New Yorker Herbstauktionen: Gar nicht kleinkariert

Sotheby's eröffnete seine Herbstauktionen in New York mit fünf Schiele-Blättern aus der Sammlung Christian M. Nebehays.

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Sotheby's

Es soll Egon Schieles letztes komplettes Selbstporträt auf Papier sein, gezeichnet ein Jahr vor seinem Tod 1918. Und es war ein Weihnachtsgeschenk von Schieles spätem Wiener Kunsthändler Gustav Nebehay, der auch die erste postume Ausstellung des Künstlers organisierte, an seinen Sohn Christian, der 1935 das Geschäft seines Vaters übernahm. Erzählt jedenfalls Sotheby's-Experte Patrick Legant über das mit 4,5 bis 6,5 Mio.$ am teuersten geschätzte der fünf Schiele-Blätter, mit denen Sotheby's gestern, Mittwoch, Abend seine großen Herbstauktionen in New York eröffnete.

Das Konvolut wurde von den Erben der mehr legendär als bekannten Sammlung des 2003 verstorbenen Christian M. Nebehay über das Schweizer Sotheby's Büro eingeliefert, wie die Wiener Dependance des Auktionshauses bestätigte. Zu Redaktionsschluss waren die Ergebnisse noch nicht bekannt. Legant hoffte jedoch im Vorfeld auf einen Rekordpreis für das Selbstporträt; den Rekord für Schiele auf Papier hält seit Februar Christie's mit sechs Mio.€ für einen „Knienden weiblichen Halbakt“ von 1917.

Das künstlerisch interessanteste Schiele-Blatt der Auktion aber war sicher die frontale Porträtstudie des Verlegers Eduard Kosmack von 1910, bei der die Umrisse durch Schieles typische Deckweiß-Aura hervorgehoben sind (Schätzpreis: 1,8–2,5 Mio.$). Der Wert von Schiele-Zeichnungen dürfte sich in den letzten zehn Jahren verzehnfacht haben, so Legant: „Damals lag der Höchstpreis für eine Arbeit auf Papier, einen ,Stehenden Mann mit rotem Tuch‘, bei 515.500 Pfund.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.11.2007)

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