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Mediaprint blitzt vor Menschenrechtsgericht ab

19.06.2012 | 14:17 |   (DiePresse.com)

Die Straßburger Richter fanden die Verurteilungen im "Fall Christian" rechtens. Nach der Veröffentlichung von "extrem intimen Angaben" müssen "Krone" und "Kurier" empfindlich hohe Geldstrafen zahlen.

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Die "Kronen Zeitung" und der "Kurier" sind am Dienstag mit einer Beschwerde zum sogenannten "Fall Christian" aus dem Jahr 2004 vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte abgeblitzt. Die beiden Zeitungen waren von österreichischen Gerichten wegen ihrer Berichterstattung über den Sorgerechtsstreit rund um den damals achtjährigen Buben zu empfindlichen Geldstrafen verurteilt worden. Sie hatten ihrerseits Österreich einen Verstoß gegen die Pressefreiheit vorgeworfen.

Die Berichte über den Buben, der als Opfer zerrütteter Familienverhältnisse in einem dramatischen Obsorgeverfahren ins Scheinwerferlicht geraten war, wurden Anfang 2004 publiziert. Mutter und Kind klagten gegen die Medienberichterstattung und bekamen von heimischen Gerichten Schmerzensgeld in Höhe von 130.000 Euro ("Krone") und 9000 Euro ("Kurier") zugesprochen.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte folgte dem Urteil Österreichs und stellte in einem am Dienstag publizierten Urteil fest, dass die Veröffentlichung von "extrem intimen Angaben" über den Buben und seine Eltern sowie die Veröffentlichung von Fotos, die deren Identität preisgaben, deren Privatsphäre verletzt habe. Das Kind sei Opfer eines Streits der Eltern geworden, es sei nicht von sich aus auf die öffentliche Szene getreten. Somit sei es besonders schutzbedürftig gewesen.

(APA)

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3 Kommentare
Gast: Pondi
19.06.2012 17:04
3 0

Hätte die Krone Moral, hätte sie sich schon früher entschuldigt und reumütig das Geld gezahlt. Werner macht das ja so und so wieder mit ein paar Inseraten gut.


Aber die Familie, die sie zu einem Opfer machte, noch in jahrelange Prozesse zu verwickeln ist eine Schande.

Die Strafen für unseriösen Journalismus sind viel zu gering. Pressefreiheit ist nicht dafür da, die Schwächsten der Gesellschaft noch einmal zum medialen Opfer zu machen.

Gast: hmmm
19.06.2012 15:56
2 0

gutes Urteil, aber zu mild

empfindliche hohe Geldstrafen? Das stecken die doch locker weg...

Beide

sowohl die KRONE als auch der KURIER sind keine seriösen Zeitungen. Sie sind vielmehr schmutzige Boulevard-Blätter, für die es kein Tabu gibt, selbst wenn es um Kinder geht, die Furchtbares erleben müssen. Beide Blätter sind eine Schande für den seriösen Journalismus.