"Vermächtnis der Wanderhure": Jetzt auch mit Tartaren

Der ORF zeigt am Dienstagabend den dritte und letzten Teil der Mittelalter-Abenteuer mit Alexandra Neldel. Diesmal geht es um Kindsraub.

Vermaechtnis Wanderhure Jetzt auch
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Vermaechtnis Wanderhure Jetzt auch
Marie (Alexandra Neldel) und Michel (Bert Tischendorf) samt Sohnemann – (c) ORF (TV60/Jiri Hanzl)

"Ich bin Khan. Du sollst die schönste Blume in meinem Harem werden, wenn du mir gibst, was ich begehre" - Sätze wie dieser, ausgesprochen von einem rauen Gesellen mit Zottelhaaren, sind es, die die ehemalige "Wanderhure" (Alexandra Neldel) diesmal zu Tode erschrecken. Denn die mittelalterliche Kämpfernatur, nunmehr als sittsame Ritterfrau Marie auf Burg Hohenstein beheimatet und mit ihrem zweiten Kind schwanger, ist unter die Tataren geraten. Mitten im Krieg zum Feind entführt von Rivalin Hulda von Hettenheim (Julie Engelbrecht), die Maries Babysohn rauben will, um König Sigismund (Götz Otto) zu heiraten und den Erben gleich mitzubringen. Für die Fans üppiger Historienschinken wird es wieder ein Event. Der dritte Teil der Iny-Lorenz-Bestsellerverfilmungen, "Das Vermächtnis der Wanderhure" am Dienstag um 20.15 Uhr auf ORF eins und Sat.1 lockt mit allen genre-typischen Qualitäten - und setzt noch einen drauf.

Denn es gibt nicht nur schöne Frauen und Männer von der sehr alten Schule, Leidenschaft, Sex und Intrigen, Verrat und wahre Liebe, Kampfspektakel und alte Burgen, dunklen Wald und weite Heide. Das Ganze ist noch angereichert mit dem Reiz der Exotik: einem Lager wild aussehender Tataren in malerischen Kostümen, einer stolzen schwarzen Haremsdame (Florence Kasumba), einem edlen mongolischen Verbündeten (Ill-Young Kim).

Nach drei Verfilmungen ist Schluss

Unter dem Pseudonym Iny Lorenz hat das Münchner Ehepaar Iny Klocke (63) und Elmar Wohlrath (60) zwischen 2004 und 2012 insgesamt fünf "Wanderhuren"-Bände geschrieben - und gut vier Millionen Exemplare verkauft.

Trotz der Mega-Erfolge will Sat.1 es bei einer Trilogie belassen, wie Produzent Andreas Bareiss der Nachrichtenagentur dpa in Hamburg erklärte: "Die Geschichte ist für uns eigentlich auserzählt. Außerdem ist Marie in den späteren Romanen zu alt, sie gibt das Zepter an ihre Tochter ab. Das würde Probleme bei der Verfilmung bedeuten", sagte Bareiss, der das Werk mit TV60 Film in Kooperation mit dem ORF für Sat.1 aufwendig herstellen ließ. Die Dreharbeiten mit mehr als 1000 Statisten fanden vor allem in Tschechien statt. Aus Termingründen führte nicht mehr Hansjörg Thurn Regie, sondern Thomas Nennstiel.

Auf dem Bildschirm ist nun zu erleben, wie eine überirdisch tapfere Frühemanzipierte in der bewährten Verkörperung durch Neldel zu Beginn des 15. Jahrhunderts im Donauraum um ihr Baby und ihren Ritter-Ehemann (Bert Tischendorf) kämpft und den Sturm der "Goldenen Horde" des Groß-Khans verhindern will. Dabei erlauben ihr ihre weibliche Intuition, ihre Erfahrungen als Wanderhure und ihr inniger Glaube an Gott und die Menschen, tief in die fremde Kultur einzutauchen.

"Das Vermächtnis der Wanderhure" zeigt, dass Versöhnung und Freundschaft möglich sind auch mit Völkern, die zunächst fremd und bedrohlich erscheinen. Das klingt fast nach Bildungsauftrag.

(Ulrike Cordes/dpa/Red.)

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