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Robert Meyer: "Irgendwann sind wir natürlich auch am Ende"

Volksoper Meyer
Volksopern-Chef Robert Meyer. / Bild: (c) APA/ROLAND SCHLAGER (ROLAND SCHLAGER) 

Volksopern-Direktor Robert Meyer zeigt für Matthias Hartmanns Aussagen Verständnis. Der Burgtheater-Chef hatte gegenüber der "Presse" auf die Budgetprobleme der Burg hingewiesen.

 (DiePresse.com)

Es war ein Hilfeschrei an die Politik, den Matthias Hartmann angesichts der Burg-Budgetproblematik im "Presse"-Interview losließ. Der Burgtheater-Chef bekommt nun von Robert Meyer Unterstützung: "Ich verstehe Matthias Hartmann absolut! Was er sagt, ist Tatsache", sagt der Volksopern-Direktor. Er vertrete wie sein Kollege zwar grundsätzlich die Auffassung, dass man nicht in der Öffentlichkeit über finanzielle Schwierigkeiten jammere, sondern dies intern regeln müsse. "Aber ich finde es sehr gut, dass er das nun einmal gemacht hat", unterstrich der Opernchef.

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Volksoper: Auslastung besser denn je

"Was die Volksoper betrifft, stehen wir von der Auslastung und den Einnahmen betrachtet besser da denn je. Das heißt aber nicht, dass wir überhaupt keine Sorgen hätten. Irgendwann sind wir natürlich auch am Ende. Und wenn wir den Personalstand kürzen müssen, können wir den Spielbetrieb nicht mehr aufrechterhalten", zeigt sich Meyer trotz des gegenwärtigen Erfolges skeptisch.

Nur Personalstand als Einsparungspotenzial

Aus Spargründen einen Schließtag anzudenken, schließt er jedoch aus: "Das bringt überhaupt nichts, da die Kosten gleich bleiben, aber die Einnahmen verloren gehen." Dasselbe gelte auch für etwaige Kürzungen im Repertoire: "Wir haben neun Premieren in der Spielzeit, die für uns ganz wichtig sind. Wir können es uns gar nicht leisten, nur vier oder fünf Premieren zu machen." Im Worst Case bliebe daher das Personal als Einsparungspotenzial.

Forderung nach Erhöhung der Basisabgeltung

Meyer fordert von der neuen Regierung eine "Erhöhung der Basisabgeltung, damit wir nicht von einem Jahr zum anderen zittern müssen, ob wir etwas dazu bekommen." Da spreche man nicht von exorbitanten Summen: "Wenn wir das bekommen, was in den Jahren seit der Ausgliederung an Teuerungen und Lohnerhöhungen aufgelaufen ist, wären wir zufrieden."

Staatsopern-Kollege Dominique Meyer möchte mit einem Kommentar dazu auf die neue Regierung warten. Bundestheater-Holding-Chef Georg Springer war vorerst nicht erreichbar.

(APA)

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3 Kommentare

Statt Jammern mehr Transparenz! Und eventuelle Einsparungsmöglichkeiten evaluieren

Die Basisabgeltung Bundestheater 160,5 Mio. € (gegenüber 144,4 Mio. € im Jahr davor) betrug, davon im Berichtsjahr 2012 an die Bundestheater Holding 5,6 Mio. € (2011: 3,4 Mio. €), 55,2 Mio. € (2011: 46,7 Mio. €) an die Burgtheater GmbH, 57,9 Mio. € (2011: 56,4 Mio. €) an die Wiener Staatsoper GmbH, 41,8 Mio. € (2011: 37,9 Mio. €) an die Volksoper Wien GmbH gingen (laut: http://www.parlament.gv.at/PAKT/PR/JAHR_2013/PK0688/)

Im Gegenzug sollte mehr Transparenz verlangt werden:
- öffentliche Ausschreibung von Jobs auch auf deren Websites
- keine unbezahlten Praktika/Hospitanzen
- Offenlegung der Gehälter
- Auflistung der Aufwände und Verwendung der Subventionsgelder
- Einhaltung des Gleichbehandlungsplans

Runter mit den Gehältern................


Das Gejammere von Matthias Hartmann kommt überraschend:

Würde er das Geld nicht für nicht Dekorationen zu Wucherpreisen zum Fenster rauswerfen, wäre das Burgtheater durchaus rentabel. Eine Tafel-Deko um 250.000 (!!!) Euro - und das ist nur ein beliebiges Beispiel - ist halt übertrieben. Dort wird mit Geld hantiert, als wäre es Brennholz. Und in der Volksoper läuft das sicher nicht anders.

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