Nach 31 Sitzungen in dreieinhalb Jahren haben die Journalisten-Gewerkschaft und der Verlegerverband VÖZ am Montag die Verhandlungen für einen neuen Kollektivvertrag (KV) der Tages- und Wochenzeitungen abgebrochen. Damit sind die Gespräche für den KV, in den auch die Onlineredaktionen integriert werden sollen, vorerst gescheitert.
Bei den Gründen für den Abbruch gehen die Meinungen auseinander. Grundsätzlich war schon ein Gehaltsschema beschlossen und unterzeichnet worden, das aber erst mit dem Gesamt-KV Gültigkeit erlangt hätte. Die Gewerkschaft, die zugibt, in einigen Punkten gegenüber dem VÖZ „kapituliert“ zu haben, wollte deshalb am Montag in Sachen Gehaltshöhe nachbessern und forderte, dass das Gehaltsschema nicht unter dem vor zwei Jahren geschlossenen APA-KV liegen dürfe.
Hermann Petz, der Verhandlungschef des VÖZ, zeigte sich „sehr enttäuscht“ von der Vorgehensweise der Gewerkschaft, sie habe „völlig überraschend ein komplett anderes Gehaltsschema verlangt“, was die bereits erzielte Einigung „konterkariert“. Bei der Höhe der Gehälter lagen die Vorstellungen der Verhandlungsteilnehmer lediglich 50 bis 150 Euro auseinander. Für Gewerkschaftsvertreter FranzC.Bauer ist nun das Ende des „Waffenstillstandsabkommens“ gekommen, das für die Dauer der Verhandlungen geschlossen wurde. awa
("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.06.2012)

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