Digitalradio DAB+

Neuer Anlauf: Mit einiger Verzögerung soll in Österreich Ende Mai das Digitalradio DAB+ mit Testprogrammen starten. Es wurde auch Zeit.

Wer mag schon Rauschen im Radio? Wenn es technische Verbesserungen gibt, sollten sie genutzt werden. So hat die Ultrakurzwelle die Kurz- (KW), Lang- (LW) und Mittelwelle (MW) im Wesentlichen längst abgelöst. Bald, wahrscheinlich in nur zehn Jahren, wird auch UKW Geschichte sein. Im Internet gibt es bereits tausende Sender per Streaming – da ist man aber vom Netz abhängig. Eine praktikable Alternative bietet DAB+. Diese Version des Digital Audio Broadcasting funktioniert in fast ganz Westeuropa seit Jahren, sie ist terrestrisch und hat beinahe CD-Qualität. Auch sind weit mehr Sendeplätze möglich als auf UKW.


Die neue Vielfalt dürfte ein Grund dafür gewesen sein, dass DAB+ in Österreich lang verzögert wurde. Unsere Platzhirsche haben offenbar kein Interesse an Konkurrenz. So sprang der ORF ab, der bereits bis 2008 an DAB-Versuchsbetrieben in Tirol und Wien teilgenommen hatte. Auch KroneHit zog zurück, kurz bevor die Pilotphase im April 2015 beginnen sollte. Nichtsdestotrotz soll nun ab 28. Mai ein Dutzend Programme im Großraum Wien auf Sendung gehen, darunter wohl alte Bekannte wie Radio Arabella, Radio Stephansdom, Antenne. Erforderlich sind für den Empfang eigene Geräte. Sie werden seit Jahren angeboten und können meist auch UKW empfangen – für die Übergangsphase, in der diese Welle ausläuft. Die Industrie wird es freuen. Und all jene, die sich dem Fortschritt nicht verschließen. Die MedienbehördeKommAustriarechnet mit einem Regelbetrieb ab 2018. Spätestens dann werden die Großen wohl auch dabei sein.

norbert.mayer@diepresse.com

diepresse.com/mediator

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.05.2015)

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