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Bayreuth: Bachler wirft Wagner Verlogenheit vor

23.07.2012 | 14:05 |   (DiePresse.com)

Intendant Bachler kritisiert den schwierigen Umgang der Familie Wagner mit der nationalsozialistischen Vergangenheit der Bayreuther Festspiele und wirft ihnen im Fall des Nikitin-Rauswurfs Verlogenheit vor.

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Nach dem Rückzug des russischen Sängers Evgeny Nikitin bei den Bayreuther Festspielen wegen Nazi-Tattoos hat der Münchner Staatsopernintendant Nikolaus Bachler den Wagner-Schwestern Verlogenheit vorgeworfen. "Ich sehe in der Causa Nikitin zunächst mehr ein Problem Bayreuths und der Wagner-Familie als eines des Sängers", sagte Bachler am Montag. "Dass die Torheit eines 16-jährigen Rocksängers, der diese längst bereut und versucht hat ungeschehen zu machen, ausgerechnet nun von der Wagner-Familie geahndet wird, finde ich verlogen."

Hakenkreuz auf der Brust

Der 38-jährige Nikitin hatte am Samstag - vier Tage vor der Eröffnungspremiere - auf Druck der Festspielleitung die Titelrolle in der Oper "Der Fliegende Holländer" zurückgegeben. Zuvor war bekanntgeworden, dass er sich in seiner Jugend Tätowierungen mit nationalsozialistischen Zeichen, u.a. einem Hakenkreuz, auf den Oberkörper stechen ließ.

Vergangenheit immer noch gegenwärtig

Bachler warf Katharina Wagner und deren Halbschwester Eva Wagner-Pasquier vor, sie zeigten mit dem Finger auf jemanden anderen, "weil man mit der eigenen Geschichte ein Problem hat". Nikitin habe den Vorfall nicht nur bedauert, sondern auch Reue gezeigt. "Eine Reue, die ich von der Familie Wagner in den letzten 50 Jahren nie vernommen habe", sagte Bachler. "Das Ganze ist eine zutiefst unschöne Geschichte und zeigt, wie die Vergangenheit immer noch gegenwärtig ist." Bachler, an dessen Münchner Staatsoper der Bassbariton Nikitin bereits auftrat, spielte damit auf den schwierigen Umgang der Familie Wagner mit der nationalsozialistischen Vergangenheit der Bayreuther Festspiele an.

Wagner-Schwestern wollen bis 2015 bleiben

Katharina Wagner setzt einstweilen zusammen mit ihrer Halbschwester Eva Wagner-Pasquier auf eine Verlängerung ihrer Verträge bei den Bayreuther Festspielen über 2015 hinaus. "Die richtige Wirkung der Arbeit meiner Schwester und von mir kann man erst ab 2016 erkennen, das muss man ganz klar sagen", betonte Katharina Wagner am Sonntag im Deutschlandradio Kultur. 2015 inszeniert sie auf dem Grünen Hügel die Oper "Tristan und Isolde".

(APA/dpa/sh.)

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10 Kommentare
Gast: Hans Elinghausen
25.07.2012 09:51
2 0

Bachlers Ablenkungsmanöver

Vorsicht Herr Bachler. Sie sollten ihre Worte mit mehr Bedacht wählen, da Sie sonst schnell in Erklärungsnot geraten.

Die letztjährig eröffntete Dauerausstellung direkt am Fusse des Bayreuther Festspielhauses "Bayreuther Festspiele und die Juden 1876 bis 1945" sind ein deutliches Zeichen der neuen Festspielleitung mit dem Thema offen umgehen zu wollen. Ein starkes Zeichen das leider zu wenige Häuser setzen. In München konnte ich zumindest nichts Vergleichbares finden.

Überprüfen Sie bitte erst ihre eigene Lobhudelei auf der Webseite ihres Hauses über den Goebbels Freund Clemens Krauss, der GMD an der Staatsoper München war. Dann können Sie helfen den Dreck vor femden Türen zu kehren.

Dann können Sie uns gerne auch genauer darlegen wie sich die "Reue" von Herrn Nikitin äussert. Jemand, der sich mit 16 Jahren ein riesiges Hakenkreuz stechen lässt, tut dies sicher nicht mehr aus der Motivation eines "abscheulichen Kindes". Ausserdem stellt sich noch die Frage, wann Herr Nikitin die anderen zweifelhaften Tätowierungen hat stechen lassen.

Gast: globetrotterneu
24.07.2012 12:42
0 4

"Bubendummheiten" ?

Sind die Wagners bei der FPÖ ?

Der Typ hat(te) ein riesiges Hakenkreuz auf der Brust und andere weitere rechtsextreme Symbole am Arm - und er wusste was das ist.

Auch in russischen Schulen wird über den Nazionalsozialismus gelehrt.

Im Gegensatz dazu

genügte bei einem J. Fischer, der am Boden liegende Menschen mit Füßen trat, Steine gegen die US Botschaft warf und in einer sehr bedenklichen WG wohnte der Satz: 'Ich habe mich eben geändert'. Ja, hat er.- Heute arbeitet er für internationale Konzerne und ist Kapitalist. Konsequenzen hatten seine 'Jugendsünden' (welche in recht fortgeschrittenem Alter passierten) für ihn nicht!

bacher, letzte woche gegen salzburg...



wo er wohl gerne wäre, heute gegen bayreuth, in wien gescheitert aber den spitzen mund immer offen!

Antworten Gast: assinger
26.07.2012 17:46
0 0

Re: bacher, letzte woche gegen salzburg...

Jaja der Herr Bachler ist eben ein richtiger Westentaschenheld!
In Wien war er solange angepasst, bis er es als Fehlbesetzung in die Burgdirektion geschafft hatte. Und nachdem er dann in München unterschrieben hatte - wurde er so richtig laut, und hat sich was getraut. Natürlich nur im Rahmen des allgem. Meinungsmainstreams! Heldenhaft ...

Gast: Sachs
24.07.2012 07:55
6 0

Aber beim Parsifal

dürfen im 2. Akt schon weiter die Hakenkreuz-Fahnen wehen, oder?

Entweder herrscht hier eine Falschheit zum Erbrechen oder es steckte eigentlich etwas ganz anderes hinter dem Rauswurf des Sängers und diese Geschichte war nur ein praktischer Vorwand ihn los zu werden.

Antworten Gast: Wolzogen
24.07.2012 16:34
0 0

Re: Aber beim Parsifal

Nikitin wäre offensichtlich der erste in einer Hauptrolle in Bayreuth auftretende Russe gewesen.
Möglicherweise wollte man Putin eins auswischen, denn die gelenkten, kontrollierten Systemmedien (einschließlich Z"D"F) müssen ihn (aus sattsam bekannten Gründen) mobben und Sand in die deutsch-russischen beziehungen streuen...

Bachler ...

.... der i. Wien grandios Gescheiterte sollte ein wenig Bescheidenheit zeigen.

Antworten Gast: porto5
24.07.2012 09:32
4 1

Re: Bachler ...

Dank Holender sitzt die Null jetzt in München und bläst sich auf.

Gast: Bülow
23.07.2012 14:42
6 0

Krank

Richard Wagner würde sich im Grab umdrehen.

Wie fragt Tamino: "So ist denn alles Heuchelei"?