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Gekreuzigter Frosch in Südtiroler Museum darf bleiben

26.05.2008 | 15:34 |   (DiePresse.com)

Martin Kippenbergers "Zuerst die Füße" erregt den Zorn von Kirche und Politik. Es sei geschmacklos und zeige keinen Respekt vor religiösen Gefühlen. Dabei hatte sich der Künstler selbst als Gekreuzigter gefühlt.

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Erst am Wochende wurde das "Museion", das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Bozen eröffnet, schon stand es im Kreuzfeuer der Kritik. Die Leitung des Museums sollte das umstrittene Kunstwerk "Zuerst die Füße" des Deutschen Martin Kippenberger abhängen. Der Frosch bleibt, entgegnete Ausstellungskuratorin Letizia Ragaglia am Montag.

Das rund einen Meter hohe Kunstwerk zeigte einen grünen, ans Kreuz geschlagenen Frosch, der die Zunge herausstreckt und in einer Hand einen Bierkrug und in der anderen ein Ei hält. Das Amphib am Kreuz erregte in Südtirol die religiösen Gemüter: Diözesanbischof Wilhelm Egger forderte in einer Aussendung Respekt vor religiösen Gefühlen. Der Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) bezeichnete das Werk als Respekt- und Geschmacklosigkeit. Er will dafür sorgen, dass das Kunstwerk zumindest vorübergehend entfernt wird. Ragaglia hingegen sagte, es bestehe keine Absicht, es zu entfernen.

Alkohol und Drogen

Die Kuratorin des "Museions" erläuterte das provokante Kunstwerk: Kippenberger habe sich selbst in der Schaffensphase als Gekeuzigter gefühlt. Der 1997 in Wien an den Folgen seines Alkoholkonsums verstorbene Künstler hatte das Werk 1990 geschaffen. Zu diesem Zeitpunkt machte er einen Alkohol- und Drogenentzug.

(c) Museion (Othmar Seehauser)

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Südtirols Kulturlandesrätin Sabina Kaslatter Mur wollte zur Entfernung nicht Stellung nehmen. Sie betonte, dass sie keine Zensur ausüben wolle. Die Südtiroler Grünen zeigten sich moderater: Wenn Künstler Kippenberger mit seinem Frosch ein christliches Leidensmotiv provokant, aber keineswegs respektlos umdeute, so entspreche dies genau jener Kernaufgabe, für die das Museion einstehen sollte, meinten sie.

(APA/Red.)

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9 Kommentare
Gast: Froggi
30.05.2008 10:53
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ich find das recht amüsant

Mir kommt das schon sehr verbohrt vor, sich über das lustige Fröschlein zu erregen. Wer an einen "allmächtigen" Gott glaubt, der wird selbigem doch noch zutrauen über solchen Dingen zu stehen.

Und das wäre für die Gläubigen auch klug. Andernfalls stellt sich die Frage, ob sich da nicht eher an die von den Menschen erdachten Regeln geklammert wird, als an die von Gott vorgeschlagenen.

Denn ein gestandener Jesus würde vielleicht dazu sagen: "Das war zwar etwas anders - damals, aber diese Darstellung finde ich irgendwie wesentlich amüsanter !"

Also liebe Christen, seht das nicht so eng! Wo bleibt denn da die Frohbotschaft?

Gekreuzigter Frosch in Südtiroler Museum darf bleiben

...der frosch ist aber wirklich grauslich!
...alkoholiker sehen meistens weiße mäuse,
...kippenberger sieht sich als gekreuzigter frosch!
...das nenn ich einen wahren künstler!

Gast: Crusader
27.05.2008 08:23
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No problem...

Warum macht ähnliches keiner mit dem Koran oder Mohammed?
Ach, so - man ist ja sooooo tolerant......
und der Prügelknabe darf natürlich nicht zurückschlagen -dann wirds nämlich "unlustig"...

Gast: Kunstinteressierter
26.05.2008 21:42
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Freiheit der Kunst

Selbstverständlich bleibt es Südtirols Kulturlandesrätin unbenommen, im Rahmen der Freiheit der Kunst derartiges zur Schau zu stellen. Genauso unbenommen bleibt es den Grünen, darin eine Kernaufgabe des Museums zu sehen.
Dann nehme ich aber für mich im Rahmen der Freiheit der Meinung in Anspruch, derartige "Künstler" als Scharlatane und deren Anhänger als willfährige Hysteriker zu bezeichnen, die diesen Schwachsinn gefälligst mit ihrem privaten Geld sponsoren sollen, wenn ihnen das etwas wert ist. Wir werden ja sehen, was dann noch übrig bleibt.

Gast: Gast
26.05.2008 20:15
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„Martin Kippenbergers "Zuerst die Füße" erregt den Zorn von Kirche und Politik.“


Wenn ein Fröschlein so was auslöst, kann¿s mit dem Glauben wohl nicht weit her sein…


Gast: Somnifex
26.05.2008 18:30
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Gähn

Waaahnsinnig provokant, meine religiösen Gefühle sind sooo verletzt.
Ich glaube, ich kann heute Nacht nicht schlafen, weils mir in der Seele weh tut. ;)

Billige Provokation als Mittel zur Bekanntheit

Es ist ein bewährtes Mittel für unbegabte Künstler, sich durch billige Provokation einen Bekanntheitsgrad zu verschaffen.

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Re: Billige Provokation als Mittel zur Bekanntheit

sie haben leider keine ahnung von den arbeiten des martin kippenberg. zurück an den start mein herr.

Antworten Antworten Gast: Hr.Juror
26.05.2008 22:38
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Re: Re: Billige Provokation als Mittel zur Bekanntheit

KippenbergER, mit -E-R- hinten dran, Sie Kunstkenner.