Wiens "Platzhirsch" in der Außenwerbung, die Gewista, hat kürzlich einen Großteil der "Wildplakatierer" ins Boot geholt und für die Kultur- und Eventszene die "Kultur:Plakat GmbH" gegründet.
Jene, die nicht mit dabei sind, steigen nun auf die Barrikaden. Die Initiative "Freies Plakat" protestiert zwei Tage lang mit Plakaten gegen "das Gewista-Monopol" und den "Ausverkauf des öffentlichen Raumes".
Die Gewista hat nach eigenen Angaben für ihre neuen Kleinwerbeflächen 90 Prozent jener Firmen mit im Boot, die bisher illegal im öffentlichen Raum Plakate aufklebten. Peter Fuchs ist mit seinem Unternehmen "Direct Marketing" nicht dabei: "Wir haben einen Generalstreik im freien Plakatsektor ausgerufen", erklärte er. Die Monopolisierung des Plakatgeschäfts bedeute eine Verarmung und Vereinheitlichung der Wiener Kulturlandschaft.
Bis morgen, Donnerstag, kleben er und seine Kollegen ausschließlich Protestplakate an Wiens Strommasten, Auslagen oder Wartehäuschen.
"Wir protestieren gegen das Gewista-Monopol!", "Kein Ausverkauf des öffentlichen Raumes an die Gewista!", "Freie Plakatflächen für alle!" und "Herr Bürgermeister! Geben Sie Plakatfreiheit!", heißt es darauf.
Fuchs sagte, er repräsentiere mit den anderen Gewista-Gegnern 30 Prozent der im öffentlichen Raum frei affichierten Kulturplakate. Er fordert einen Runden Tisch mit Vertretern des Kulturamts und der Gewista. Die Situation der Wildplakatierer sei völlig ungelöst. Bis jetzt sei man geduldet worden. Ab 1. Jänner 2008 drohe die freie Plakatierung aber von der Bildfläche zu verschwinden, weil die neue "Kultur:Plakat GmbH" illegale Affichierungen schnellstmöglich entfernen will. (APA)
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