Bondy hat Interesse an Salzburger Festspiel-Intendanz

"Ich kann nicht leugnen, dass es mich reizen würde", sagt der ehemalige Intendant der Wiener Festwochen. Die Kulturministerin hatte sich für Markus Hinterhäuser ausgesprochen.

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Bondy Interesse Salzburger FestspielIntendanz
Bondy Interesse Salzburger FestspielIntendanz – (c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

Am 17. Juni feierte Luc Bondy seinen Abschied als Intendant der Wiener Festwochen. Wenige Wochen vor Ende der Ausschreibungsfrist der Intendanz der Salzburger Festspiele meldet der derzeitige Leiter des Pariser Odeon-Theaters nun gegenüber der APA sein Interesse an den Salzburger Festspielen an.

"Ich kann nicht leugnen, dass es mich reizen würde" Intendant in Salzburg zu werden", so der 65-Jährige. "Natürlich interessiert mich Salzburg. Ich glaube, dass dies aus meiner beruflichen Laufbahn mehr als einsichtig ist. Ein Festival ist für einen Regisseur eine große Inszenierung und nicht nur Management. Für eine solche Aufgabe braucht man auf jeden Fall internationale Erfahrung in Oper, Theater und vor allem Kommunikationsfāhigkeiten - für all' das garantiere ich. Daher lasse ich mich gern darauf ansprechen. Ich würde mich mit so guten Mitarbeitern umgeben wie möglich - das ist sicher meine Tugend."

Bondy meint, "Salzburg müsste zu seinen Ursprüngen zurück: Reinhardt, Strauss, Hofmannsthal. Das heißt, ein Ort der Ideen zu einer (widersprüchlicherweise) noch nicht ganz erfassten Zeit." Es sei schwierig auf Gerard Mortier, der die Festspiele von 1991 bis 2001 leitete, nachzufolgen.

"Das Theater- und Opernprogramm bedürften sicher gemeinsamer, zumindest einander ergänzender Programme", meint der Theatermacher. "Für Uraufführungen müssen Autoren ermutigt werden. Die Geste für Salzburg ist das große internationale Labor: Es ist nötig, sich ausführlich mit den Künstlern auseinanderzusetzen und Dirigenten und Regisseure präzise zusammenzuführen.

Schmied würde Hinterhäuser gefallen

Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) würde eine Intendanz von Markus Hinterhäuser "sehr gut gefallen". "Aber ich sage auch: Die Ausschreibung ist offen, und ich bin neugierig, wer sich bewerben wird", so die Ministerin im "Kurier" (Dienstag-Ausgabe). Sie kann sich auch bereits eine Entscheidung über die ausgeschriebene Intendanz ab Oktober 2016 bei der nächsten Kuratoriumssitzung der Festspiele im September vorstellen - "wenn die Entscheidungsgrundlagen bis dahin fertig sind".

Die Salzburger Festspiele suchen ab Oktober 2016 einen neuen Intendanten. Der amtierende Festspielchef Alexander Pereira wechselt nach der Ausgabe 2014 an die Mailänder Scala, 2015 und 2016 leiten daher Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf und Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler das Festival.

Dass Rabl-Stadler explizit eingeladen wurde, sich für die Verlängerung ihres eigenen Vertrags ab Oktober 2014 erneut zu bewerben, verteidigte Schmied: Es sei "transparent, schon in den Ausschreibungstext aufzunehmen, wenn man mit der Geschäftsführung zufrieden ist". Gleichzeitig signalisiere es, dass durch den Ausschreibungsvorgang eine Entscheidung getroffen werde.

(APA)

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