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Bayreuth: Historiker greift Katharina Wagner an

31.07.2012 | 15:01 |   (DiePresse.com)

Hannes Heers Ausstellung "Verstummte Stimmen" zeigt, dass antisemitisches Gedankengut schon lange vor Hitler in Bayreuth salonfähig war. Katharina Wagner verweigere den Zugang zum Nachlass ihres Vaters.

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Der Historiker Hannes Heer, Kurator der Ausstellung "Verstummte Stimmen", hat der Bayreuther Festspielchefin Katharina Wagner vorgeworfen, die Aufarbeitung der Vergangenheit zu behindern. "Katharina ist diejenige, die blockiert", sagte Heer dem Deutschlandradio Kultur am Montag. "Man möchte nicht in Debatten über die Verantwortung der Familie gezogen werden." Katharina Wagners Absichtserklärung, Archive für die Forschung zu öffnen, sei nicht zu halten, kritisierte Heer.

Der Historiker hat die Wanderausstellung "Verstummte Stimmen" mitkonzipiert, die sich der Geschichte jüdischer Künstler im Umfeld deutscher Opernhäuser widmet. Bei der derzeit in Bayreuth laufenden Ausstellung wird deutlich, dass antisemitisches Gedankengut schon lange vor der Machtübernahme Hitlers in Bayreuth salonfähig war und Juden bewusst diskriminiert wurden.

Wagners Nachlass

Seit 2006 habe die Familie Wagner gewusst, dass die Schau auch nach Bayreuth kommen soll, betonte Heer. Trotz der Unterstützung durch die Stadt Bayreuth und die Richard-Wagner-Stiftung sei es ihm nicht gelungen, den Nachlass von Katharina Wagners Vater Wolfgang einzusehen. Er habe sich mit Kopien der Historikerin Brigitte Hamann begnügen müssen.

Katharina Wagner ist die Alleinerbin des langjährigen Festspielchefs Wolfgang Wagner. Als sie zusammen mit ihrer Halbschwester Eva Wagner-Pasquier die Leitung des Festivals übernahm, kündigte sie an, bei der Vergangenheitsbewältigung Transparenz walten zu lassen.

Die Bayreuther Festspiele waren tief in die NS-Diktatur verstrickt. Hitler war regelmäßiger Gast in Bayreuth. Nur mühevoll gelang nach dem Krieg ein Neuanfang.

(APA/dpa)

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