Der iran-kritische Zeichentrickfilm "Persepolis" darf nun doch im Libanon gezeigt werden. Die Zensurbehörde habe nach heftiger Kritik ihre Entscheidung revidiert, erklärte ein Vertreter der Sicherheitsdienste am Donnerstag. Noch am Vortag hatte ein Vertreter des Innenministeriums in Beirut mitgeteilt, der von der Führung in Teheran als "islamfeindlich" bezeichnete Film dürfe nicht in die libanesischen Kinos.
Aus Regierungskreisen hieß es dazu, der Chef der Sicherheitsdienste, Wafik Jissini, stehe der radikalen schiitischen und von Teheran unterstützten Hisbollah nahe und habe das Verbot veranlasst. Kulturminister Tarik Mitri hatte sich gegen die Zensur ausgesprochen.
Der für den Oscar nominierte "Persepolis" von Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud beruht auf dem gleichnamigen Comicband Satrapis und erzählt von ihrer Jugend und Kindheit im Iran. Sowohl die Zeit unter dem Schah als auch die Zeit nach der Islamischen Revolution 1979 wird dabei kritisch beleuchtet. Die Führung in Teheran hatte den Film als "islamfeindlich" und "anti-iranisch" bezeichnet und nur die Ausstrahlung einer zensierten Fassung erlaubt. (APA)
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