „größten Reform aller Zeiten“ kein ORF-Verantwortlicher mehr in den Mund nehmen will.
Phase eins, die im Herbst starten soll, bringt neben vielen kleinen Veränderungen daher nur zwei wirklich große Neuerungen, die den Mittag und den Mittwoch betreffen. Alles in allem soll der erste Reformschritt fünf bis sieben Millionen Euro kosten. Hier die Änderungen im Detail:
► Statt der schon lang gewünschten Frühstücksschiene soll ein tägliches Mittagsmagazin nach der „Zeit im Bild“ um 13 Uhr „ein umfangreiches Paket aus Information, Service und Talk“ bieten. Gesicht der Mittagsschiene ist noch keines bekannt, immer wieder genannt wurde Claudia Reiterer.
► Schon länger bekannt ist, dass die Donnerstagnacht auf ORF eins wegen der Europa-League-Spiele ab Herbst auf den Dienstagabend wandert. Ganz neu wird der „Junge Mittwoch“ in ORF eins. Hier wird im Hauptabend zunächst eine Kaufserie zu sehen sein, die in Programmphase zwei ab 2013 durch eine Eigenproduktion ersetzt werden soll. Ab 21 Uhr stehen drei neue eigenproduzierte Sendungen auf dem Programm. Eine modernere Version der „Versteckten Kamera“ soll „Candid Camera“ werden. Ab 22 Uhr ist eine Dokusoap mit dem Arbeitstitel „A-Team“ geplant. Um 22.50 Uhr wird ORF-Zukunftshoffnung Mari Lang ein Reportagemagazin leiten.
► Das Kinderprogramm wird auf zwölf bis 14 Uhr vorverlegt.
► Nur „refresht“ wird der Hauptabend in ORF 2: Die Sendeinhalte der bisherigen Formate „Jahreszeit“, „Konkret“ und „Heute in Österreich“ sollen zwar erhalten bleiben, es sollen aber Synergien zwischen den einzelnen Sendungen, aber auch dem neuen Mittagsmagazin und den Informationssendungen geschaffen werden. Ebenfalls eigenständig erhalten bleiben vorerst "Thema" und "Report".
► Die Wissensschiene am Samstag wird ausgebaut: Von 18 bis 19 Uhr soll auf ORF eins zusätzlich zu "Newton“ das Wissenschaftskabarett „Science Busters“ auf dem Programm stehen.
► Die Spekulationen rund um die Einstellung von „Universum“ oder Verschiebung des Sendeplatzes in den späteren Abend haben sich vorerst nicht bewahrheitet. Die Naturdokureihe behält ihre Sendeplätze am Dienstag um 20.15 Uhr und am Donnerstag um 21.05 Uhr. Wie lange das so bleibt, wird sich zeigen. Zechner meinte gegenüber der APA lediglich, dass sich an „Universum“ bis Jahresende nichts ändern werde. Es gebe aber Überlegungen, neben den Naturdokus auch Dokumentationen aus den Bereichen Geschichte, Wissenschaft oder current affairs zu etablieren.
► Im groben Sendeschema, das den Stiftungsräten vorliegt, sind die bisherigen Diskussionssendungen „Im Zentrum“ und „Club 2“ nicht namentlich erwähnt, allerdings sollen auf ihren Sendeplätzen nach wie vor ein „Polittalk am Sonntag“ und ein „Talk“ am Mittwoch weiterbestehen. Zechner meint dazu, es soll künftig weiterhin zwei Gesprächsrunden geben, einen gesellschaftspolitischen und einen zivilgesellschaftlichen, nicht notwendigerweise aktuellen Hintergrundtalk: „Ob der ,Club 2‘ heißt und so aussieht, wie er jetzt aussieht, ist Thema einer Arbeitsgruppe.“
► Auch die beiden Comedy-Stars Stermann und Grissemann werden im Programmschema nicht namentlich erwähnt. Allerdings werden dort weitere Eigenproduktionen für die Mittwochnacht angekündigt, eine davon könnte die angebliche Hauptabendshow mit den beiden sein. Zechner schweigt bislang zum angeblichen Sende-Aus von Dominic Heinzls „Chili“.
Programmänderungen im ORF: Mittag und Mittwoch werden neu
18.06.2012 | 18:26 | Von Anna-Maria Wallner (Die Presse)
ORF-Fernsehchefin Kathrin Zechner hat am Montag ihre kleinen Reformschritte präsentiert. Diese sind allerdings weniger spektakulär als erwartet. Die größte Neuerung ab Herbst: ein Mittagsmagazin.
32 Kommentare
Mittag ist gut ...
... für PensionistInnen, der Kernklientel des ORF.Wir zahlen schon wieder höhere Zwangsgebühren
Daher können die im Proporz bestellten Parteigünstlinge im Staatsfunk großzügig mit dem Geld herum werfen - dazu sagen sie Reform.Wie viele Reformen hat uns "Genosse" Wrabetz schon versprochen???
Das wird nix
tägliches Mittagsmagazin: schnarchKinderprogramm wird auf zwölf bis 14 Uhr vorverlegt: gestern in den Nachrichten war davon die Rede dass die Quote an Ganztagsbetreuung massiv steigen soll, also keine Kundschaft
„Candid Camera“: Nur durch einen neuen Namen ist das Konzept nicht minder veraltet
Dokusoap: RTL2-Niveau
Wenn ich das mit den öffentlich Rechtlichen in D vergleiche (va ZDF Neo und Eins Festival), dann würde ich lieber GEZ statt GIS zahlen
Re: Das wird nix
Zustimmung.Diedeutschen öffentl.rechtlichen sind werbefrei(NDR MDR BAYERN PHÖNIX......)
Denen würde man seine Gebühren gerne überweisen.
Der ORF ist wirklich"unter aller Kanone"
Re: Das wird nix
Sie müssen das verstehen, im Dienste der weiteren Volksverblödung ist ein politisches Mittagsmagazin unverzichtbar!Re: Re: Das wird nix
sogar die Senioren halten um diese Zeit Mittagsschlaf!Es kann nur eine gute Reform geben!
ORF abschaffen - jetzt und für immer.Re: Es kann nur eine gute Reform geben!
Wo sonst finden die vielen Parteigünstlinge einen so hochbezahlten Job???Daher wird Österreich noch lange so wie z.B. Nordkorea, einen eigenen Staatsfunk haben!
Ein Mittagsmagazin, der ORF ist nach Jahrzehnten, in denen andere öff. und private das vormachen, auch schon aufgewacht
anderseits, je weniger ORF, desto weniger linke PropagandaSelbstdarsteller
Alles nur Selbstdarsteller und viele Nichtskoenner.Privatisieren und am freien Markt behaupten dann keonnen sie machen was sie wollen(ohne Zwangsabgabe).
Fußball?
Und wo bleibt der Fußball auf ORF1. Ich hatte gehofft es gibt noch mehr davon. Er wird doch weltweit noch mehr Fußballspiele ( Verzeihung Matches ) geben, die man übertragen kann. Notfalls aus einem brasilianischen Hinterhof!Ich dachte das gehört zum Bildungsfernsehen?
Und ich vermisse auch die noch weitere Zunahme er Amerikanisierung der Sprache.
Was schert mich Deutsch wenn ich es auch in schlechtem Englisch sagen kann.
Alles Bildungsauftrag und dafür muss ich jetzt jeden Monat mehr als 24,00 € bezahlen.
Für etwas was ich überhaupt nicht will!
Aber mich fragte ja keiner ich soll nur still sein und zahlen!
Keine Steuergelder mehr für den ORF-Wahnsinn!
Privatisieren, Gebühren abschaffen!!Servus TV erfüllt den Bildungsauftrag bereits jetzt um Vieles besser als der ORF es je gemacht hat!
Die GIS muß man nicht zahlen!
Abmelden bzw. gar nicht erst anmelden und falls einer von der GIS auf Besuch kommt, einfach vor der Tür verhungern lassen!mittagssendungen
sind ja sehr wichtig, die Berufstätigen haben wahnsinnig viel davon, dafür volksverblödung im hauptabendprogramm.Re: mittagssendungen
Zielgruppe des ORF sind (ja wohlweislich) eh für über 60 jährige, die nicht mehr im Berufsleben stehen. Ist ja offensichtlich, wenn man sich das Fernsehprogramm ansieht.ORF privatisieren!
Weg mit den Zwangsgebühren!diese zechner
wird überbewertet ! die ist genauso unfähig und massivst überbezahlt wie viele politiker in diesem land !eines kann ich allerdings jetzt schon sagen: diese programmreform wird genauso wenig bringen wie die letzten. zu viel mainstream und zu sehr frauenlastig. das wird die quoten und den bildungsauftrag noch mehr reduzieren !
und wenn ich schon lese, dass die sendung "universum" vielleicht eingestellt wird, bzw. dass es spekulationen darüber gibt, dann geht mir voll das "geimpfte" auf ! eine der besten sendungen die der orf zu bieten hat und man denkt über deren absetzung nach !?
Re: diese zechner
Quote /= BildungsauftragRe: Re: diese zechner
tschuldigung...WIE konnte ich das nur übersehen haben :-)Diesen Selbstbedienungsladen meiden, auf seriöse, intelligente in- und ausländische Gratissender ausweichen und keine Zwangsgebühren mehr bezahlen. Gratisabmeldeformulare gibt es im Internet. Und keine GIS Angst, diese Schergen haben keine Exekutivrechte und in fremden Wohnungen und Häusern nichts verloren; also nicht einschüchtern lassen. Das Volk - der Souverän - wird von diesen Herrschaften nur noch ausgelacht und darf zahlen.
Ein tägliches Mittagsmagazin nach der Zeit im Bild um 13 Uhr, bedeutet übersetzt: ein Jahr vor den nächsten Wahlen wollen Dittelbacher und Co auf Nummer sicher gehen.
Nach der ZIB um 13 Uhr hat man jetzt zusätzliche Zeit, den widerspenstigen Wählern zu erläutern was für Probleme die ÖVPwieder hat, FPÖ und BZÖ angestellt haben und die Grünen alles aufdecken. Und nur die SPÖ diesen Staat am Laufen hält.
Bei der Performance von Werner und seiner Schütteltruppe kein Wunder dass man noch mehr Zeit als bisher brauchen wird, um das Ganze wieder schön zu senden.
Erinnert irgendwie an Politfernsehen a la DDR. Und der so manipulierte Seher darf selber dafür zahlen.
man braucht sich
ja nur diesen (unten) presse bericht und die dazugehörigen pdf-files der rechnungshof-homepage durchlesen und bekommt schwerste agressionen und ein unverständnis diesen moralisch widerlichen und schwerst gierigen inz*chtigen halbaffen gegenüber auch nur einen cent zu bezahlen. da sind die affären hochegger und mensdorff ein klacks dagegen:http://diepresse.com/home/kultur/medien/528329/ORFGehaelter-fast-doppelt-so-hoch-wie-Branchenschnitt-
und wer zahlts wieder mal ungefragt? der dumme österreichische steuerzahler!
Es ist einfach unerträglich mitanzusehen, wie sich diese Leute in unseren Zwangsgebühren suhlen und dabei noch vor Vergnügen quietschen
Re: Es ist einfach unerträglich mitanzusehen, wie sich diese Leute in unseren Zwangsgebühren suhlen und dabei noch vor Vergnügen quietschen
und lauter Mist produzieren.Warum fühlt man sich als gebührenerhöhter Gebührenzahler immer so gefrotzelt, wenn die ORF Bonzen ihre Pseudoreformen zum Besten geben?
Weil Beiträge in den ZIBs oft wie Belangsendungen der SPÖ oder der Grünen wirken? (Letztes Beispiel: ein freundlicher H. Fischer in der sommerlichen Türkei. Kommt halt besser in den Hauptnachrichten so etwas Positives zu senden, als kritische Fragen betreffs direkter Demokratie und anständiger Recherche über seine innenpolitischen Aktivitäten. Besser für die SPÖ natürlich, aber ziemlich mies für demokratische Strukturen in Österreich)
Weil die parteiischen ORF Journalisten viel mehr gebührenbezahltes Gehalt bekommen, als es ihnen nach ihren Leistungen zustehen würde?
Weil die SPÖ, und damit auch der Generalintendant des ORFs, unbedingt mehr als eine Milliarde zusätzlich vom Steuerzahler will, nur damit der ORF nach St Marx geht? Trotz Wirtschaftskrise, zu wenig Geld für Pensionserhöhungen, Universitäten und den Gymnasien dieses Landes?
Schwer diesem ORF Respekt zu zollen. Schon gar nicht, wenn die ORF Chefs glauben, ihre ungefragten Mäzenen mit solchen Pseudoreformen von den wirklichen Problemen in ihrer Anstalt ablenken zu können.

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