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"Die Patin" (ORF1): Hausfrauendrama, als Thriller getarnt

15.12.2008 | 15:09 |  PETER HUBER (DiePresse.com)

Veronica Ferres versucht als Katherina Almeda ihre Familie zusammenzuhalten. BND, BKA und Russenmafia machen ihr dabei das Leben schwer. Glaubwürdig ist das nicht, unterhaltsam nur bedingt.

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ORF und RTL schicken Veronica Ferres im Dreiteiler "Die Patin" als Katharina Almeda auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Einziges Problem: Das TV-Event funktioniert genau auf dieser Ebene nicht. "Die Patin" nimmt den Zuseher nicht auf eine emotionale Reise mit. Aus Teil eins ist noch nicht ersichtlich, warum Katharina Almeda zur "Patin" wird, die die Geschicke der Familie in die Hand nimmt.

Ferres bleibt immer nur Ferres

Gleich zu Beginn wird Ehemann Max ausgerechnet beim Geburtstagsfest der kleinen Tochter von Steuerfahndern verhaftet. Für Katharina bricht eine Welt zusammen, als sie erfährt, dass ihr Mann in Drogen- und Waffengeschäfte verwickelt sein soll. Katharina reagiert auf die Ereignisse mit einer unglaublichen Unbeteiligtkeit. Totalaufnahmen von Ferres sind zwar handwerklich schön inszeniert, vermögen aber nicht zu vermitteln, was in der Hauptdarstellerin vorgeht.

Der Regisseur plante mit der Rolle der Katharina Almeda wohl eine Mischung aus Geena Davis in "Tödliche Weihnachten" und Catherina Zeta-Jones in "Traffic". Daraus geworden ist eine Veronica Ferres, die zwar solide spielt, aber - zumindest in Teil eins - immer nur Veronica Ferres bleibt. Die acht Mio. Euro, die der Dreiteiler gekostet haben soll, sieht man der Produktion nur teilweise an. Die Action-Szenen entsprechen maximal TV-Standards, sind aber in keiner Weise mehr als 08/15-Ware. Rückblenden werden inflationär und nicht immer passend eingesetzt.

Fritz Karl als Quoten-Österreicher

Axel Prahl, bekannt als der liebenswerte und tolpatschige Tatort-Kommissar Frank Thiel, spielt den BKA-Ermittler überzeugend. Mit verwegenem Bart und Pilotenbrille setzt er die stärksten Akzente des TV-Films. Fritz Karl ist der Quoten-Österreicher in dem ambitionierten TV-Film. Karl bringt als ehemaliger Studienkollege von Max mit seinem österreichischen Akzent ein wenig Exotik ins ziemlich humorfreie Spiel. Sein Charakter dient aber vor allem dazu, das Klischee des gemütlichen Österreichers weiter zu fördern.

Dann ist da auch noch die "zweite" Frau Almeda (Delphine Chanéac), die in Aktion tritt, um Max zu schützen. Sie geht über Leichen. Auch hier wird allzu offensichtlich das Klischee der eiskalten Killerin bedient. Stilvoll inszeniert, tötet sie - ohne mit der Wimper zu zucken. Ihre Motive bleiben aber unklar.

Hausfrauendrama statt Agententhriller

Das Hauptproblem: "Die Patin" will sich als Agententhriller auf internationalem Niveau präsentieren. Die Zutaten sind reichlich vorhanden: BKA, BND, Russenmafia und eine mysteriöse, eiskalte Killerin bevölkern die neue Welt der Katharina Almeda. Mit fortschreitender Handlung entpuppt sich das globale Setting mit Schauplätzen in Frankreich, Moskau und Deutschland aber ein wenig als Mogelpackung. Das Etikett "Hausfrauendrama" macht sich nun mal nicht so gut. Die Hoffnung bleibt, das in Teil zwei und drei mehr Fahrt aufgenommen wird.

Offen bleibt nach Teil eins vor allem eine Frage - und die birgt durchaus Spannung: Wie soll sich Veronica Ferres, die perfekte Hausfrau und Mutter in die mächtige, fädenziehende Patin verwandeln - und das glaubhaft?

"Die Patin" läuft am 14., 15. und 17. Dezember jeweils um 20.15 Uhr auf ORF1 und RTL.

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11 Kommentare
Gast: Sabine Müller
18.12.2008 21:07
0 0

Andere Meinung!

Ich bin da ganz anderer Meinung!
Mich hat dieser Thriller von der ersten bis zur letzten Minute "gepackt". Selten saß ich so gebannt vor dem Fernseher bei einem Dreiteiler. Man durfte sich durch nichts anderes ablenken lassen, um wirklich jedes Detail mitzubekommen.
Viele Grüsse
Sabine Müller

PS: Ich bin KEINE Hausfrau!

Gast: Kapp
18.12.2008 15:03
0 0

Goldkette, Goldkette, Goldkette

Mich interessiert übrigens die Goldkette nicht.

Gast: Gast0815
18.12.2008 11:48
0 0

Langweilig ist gar kein Ausdruck

Fand den Film auch recht langweilig, hab stattdessen zu einem Buch gegriffen, während meine Freundin sich den Film fertig angesehen hat. Was ich nebenbei mitbekommen habe, war, dass anscheinend die Ideen aus verschiedensten Filmen zusammengeschnipselt waren, wonach der Film dann auch ausgesehen hat. Natürlich muss der Sohn gekidnapped werden, natürlich müssen die Polizisten und der Staatsanwalt korrupt sein, natürlich ist im Laster nicht die Ware - alles recht durchschaubar, ich konnte meiner Freundin nebenbei zumeist sagen, was jetzt passieren wird ...

Gast: kritiker
18.12.2008 10:54
0 0

marlon brando hätte sich im grab umgedreht

der als event ankeündigte thriller war eher ein unrealistischer lacher....
dass sich gute schauspieler für so was hergeben???

Gast: BARBARA
18.12.2008 08:36
0 0

Globalisierte Mafia - Live Krimi

Also ganz entgegen dem '08/15' Beitrags des Hr.Huber
hat mich der Film emotional gefesselt. Endlich wurde
mal wieder aufgedeckt, wie das politische mit Mafiamethoden durchzogene EU-System arbeitet.
Frau Ferres hat in ihrer Rolle glänzend überzeugt!

Mit einem hochkarätigen Ensemble: Neben Ferres, Prahl und Willems glänzt insbesondere der schwedische Schauspieler Mikael Persbrandt als russischer Mafia-Boss

Huber will österreichisches Klischee bedienen? Hier
zeigt sich mal wieder, wie Journalismus ins Meinungsbild
eingreifen will. Dabei soll mal wegschaun, und das
"gemütliche" Wien als Treffpunkt für diverse Ost-Mafia
Stukturen einfach mit einem Praterbummel vergleichen.

Am Ende stehen Macht und Eitelkeit des Max Alemdas - ein Spiegel unserer Gesellschaft.

Die Verkaufszahlen der aktuellen DVD zum Film
werden für sich selbst sprechen und der Online-Plattform würde es gut zu Gesicht stehen, qualifiziertere Schreiberlinge auf die Leser loszulassen.

Antworten Gast: kapp
18.12.2008 15:02
0 0

Re: Globalisierte Mafia - Live Krimi

Na, wenn sie meinen! :) Ich empfehle Ihnen, sich mit gelungenen Thrillern vertraut zu machen. Oder mit Filmen generell? Ob die Verkaufszahlen für sich sprechen (werden!), ist mir z.B. vöööööllig egal. Nichts sagt dies über Qualität aus.

Antworten Gast: solaris
18.12.2008 09:31
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Re: Globalisierte Mafia - Live Krimi

Mikael Persbrandt wird uns im Dezember noch
weiter beglücken!
ab 25. Dezember 2008!
Die 8 teilige (á 45 Minuten) schwedische Miniserie "Medizinmannen" von 2005 wird bei uns als Vierteiler
(á 90 Minuten) unter dem Titel "Codename: Medizinmann" ausgestrahlt.
25. Dezember 2008 | 23.45 Uhr | ARD | "Codename: Medizinmann" - Teil 1
26. Dezember 2008 | 23.15 Uhr | ARD | "Codename: Medizinmann" - Teil 2
27. Dezember 2008 | 22.55 Uhr | ARD | "Codename: Medizinmann" - Teil 3
28. Dezember 2008 | 23.25 Uhr | ARD | "Codename: Medizinmann" - Teil 4

Und noch mehr gibt es am:
28. Dezember 2008 | 22.00 Uhr | ZDF | "Åsa Larsson: Sonnensturm"

Gast: kerstin
17.12.2008 10:59
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Goldkette

Guten Tag, interessiere mich auch für die Goldkette. Würde gern wissen, wo man Sie erwerben kann. Würde mich freuen, wenn der Hersteller veröffentlicht wird.

Antworten Gast: flughund
17.12.2008 18:50
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Re: Goldkette

mal abgesehen von der goldkette, ist dieser 3 teiler ein absolut gelungenes werk und keineswegs wie hier beschrieben ein hausfrauendrama. produktion und schnitt dieses filmes sind top, die spannung hochkarätig. ab morgen donnerstag 17.dezember ist übrigens auch die DVD im handel erhältlich! ich kann sie nur jedem empfehlen, der die einzelnen teile nicht im TV sehen konnte! TOP FILM, TOP SPANNUNG! Die Kritik der Presse ist für mich lächerlich, offenbar durfte der Verfasser dieser keine minute des filmes gesehen haben. schade, liebe Presse!

dobi
16.12.2008 08:54
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Finde die Ferres super

Ich hätte gerne gewußt welche Goldkette die Ferres bei die Patin trägt?

Antworten Gast: Ute
16.12.2008 23:22
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Re: Finde die Ferres super

Hallo, woher die Goldkette ist, wüsste ich auch gerne. Wenn du was herausfindest, würdest du mir Bescheid sagen? Herzlichen Dank und schöne Weihnachtszeit. Antwort bitte an: ute.born@hispeed.ch Ich würde mich auch bei dir melden, wenn ich etwas herausfinde, ok?