Säure-Angriff: Polizei ermittelt im Bolschoi-Theater

Ballettchef Sergej Filin war am Donnerstag mit Säure überschüttet worden. Er war seit längerem bedroht worden. Nach einer Augenoperation ist er auf dem Weg der Besserung.

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Filin hat dem Moskauer TV-Sender REN TV ein Interview gegeben. – (c) AP

Nach dem Säure-Angriff auf den Ballettchef des Moskauer Bolschoi-Theaters konzentrieren sich die Ermittlungen auf dessen berufliches Umfeld. Künstler und andere Mitarbeiter des Theaters würden seit Freitag zu dem Angriff auf Sergej Filin befragt, sagte Bolschoi-Generaldirektor Anatoli Iksanow am Samstag dem TV-Sender Rossia 24. Der schwer verletzte Filin befand sich nach einer Augenoperation auf dem Weg der Besserung. Zumindest auf einem Auge wird er wieder sehen können.

Ein maskierter Mann hatte den Ballettchef des legendären Bolschoi-Theaters am Donnerstagabend mit Säure angegriffen. Filin erlitt schwere Verätzungen im Gesicht, am Kopf und an den Augen. Schon kurz nach dem Angriff vermutete die Polizei einen beruflichen Hintergrund. Iksanows Angaben zufolge war Filin seit längerer Zeit bedroht worden.

Kollegen sollen bestimmten Verdacht haben

Von den Ermittlern gab es am Samstag keine Informationen über mögliche Spuren in dem Fall. Auch die genaue Zusammensetzung der ätzenden Flüssigkeit wurde nicht veröffentlicht. Der TV-Sender Westi berichtete, Kollegen des Angegriffenen hätten eine bestimmte Person im Verdacht, wollten diese aber nicht nennen. Eine frühere Bolschoi-Tänzerin verwies darauf, dass der Ballettdirektor weitreichende Entscheidungen fälle, etwa über Löhne und Rollenbesetzungen.

Bolschoi-Generaldirektor Iksanow sagte, die Untersuchung des Falles sei im Gange. Nur die Ermittler könnten feststellen, wer für den Angriff verantwortlich sei und welches Motiv dahinter stecke. Filin habe im Krankenhaus zwei Stunden lang mit einem Ermittler gesprochen, sagte er weiter.

Iksanow äußerte sich nach einem Besuch in der Moskauer Klinik 36, in der Filin behandelt wird. Er traf sich dort mit dem russischen Kulturminister Wladimir Medinski.

Sorge um Augenlicht

Filin ist nach ärztlichen Angaben auf dem Weg der Besserung. Der Patient habe die Intensivstation verlassen, sein Zustand sei stabil, sagte der Chefarzt der Moskauer Klinik 36 russischen Nachrichtenagenturen. Filin war zuvor an den Augen operiert worden. Es habe keine Komplikationen gegeben und der Patient müsse nicht leiden, sagte der Chefarzt. Wie viel Sehkraft Filin künftig hat, lasse sich noch nicht sagen. Dafür sei es zu früh. Im der kommenden Woche soll der 42-Jährige erneut an den Augen operiert werden. Filin hat dem Moskauer TV-Sender REN TV ein Interview gegeben.

Filin, ein früherer Tänzer der Bolschoi-Balletttruppe, war im März 2011 zum künstlerischen Direktor des Theaters ernannt worden. Nach dem Säure-Angriff berichtete auch der künstlerische Direktor des Moskauer Gogol-Theaters, Kirill Serebrennikow, von Einschüchterungsversuchen. "Ich werde sei langer Zeit bedroht", schrieb er auf Facebook.

(APA/AFP)

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