26.05.2013 04:37 Merkliste 0

Gewerkschaft und VÖZ wollen doch wieder verhandeln

20.06.2012 | 15:45 |   (DiePresse.com)

Nach 31 Sitzungen in dreieinhalb Jahren waren am Montag die Verhandlungen vorerst gescheitert. Nun sollen sie unter Vorbehalt fortgesetzt werden.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Verleger und Gewerkschaft schieben einander weiterhin gegenseitig die Schuld am Abbruch der Journalisten-Kollektivvertragsverhandlungen zu. Zwei Tage nach dem vorläufigen Abbruch erklärten sich der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und die Gewerkschaft GPA-djp dazu bereit weiterzuverhandeln, allerdings nur auf Basis der erst in der Vorwoche paktierten Vereinbarungen. "Nach 3,5 Jahren Verhandlungen und davon allein ein Jahr zum vereinbarten Gehaltsschema werden wir das Gesamtpaket unter keinen Umständen mehr aufschnüren", schrieb VÖZ-Verhandlungsleiter Hermann Petz in einer Aussendung.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft GPA-djp, Wolfgang Katzian zeigte sich am Mittwoch in einer Aussendung zuversichtlich: "Verhandelt wird zwar ein Gesamtpaket, aber Ergebnisse sind auch bei den noch ausständigen Themen in Reichweite."

Durchschnittsgehalt von circa 72.000 Euro

Ein einseitiger Abbruch der Gespräche könne die Lösung auch nicht beschleunigen, wenn sich die Verhandlungen an sich schon schwierig gestalten, meinte Katzian. Er erinnerte die Arbeitgeber an ihre "große Verantwortung" insbesondere gegenüber freien Journalisten, Beschäftigten bei Online-Medien und gegenüber dem journalistischen Nachwuchs. Die Betroffenen würden sich "zu Recht" deutliche Verbesserungen erwarten. "Das seit Jahren vielerorts praktizierte Gehalts- und Sozialdumping der Verleger jetzt auch noch durch einen Abbruch dieser so wichtigen KV-Verhandlungen fortzuschreiben, ist mit Sicherheit die falsche Antwort auf brennende Fragen in einer Branche, die so großen Wert auf eine moderne Reputation legt", so Katzian.

Petz wies das Gehalts-und Sozialdumping zurück: "Bei einem Durchschnittsgehalt von circa 72.000 Euro der Tageszeitungsredakteure bei derzeit geltendem Kollektivvertrag von Lohn- und Sozialdumping zu sprechen, ist blanker Hohn und offenbart den mangelnden Realitätssinn der Gewerkschaftsfunktionäre."

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web