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Verleger fordern 50 Millionen Euro Presseförderung

22.06.2012 | 18:35 |   (Die Presse)

Der Verlegerverband will fünfmal mehr Geld – und warnt vor einer Lockerung der Online-Beschränkungen für den ORF.

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Auf „Wirtschaftsblatt“-Chef Hans Gasser kommen in seiner Funktion als Präsident des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) im Herbst schwere Verhandlungen zu: Er will bei den Gesprächen um die Reform der Presseförderung gleich eine Verfünffachung auf 50 Millionen Euro fordern. Das kündigte Gasser sowohl bei der Generalversammlung der Verleger am Vormittag als auch beim traditionellen VÖZ-Heurigen in Grinzing an, bei dem er bei Vizekanzler Michael Spindelegger, den Klubobmännern Karlheinz Kopf (VP) und Josef Cap (SP) sowie den Generalsekretären Hannes Rauch (VP) und Laura Rudas (SP) Gehör suchte.

Gassers Argumentation: Die derzeit ausbezahlte Förderung für Printmedien in der Höhe von jährlich 10,8 Millionen Euro stehe in keinem Verhältnis zu dem, was der ORF bekomme (600 Millionen Euro Gebühreneinnahmen pro Jahr, die heuer um 20 Millionen erhöht wurden) bzw. zum Volumen der Regierungsinserate (120 Millionen), von denen vor allem die Boulevardmedien profitieren. Der VÖZ fordert daher: Von der neuen Presseförderung sollten kleine, regionale Medien ebenso etwas abbekommen wie die Marktführer, es sollten gedruckte und digitale Nachrichteninhalte unterstützt werden, und es sollte eine Qualitäts- sowie eine Journalismusförderung geben. Vom am 1.Juli in Kraft tretenden Medientransparenzgesetz, das regierungsnahe Unternehmen und Organisationen zur Offenlegung von Inseratenaufträgen und Medienkooperationen verpflichtet und kommende Woche im Ministerrat behandelt wird, erwartet sich Gasser, dass es „das Vertrauen in die Unabhängigkeit unserer Medien nachhaltig stärken“ kann.

 

Verleger wollen „Paketlösung“ für Online

Weiterhin ein Thema bleibt für den VÖZ die Frage, was der ORF online darf und was nicht. Er will verhindern, dass das Facbook-Verbot für den Öffentlich-Rechtlichen im Zuge der Novellierung des ORF-Gesetzes aufgeweicht wird. „Es darf zu keiner Lockerung kommen, welche die Schranken am Onlinemarkt für den ORF völlig niederreißt“, meint VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger. Er fordert eine „Paketlösung“ für den Onlinemarkt, an der auch die Verleger beteiligt sind.

Gasser wurde bei der Generalversammlung am Donnerstag als VÖZ-Präsident wiedergewählt. Oscar Bronner („Standard“), Max Dasch („Salzburger Nachrichten“) und Harald Knabl („Niederösterreichische Nachrichten“) wurden als Vizepräsidenten im Amt bestätigt. Neu in dieser Runde ist Eugen A. Russ („Vorarlberger Nachrichten“). i.w-

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.06.2012)

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5 Kommentare

Zahltag

Die Schmierfinken wollen jetzt üppig bezahlt werden damit sie uns alles brav uns systemkonform präsentieren.
10 Mio sind schon ein Wahnsinn, nicht einen Cent vom Steuergeld für die, dann noch mehr, abhängigen Lügner!

Die Zeitungen kontrollieren die Mächtigen zu wenig

Am Beispiel der FMA (Finanzmarktaufsicht) mit dem Versagen bei der BAWAG, bei der Hypo Alpe Adria, bei der ÖVAG .... und und und fragt man sich, warum die Aussagen der FMA so kritiklos hingenommen werden. So hat die FMA konkret nicht geprüft, ob bei der BAWAG die Interne Revision funktioniert - ähnlich bei der Hypo Alpe Adria. Und bei der ÖVAG weiß man, daß die Interne Revision der ÖVAG auch die Aufgaben der Internen Revision der 2009 zwangsverstaatlichten Kommunalkredit auszuüben gesetzlich verpflichtet gewesen wäre.
Also warum wird das Versagen der FMA durch die Medien nicht kritischer geprüft?

Das Einzige,

das der ORF nicht tun dürfen sollte, ist Zwangsgebühren kassieren.

Gast: Analyst
23.06.2012 08:04
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Ich wäre eher dafür, dass ...

... alle Inserate und Schaltungen der Regierung ersatzlos verboten werden, dass die Parteienförderung erhheblich eingeschränkt und die Presseförderung von Parteizeitungen eingestellt werden. Dadurch würde endlich wieder einmal ein Signal in Richtung Qualitätsjournalismus gegeben, der Hofberichterstattung dagegen eine Absage erteilt. Überdies sollte für Medien auch der Umsatz und die Auflage als Ausschlusskriterium gelten. Es kann und darf doch nicht sein, dass die Krone eine Förderung bekommt, aber auch die Furche darf als Sprachrohr einer sehr einseitigen Ideologie hier in Frage gestellt werden.

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Re: Ich wäre eher dafür, dass ...

Bravo!