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50 Kammerspiele-Mitarbeitern droht temporäre Kündigung

15.10.2012 | 15:04 |   (DiePresse.com)

Während des Umbaus wollen die Kammerspiele die Mitarbeiter zumindest vorübergehend kündigen. Diese wehren sich dagegen.

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Im nächsten Jahr werden die Wiener Kammerspiele umgebaut. Das könnte auch für rund 50 Mitarbeiter des die Bühne betreibenden Theaters in der Josefstadt zumindest vorübergehend gravierende Konsequenzen haben. In einem offenen Brief wandten sich "die Mitarbeiter der Kammerspiele" an die Medien: Aufgrund des Umbaus solle es zu Kündigungen kommen. Damit sollen Personalkosten gespart und die Mitarbeiter "beim AMS geparkt" werden.

Mitarbeiter "sind angefressen"

"Wir sind angefressen", heißt es in dem Schreiben, "wie sollen wir unsere Mieten zahlen oder die Familien erhalten." Der Vorsitzende des Betriebsrats der technischen Mitarbeiter, Richard Weissborn, bestätigte gegenüber der APA drohende Kündigungen für den Zeitraum des Umbaus, der etwa von Anfang Mai bis Ende Oktober 2013 dauern soll: "Es hat bereits Gespräche mit dem AMS gegeben."

Besonders groß sei der Frust der Mitarbeiter, da während des Umbaus des Theaters in der Josefstadt sämtliche Mitarbeiter behalten wurden, so Weissborn. "Die Enttäuschung ist groß, dass das jetzt nicht so funktioniert. Der Brief kommt nicht unerwartet." Zwar sei den Mitarbeitern eine Wiederanstellungsgarantie versprochen worden, allerdings müssten sie sich für den Zeitraum des Umbaus als arbeitslos melden und so deutliche Gehaltseinbußen hinnehmen.

Direktion hat sich Zeit erbeten

Die Direktion habe sich gegenüber den Mitarbeitern mehr Zeit erbeten, um Lösungen zu finden, doch das liege bereits etwa ein Monat zurück. Die Geduld sei erschöpft, erklärte Weissborn. "Die Direktion versucht, Auswege zu finden, aber ich sehe die Auswege nicht wirklich."

"Sie können davon ausgehen, dass Direktor Herbert Föttinger für alle Mitarbeiter der Josefstadt kämpft und nach optimalen Lösungen für alle Beteiligten sucht. Dieser Vorgang ist noch nicht abgeschlossen und es ist verwunderlich, dass in einem anonymen Schreiben derartige Behauptungen veröffentlicht werden", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme der Sprecherin des Theaters gegenüber der APA. Ein anonymer Brief ohne Unterschriften repräsentiere nicht die Belegschaft.

Laut Weissborn wären etwa 50 Mitarbeiter der Kammerspiele, darunter Bühnentechniker, Maske, Garderobieren oder Billeteure, betroffen. Der Betriebsrat prüfe derzeit alternative Lösungen, wie etwa Bildungskarenzen für die Mitarbeiter.

(APA)

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