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Nora Waldstätten: "Bin am Bodensee sehr gut aufgehoben"

Der ORF zeigt Teil vier und fünf von "Die Toten vom Bodensee". Nora Waldstätten spielt Ermittlerin Hannah Zeiler: unterkühlt und unsicher.

Die Toten vom Bodensee - Abgrundtief
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Die Toten vom Bodensee - Abgrundtief
Matthias Koeberlin und Nora Waldstätten in "Die Braut" – Petro Domenigg

"Du wirst als unglücklicher Mann sterben!" So etwas hört man nicht gern – schon gar nicht am Tag der Hochzeit des eigenen Sohnes, und dann auch noch von einem, der so gar nicht zu dieser schicken Party passt. Wer der Mann ist, der vom reichen Fischhändler (Harald Krassnitzer gibt den Unsympathler) mit einem barschen "Hau ab!" begrüßt wird, soll sich erst kurz vor Ende von "Die Braut" klären, dem vierten Teiles der ORF-Krimireihe "Die Toten vom Bodensee" (9. 3., 20.15 Uhr, ORF eins). Dass hier etwas nicht stimmt, steht hingegen von Anfang an fest. Denn kaum waren Christian (Franz Hartwig) und Maja getraut, wird die Braut entführt und kommt nicht wieder. Der Bräutigam findet seine Angetraute tot an einem Baum sitzend. Genickbruch.

Für die Mordermittlungen zuständig sind Hannah Zeiler (Nora Waldstätten) und Michael Oberländer (Matthias Koeberlin). Man merkt den beiden an, dass zunächst nicht sicher war, ob aus "Die Toten vom Bodensee" eine Reihe werden könnte. "Ich finde es großartig, dass wir mit dem Format in Reihe gegangen sind", sagt Nora Waldstätten zur "Presse". "Das war ja beim ersten Film noch nicht abzusehen. Es ist sehr spannend, eine Figur über so eine lange Zeit spielen und auch kreieren zu dürfen - gerade weil Hannah am Anfang sehr verschlossen ist." Waldstätten gibt sie als unterkühlte Einzelkämpferin, die an einem nicht verarbeiteten Trauma laboriert: "Aufgrund dieses Unfalls, bei dem ihre Mutter verstorben und ihr Vater verschollen ist, ist ihr Grundvertrauen ins Leben verschwunden und zutiefst erschüttert worden. Sie hat sich nur noch auf sich selbst verlassen und auf die Logik."

Mit dem Kollegen Oberländer hat sie einen überforderten Familienmenschen an der Seite, der sich von Frau und Job gleichermaßen unter Druck gesetzt fühlt. Doch so unterschiedlich sie auch sind: Die beiden wachsen langsam zusammen - auch wenn sie einander necken wie ein ungleiches Geschwisterpaar. "Es ist sehr interessant, jetzt in den letzten Fällen zu merken, wie Zeiler mehr und mehr aufmacht - auch weil Oberländer ein sehr konträres Wesen hat, aber sie so respektiert und sein lässt wie sie ist. Das gibt ihr wieder ein Vertrauen ins Leben. Ich finde es sehr schön, dass immer mehr durchscheint, wer sie eigentlich ist. Das ist spannend zu spielen." Vor allem ist Zeiler eine Frau, hinter deren harter Schale sich ein weicher, verletzlicher Kern verbirgt. "Wir sind hier am Bodensee", schimpft Oberländer, als sie wieder einmal von einem Backflash an den Segelunfall übermannt wird: "Sie können nicht jedes Mal in Schockstarre verfallen, wenn Sie aufs Wasser schauen." Ja, die beiden sind per Sie.

Auch wenn sich's noch ein bisschen spießt: Als Team lösen die beiden diesen vierten und auch den fünften Fall. Nach dem Tod der Braut gibt es in "Abgrundtief" (16. 3., 20.15 Uhr, ORF eins) den Mord an einer jungen Frau zu klären, die an Trisomie 21 (Down-Syndrom) gelitten hatte. Beide Fälle gehen unter die Haut. "Ich bin jemand, der sich bei Krimis gruselt und fürchtet. Horrorfilme kann ich mir erst recht überhaupt nicht anschauen", sagt Waldstätten. "Aber beim Drehen sieht man ja, wie etwas hergestellt wird und dass es quasi nur Ketchup ist. Wenn ich dann den fertigen Film sehe, geht es mir aber auch so, dass ich mir denke: Uh, düster!" Ob sie gerne einmal mit Adele Neuhauser tauschen und so wie der Set-Kollege Krassnitzer in einem "Tatort" ermitteln? "Ich finde, ich bin da am Bodensee sehr gut aufgehoben." Und schließlich hat Hannah Zeiler noch einiges Potenzial, um sich zu entwickeln. Einer ersten psychologischen Prüfung stellt sie sich am Ende von "Die Braut": Wird sie sich auf das Segelboot trauen?

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