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Nazi-Tattoo: Youn statt Nikitin "Holländer" in Bayreuth

22.07.2012 | 14:24 |   (DiePresse.com)

Wegen eines Eklats um ein Hakenkreuz-Tattoo des russischen Sängers Nikitin wurde die Hauptrolle zur Eröffnung der Festspiele neu besetzt.

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Nach dem Eklat um den russischen Sänger Evgeny Nikitin und sein Nazi-Tattoo wird der südkoreanische Bassbariton Samuel Youn bei den Bayreuther Festspielen kurzfristig die Titelpartie in der Oper "Der Fliegende Holländer" übernehmen. Die Festspiele bestätigten am Sonntag einen Bericht der Onlineausgabe des "Nordbayerischen Kurier". Mit der "Holländer"-Neuinszenierung werden die Festspiele am Mittwoch (25. Juli) eröffnet.

Auf der Besetzungsliste der Festspielseite im Internet ist Youn schon als Holländer geführt. Das Ensemblemitglieder der Oper Köln war am Samstag bereits bei der Generalprobe eingesprungen. In Bayreuth sang er in den vergangenen Jahren meist kleinere Rollen. Nikitin hatte die Partie des Holländers am Samstag zurückgegeben, nachdem bekanntwurde, dass er sich als junger Mann Tätowierungen mit nationalsozialistischer Symbolik hatte stechen lassen.

Karriere-Höhepunkt abgeblasen

Dabei hätte Nikitins Auftritt in Bayreuth ein Höhepunkt seiner Karriere werden sollen. In der Klassik-Szene galt Nikitin, der auch schon bei den Salzburger Festspielen reüssiert hatte, zwar als Ausnahmeerscheinung, weil er damit kokettierte, früher einmal in einer Heavy-Metal-Band als Schlagzeuger gespielt zu haben. Gefährlich wurden ihm die Relikte aus der Vergangenheit auf der Haut aber erst in Bayreuth.

Denn wer im Festspielhaus auf der Bühne steht, betritt geschichtsträchtigen Boden, der einst tiefbraun durchtränkt war. Adolf Hitler ging beim Wagner-Clan im Haus Wahnfried ein und aus. Auf dem Festspielhügel wehten Hakenkreuz-Fahnen. Jeden Anschein, man sei sich dieser Geschichte nicht bewusst, wollen die Festspiele vermeiden.

Metal-Drummer mit kahlem Kopf

Man verpflichte eine Stimme, so Festspielsprecher Peter Emmerich. Was jemand auf der Haut trage, sei eigentlich nebensächlich. Dennoch hatten Filmaufnahmen, die Nikitin am Schlagzeug einer Metal-Band mit kahlrasiertem Kopf und verräterischem Tattoo oberhalb der Brust zeigen, Festspielleitung und Regisseur aufgeschreckt. Das ZDF hatte sie am Freitagabend in einem Beitrag über Nikitin ausgestrahlt. "Es gehörte einfach zu unserer Underground-Kultur", hatte der Sänger über seine Tattoos gesagt. Sie schienen ihm nicht mehr wichtig zu sein, sondern fast peinlich.

Am Samstag hatten sich die Verantwortlichen dann mit dem Sänger aus Russland getroffen. Anschließend veröffentlichte Nikitin eine Erklärung, mit der er seine Auftritte in Bayreuth absagte. Damit blieb ihm wohl der Rauswurf erspart.

(APA/dpa)

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6 Kommentare
Gast: Fleming
23.07.2012 13:38
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die Macht der Symbole

beim Hakenkreuz scheint die Sache ja wohl klar, aber wenn man bedenkt, womit sich viele Mitmenschen da so schmücken, lässt das auf pure Dekadenz schliessen, Provokation ist es in den meisten Fällen wohl kaum. Das betrifft nicht nur Tatoos, auch Schmuck hat oft nicht nur dekorativen Charakter , und so mache(r) Träger(in) macht sich unbewusst zur Projektionsfläche von Symbolen, die in ihrem historischen Zusammenhang nichts an Brutalität oder Menschenverachtung zu wünschen übrig lassen.

Bayreuth selber ist ja auch nur mehr Dekor, ohne substanziellen künstlerischen Wert, man kann es demnach ersatzlos zusperren. Wenn ein Tatoo auf der Haut eines Künstlers dort für Verwirrung sorgt, dann ist es noch nicht zu spät dafür.
Und was machen wir dann mit Salzburg??

Gast: Norn
23.07.2012 08:54
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Jugendlicher Übermut entschuldigt nicht alles

aber hier wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet - ein kritischer Blick auf die Geschichte Bayreuths, auf den Antisemitismus in Wagners Schriften und musikalischen Werken sollte niemals vergessen werden - aber es stellt sich schon die Frage, wo das passieren soll und muss.

Und wieder mal...

Der Tugendterror fordert seinen vorauseilenden Gehorsam.

Gast: Unit 731
22.07.2012 17:16
3 1

Lächerlich

Er hat es ja überstechen lassen. Somit kann man ja wohl annehmen, dass er dieser Gesinnung den Rücken gekehrt hat. So einer ist mir beim A..... lieber als die ganzen dreckigen Heuchler beim G'sicht.

fair...


wer die generalprobe singt bekommt auch die premiere!

interessant die beiden "chefinnen" kamen bisher nicht vor, das pressebüro war ausreichend.


Lächerliches Theater....

!