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Anwalt: "Breivik handelte wie ein zynischer Terrorist"

22.06.2012 | 15:53 |   (DiePresse.com)

Der Verteidiger des norwegischen Attentäters will, dass sein Mandant als zurechnungsfähig eingestuft wird. Er plädiert für eine "milde Strafe". Das Urteil soll am 24. August verkündet werden.

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Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik ist nach Überzeugung seiner Anwälte zurechnungsfähig. Er sollte daher entweder zu einer Haftstrafe verurteilt oder freigesprochen werden, sagte Breiviks Anwalt Geir Lippestad am Freitag in seinem Schlussplädoyer. Breivik hatte nach Angaben seines Anwalts bei den beiden Anschlägen am 22. Juli 2011 überlegt wie ein "zynischer Terrorist" gehandelt.

Der Attentäter sehe sich im "Krieg" mit islamischen Kräften, die Europa erobern wollten. Zur Bestimmung des Strafmaßes erklärte der Anwalt: "Wir plädieren für eine so milde Strafe wie möglich. Zeitlich begrenzte Haft ist milder als eine dauerhafte Zwangseinweisung."

Zum Tatmotiv erklärte der Verteidiger, Breivik habe vor elf Monaten nicht einfach so viele Menschen wie möglich töten wollen, sondern seine Opfer "gezielt politisch" ausgesucht. Im Gegensatz zur Verteidigung forderte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag, Breivik als nicht schuldfähig einzustufen und in eine psychiatrische Anstalt einzuweisen.

"Rechtsextreme Grundhaltung"

Bei den Attacken im Osloer Regierungsviertel und bei einem sozialdemokratischen Jugendlager auf der Insel Utöya hatte Breivik insgesamt 77 Menschen getötet. "Nicht die Gewalt ist Mutter seiner Taten, sondern seine rechtsextreme Grundhaltung", sagte Lippestad.

Breivik selbst wertete seine zwei Anschläge als "barbarisch", aber gerechtfertigt. In seiner Schlusserklärung vor dem Osloer Gericht beharrte er darauf, freigesprochen zu werden und zurechnungsfähig zu sein. "35 von 37 Leuten, die sich mit mir befasst haben, haben keine mentalen Störungen festgestellt."

Zum Auftakt von Breiviks Schlussrede verließen zahlreiche Zuhörer den Gerichtssaal aus Protest. Viele von ihnen gehörten zu den Überlebenden und Hinterbliebenen der Anschläge. Im Gegensatz zu den Schlussplädoyers erlaubte das Gericht keine TV-Übertragung von Breiviks Erklärung.

Richterin bricht in Tränen aus

Kurz vor Abschluss des Gerichtsverfahrens haben Überlebende ihr Vertrauen in die Entscheidung der Justiz ausgedrückt. Die Regierungsbeamtin Sissel Wilsgard, die Breiviks Autobombe am 22. Juli in der Nähe ihres Arbeitsplatzes im Osloer Regierungsviertel schwer verletzt überlebt hatte, sagte vor Gericht: "Wir sind jetzt am Ende eines Gerichtsverfahrens angelangt, in dem alle rechtlichen und demokratischen Prinzipien sowohl für den Angeklagten wie auch für uns eingehalten worden sind."

Laut Berichten norwegischer Medien aus dem Gerichtssaal brachen sowohl Wilsgard wie auch eine zuhörende Richterin während der Aussage in Tränen aus. Das Urteil soll am 24. August verkündet werden.

(Ag.)

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14 Kommentare
Gast: Nujaja
12.07.2012 21:48
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Norwegen als

Norwegen als der Öl rente Staat immer mischt sich überall mit seinen Monarchistisch Deep Ecology Ideologie.
Sie haben jede konflikt io Öl Regionen einmischen aus dem angst 4 tifen Preisen.

Gast: Blankensteiner Husar
22.06.2012 19:54
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Der einzelne ist macht- und wehrlos gegenüber dem brutalen Staatsapparat, der unseren Freiheits- und Wahrheitswillen um jeden Preis auslöschen will

Und deswegen hat er so pseudolegale quasijuristische Winkelzüge in seinen undurchschaubaren aber immer ungerechten Gesetzen, damit er sich alles zurechtbiegen kann.
Ich fühle mit den vom Staat geknechteten und vernichteten und in ihrer Wahrheit verstümmelten.

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Mir kommt es so rüber:

Zurechnungsfähig, und geichzeitig der Prototyp des bösen Menschen (der durch bewussten Abbruch aller Bindungen keine Korrektur oder Kritik seiner mörderischen Hirngespinste erfahren konnte). Er hat sich bewusst für Narzissmus entschieden, das war keine Krankheit.- Der norwegische Strafrahmen scheint mir zu gering, und die Bühne für den Übeltäter zu groß.

Gast: Zenzerlbeobachter
22.06.2012 16:15
0 0

Ein Likudnik, halt

UNd da kann die Presse schreiben, was sie will....

Gast: xxxx
22.06.2012 14:55
0 1

ein politischer Prozeß

sieht man schon am Strafmaß.

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Re: ein politischer Prozeß

darf man sie als Sympathisant bezeichnen?

Antworten Gast: Nachfragen
22.06.2012 16:41
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Re: ein politischer Prozess

Wie viel oder wie wenig darf oder muss es denn bei der Tötung 77 Menschen sein, damit der Prozess nicht in den Verdacht gerät, ein "politischer" zu sein.

Die norwegische Justiz hat die ziemlich unmenschliche Herausforderung, diesen Musterarier rechtsstaatlich zu behandeln, bislang mustergültig bewältigt.

Man kann ihm aber natürlich auch ein Denkmal aufstellen wollen, im Wolkenkuckucksheim irgendwelcher Extremismen...

Re: ein politischer Prozeß

Keine Sorge. Morgen wird´s kühler. Nur bitte Vorsicht am Sonntag.

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Wenn man diesen Typen im Gerichtssaal verschmitzt Lächeln sieht,...

...dann kann man nur erahnen wie sich die Eltern der ermordeten Kinder fühlen müssen. Nichtsdestotrotz stellt ein fairer Prozess gegenüber solchen Tätern unsere aufgeklärte westliche Gesellschaftsform dar und ist deshalb unumgänglich.

Gast: alte weinstrasse
22.06.2012 13:58
0 3

... ein einziger wahnsinn ...

die sollen den verteidiger gleich 'miteinkasteln' ... das dieser täter (muss man ja vorsichtig sein), so eine plattform bekommt ist mir unerklärlich ... zum glück gibts da keine unschuldsvermutung (ab in die psychiatrie ... einzelzimmer), jeztz kann er 'manifestieren'; den ganzen tag lang ... schlimm

Anschläge

Leider werde ich das Gefühl nicht los, dass auf diesen Anschlag noch weitere folgen werden...

Antworten Gast: Truismus
22.06.2012 16:35
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Re: Anschläge

Ja, wenn man sich so manche Stellungnahme in Onlineforen wie diesem anschaut, bedarf es für solche Prophetie auch keiner übersinnlichen Begabung.

Gast: Observer2
22.06.2012 10:29
5 1

Typisch!

Das ist wieder typisch für unsere westlich verweichlichte Welt. Wenn jemand aus fanatischen Gründen Morde begeht, dann muss er "verrückt" sein, weil ein "normaler" Mensch würde das ja nicht tun, oder?

Somit sind auch alle Islamisten verrückt, die sich und andere in die Luft sprengen! Wieso plädiert bei diesen niemand auf Unzurechnungsfähigkeit?

Statt zu versuchen das tieferliegende Problem zu verdrängen, sollte sich unsere Gesellschaft lieber der Diskussion stellen, ohne Tabus!!!

Re: Typisch!

Nun, ich denke nicht, dass jemand, der 77 Menschen tötet, das "normalerweise" tut. Also ist das "abnorm(al)". Was wiederum landläufig als "verrückt" bezeichnet wird. Kann aber jeder sehen, wie er will. Dafür gibt´s ja Gutachter.

Fast schon tiefschwarz allerdings Ihr Hinweis auf jemanden, der sich in die Luft sprengt und noch ein Plädoyer benötigt.