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Niko Pelinka rettet den ORF

02.12.2011 | 18:53 |  OLIVER PINK (Die Presse)

„Wir Staatskünstler“ (ORF 1): Wer will heutzutage noch Westenthaler-Witze hören?

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Das Beste kam zum Schluss. Nicolas Ofczarek als Nikolaus Pelinka, das war wirklich gelungen. Die Abmoderation vor dem Abspann auch. Aber das war's dann.

Scherze über Walter Meischberger sind mittlerweile schon ziemlich öd und abgestanden. „Was war mei Leistung?“ im Tiroler Dialekt kann eigentlich keiner mehr hören. Wiewohl man verstehen kann, dass die drei Herren von der neuen donnerstägigen ORF-Satire-Show wegen des großen Erfolges im Audimax weiterhin auf das Humor-Subgenre „Vorlesung aus Einvernahmeprotokollen“ setzen.

Noch abgestandener sind Witzchen über den BZÖ-Hinterbänkler Peter Westenthaler. Jüngere Zuseher werden sich möglicherweise gefragt haben: Wer bitte ist das eigentlich? Und ziemlich mühsam wird es bekanntlich, wenn man Witze erklären muss – wie im Fall des Birnbacher-Sketches.

Wobei Thomas Maurer mit seinen trocken-lakonischen Einwürfen zwischendurch das Programm immer wieder vor dem Abgleiten in die übliche „Alles Gauner und Trotteln, diese Politiker, vor allem die von der FPÖ“-Attitüde bewahrt. Am anderen Ende der Skala rangiert dann der allseits überschätzte Robert Palfrader, der stets etwas zu gezwungen lustig zu sein versucht. Florian Scheuba liegt irgendwo in der Mitte.

Politisches Kabarett mit zu vielen (oder ausschließlich) Politikern im Programm geht selten gut, das macht der „Villacher Fasching“ auf niedrigerem Niveau auch.

„Wir Staatskünstler“ hätte amüsant sein können – wenn man es in den Achtzigern gemacht hätte. So aber bleiben „Die 4 da“ das letzte originelle, geistreiche und auch wirklich lustige Format aus der ORF-Humorabteilung. Maurer und Scheuba können immerhin für sich in Anspruch nehmen, dort dabei gewesen zu sein.

 

oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.12.2011)

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