Gleichstand im Analysemarathon

21.01.2013 | 18:15 |  ANNA-MARIA WALLNER (Die Presse)

Den Volksbefragungsabend begann ATV mit großem Vorsprung. Der ORF holte erst nach und nach auf.

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Die Twittergemeinde war besonders schnell mit ihrem Urteil. Schon nach wenigen Metern im Wettkampf zwischen ORF und ATV um den ersten Platz in der Berichterstattung zur Volksbefragung kamen aus der digitalen Zuschauerbank die ersten Prognosen, wer das Rennen gewinnen würde.

Doch Sieger stehen erst am Ende fest – wie ging der TV-Analysemarathon nun aus? Den fulminanteren Start legte jedenfalls ATV hin – nicht nur, weil Hauptmoderator Meinrad Knapp zehn Minuten vor dem ORF auf Sendung ging. Das in der Hofburg eng beisammen stehende Trio – Knapp und die Experten Peter Hajek und Thomas Hofer – wirkte dynamischer und lockerer als die etwas stockende Doppelconférence zwischen Tarek Leitner und Marie-Claire Zimmermann.

Während der ORF mehr (Vorarlberg) oder weniger (Tulln!) spannende Berichte aus fast allen Bundesländern abspielte, diskutierten auf ATV bereits 20 Minuten nach der ersten Hochrechnung die sechs Klubobleute der Parteien und später eine Journalistenrunde. Doch der ORF holte mit exakteren Grafiken und Interviewpartnern wie Michael Häupl auf, die er zuerst hatte. Gleich zweimal zu Wort kam Norbert Darabos: Bei Armin Wolf in der „ZiB2 Spezial“ wirkte er viel gefasster als kurz nach 17 Uhr. Vielleicht lag es an der aufmunternden SMS seines Sohnes, von der er erzählte. Spät, aber doch durften die Klubobleute auch im ORF-„Zentrum“ ans Wort. Ingrid Thurnher schlug sich wacker; sie konnte nichts dafür, dass manche Gäste – wie SPÖ-Klubobmann Josef Cap – teils wörtlich dasselbe sagten wie auf ATV.

Fazit des Rennens: unentschieden. Der ORF machte mit seiner fast doppelt so langen Sendezeit (5,6 zu drei Stunden bei ATV) öffentlich-rechtliche Fleißaufgaben. Mit der korrekten Bezeichnung haperte es allerdings in beiden Redaktionen: „Wahl '13“ hieß der Abend im ORF, „Meine Wahl“ bei ATV. Dabei war es gar nicht um eine solche gegangen.

 

E-Mail: anna-maria.wallner@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.01.2013)

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