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Evgeny Nikitin: Der fliehende Holländer

25.07.2012 | 13:10 |   (DiePresse.com)

Die 101. Bayreuther Festspiele wurden von einem Eklat und ihrer braunen Vergangenheit eingeholt. Der Sänger der Titelpartie musste gehen, jetzt meldet er sich zu Wort.

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In Bayreuth wird der rote Teppich ausgerollt: Zum Auftakt der Richard-Wagner-Festspiele am heutigen Mittwoch, 25. Juli hat sich Prominenz aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft angesagt - allen voran die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die als großer Fan von Wagner-Opern gilt. Die Neugierde auf die Premiere dürfte heuer besonders groß sein, gab es doch bereits Tage vor der Eröffnung einen handfesten Eklat: Evgeny Nikitin, als Sänger für die Titelpartie in der Oper "Der Fliegende Holländer" vorgesehen, sagte auf Druck der Festspielleitung seine Auftritte wegen eines angeblichen Nazi-Tattoos ab. Nun singt der Südkoreaner Samuel Youn.

Nazitum ist "verabscheuungswürdig"

Wie "3Sat" berichtet, hat der Bassbariton mittlerweile einen offenen Brief veröffentlicht, in dem er sich von den Vorwürfen distanziert: "Ich habe niemals im Leben irgendwelchen politischen Gruppierungen - weder linken noch rechten - angehört und gehöre keinen solchen an. Der Nationalsozialismus ist für mich in jeglichen seiner Erscheinungen zutiefst verabscheuungswürdig". Außerdem erklärt er, bei besagtem Tattoo - es wurde auf einem Videomitschnitt entdeckt, als er noch Drummer einer Hard Rock Band war - handele es sich nicht um ein Hakenkreuz, sondern um skandinavische Runen.

Braun durchtränkter Boden

Die Bayreuther Festspielleiterinnen haben ihrerseits jede Kritik an angeblichen Versäumnissen bei der Vergangenheitsbewältigung der Festspiele zurückgewiesen. "Historiker sind dabei, das aufzuarbeiten", sagte Katharina Wagner am Mittwoch wenige Stunden vor der Eröffnung der Richard-Wagner-Festspiele. Sie und ihre Halbschwester Eva Wagner-Pasquier hätten dafür alle ihnen zugänglichen Unterlagen zur Verfügung gestellt. Wer im Festspielhaus auf der Bühne steht, betritt geschichtsträchtigen Boden, der einst tiefbraun durchtränkt war. Adolf Hitler ging beim Wagner-Clan im Haus Wahnfried ein und aus. Auf dem Festspielhügel wehten Hakenkreuz-Fahnen.

200. Geburtstag des Festspielvaters

Außerdem sind in Bayreuth in diesem Jahr die Werke "Tristan und Isolde" (Christoph Marthaler/Peter Schneider) und "Parsifal" (Stefan Herheim/Philippe Jordan) zu sehen. 2012 ist das zweite "Ring"-freie Jahr hintereinander am Grünen Hügel, nachdem Tankred Dorsts Inszenierung 2010 auslief. Erst im kommenden Jahr wird der "Ring des Nibelungen" - zum 200. Geburtstag Richard Wagners - in der Regie von Frank Castorf wieder auf die Bühne kommen.

(Ag./sh.)

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9 Kommentare
Gast: Grunsky
27.07.2012 15:09
0 0

Frist

Vielleicht darf er nach sieben Jahren (unter einer anderen Festspielleitung) doch noch singen...

Die Meistersinger müßten nach den Regeln der political correctness überhaupt verboten werden!

Schließlich war der Wach auf Chor so etwas wie eine 2. Nationalhymne ......

.....vom Loblied auf das Deutschtum und die Deutschen Meister einmal ganz abgesehen!!!

Gast: Wolzogen
26.07.2012 09:33
3 0

Krank

Was man mit Nikitin gemacht hat, ist eine wirkliche Schande! Das wäre bei Wolfgang Wagner nicht passiert. Jetzt treten die beiden unfähigen Damen vor die Medien und waschen ihre Hände in Unschuld. Was hat den diese Katharina Wagner, die schon im Studium nichts zusammengebracht hat, ausser ihrer eindrucksvollen Oberweite zu bieten??
Bedauerlich, dass auch Thielemann seinen Senf dazu gab und nicht den Mund hielt.
Es wäre überhaupt nichts passiert, wenn man die linken Medienhetzer und antipatriotischen Schund-Schreiberlinge ignoriert und Nikitin einfach nur gesungen hätte!
Armer Patriot Richard W. !

Nicht nur auf dem Bayreuther Festspielhaus wehten die Hakenkreuzfahnen,

sondern auf allen Opernhäusern des "Großdeutschen Reiches"!

Ja sie wehten auf allen öffentlichen Gebäuden und auch den meisten privaten.

So war das eben in dieser Zeit. Niemand wollte offen an den Machthabern anecken.

Klingt doch irgendwie bekannt, oder ?

Subventionstempel.

Bayreuth ist ein genauso unnützer Subventionstempel wie die anderen großen Staatsbühnen des deutschsprachigen Raumes. Innovationen gehen woanders vor.

Gast: M. Wolf
25.07.2012 15:54
1 3

Außerdem sind in Bayreuth in diesem Jahr in Wiederaufnahmen die Werke "Tristan und Isolde" (Christoph Marthaler/Peter Schneider) und "Parsifal" (Stefan Herheim/Philippe Jordan) zu sehen. 2012 ist das zweite "Ring"-freie Jahr hintereinander am Grünen Hügel, nachdem Tankred Dorsts Inszenierung 2010 auslief. Erst im kommenden Jahr wird der "Ring des Nibelungen" - zum 200. Geburtstag Richard Wagners - in der Regie von Frank Castorf wieder auf die Bühne kommen.

Alles wieder und wieder.
Die Ewige Wiederkehr des Gleichen.

Gast: porto5
25.07.2012 15:07
10 3

Wahn, überall nur Wahn

Was machen denn diese politisch Korrekten, wenn sie mal vor einem indischen Tempel stehen sollten, der mit vielen Hakenkreuzen dekoriert ist? Den Abriss fordern?

3 3

Re: Wahn, überall nur Wahn

Wohl eher nicht, denn die indischen Hakenkreuze sind in der Regel nicht auf den Kopf gestellt oder gedreht.

Re: Re: Wahn, überall nur Wahn

Wenn Sie etwas einbischen genaue schauen, es war nie von sich selber ein Hakenkreuz. Es war immer ein Bild, der wurde gemalt in ein Achtechige stern..Die situation errienert an Hexenjagd in mittel alte, an verbrennung Leute mit roten Haare. Moderne Medien sind gefährliche als Politiker heut zu Tage, die Presse arbeitet zu weit von ihren Kompetenzen. Die Menschen denken zuuuuu oberflächlich an alles. Und wenn deutsche Geselschaft kann nicht verzeihen diesen Mensch tatoos auf seinen Körper, was soll ich dann machen,nicht verzeihen was hat in Vergangenheit passiert mit meine Verwandte die gestorben in Krieg war? Leute! Liebe!!!!!! Einzige was hilft uns! Liebe zu einander und tiefes denken. Wir feiern Weihnachten, weil Gott errinert für uns immer an LIEBE.. Verzeihen, lieben! Das Leben ist zu kurz um sich mit Ergern zu beschaftigen. Evgeny hat nichts böses getan was sollte ihn ins Feuer bringen.