Kritik an Sharia oder Fatwas verboten

01.07.2008 | 18:32 |  ANNE-CATHERINE SIMON (Die Presse)

Der UN-Menschenrechtsrat stellt den Schutz religiöser Gefühle über die Meinungsfreiheit.

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Der Schutz der religiösen Gefühle geht vor Meinungsfreiheit: So sieht es zumindest der Menschenrechtsrat der UNO. Während der Westen eine Hauptaufgabe eines solchen globalen Gremiums darin sieht, gegen Meinungszensur durch autokratische Regime einzutreten, empfindet die Mehrzahl der in diesem Gremium vertretenen Staaten das als eher unwesentliche Aufgabe – kein Wunder, viele dieser Regierungen müssten in diesem Fall gegen sich selbst antreten.

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Der Schutz religiöser Gefühle hat es in dieser Zusammensetzung aus 47 Mitgliedern – darunter 13 afrikanische und 13 asiatische Staaten – leichter; sein eifriger Hüter ist die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), die als Zusammenschluss von 57 Staaten den Anspruch erhebt, die Islamische Welt zu repräsentieren. Im März beantragte sie erfolgreich, der Menschenrechtsrat müsse künftig über „Missbrauch der Meinungsfreiheit“ berichten, wenn „rassistische oder religiöse Diskriminierung“ im Spiel sei. Das verstoße „gegen den Geist“ der Aufgaben des Sonderberichterstatters, empörte sich Anfang Juni der in Paris ansässige Welt-Zeitungsverleger-Verband (WAN). Der Rat müsste sich nicht auf den „Missbrauch“, sondern im Gegenteil auf die rapide wachsende Einschränkung der Meinungsfreiheit weltweit konzentrieren.


Religiöse Gesetze sind sakrosankt

Auch bei den Zusammenkünften des UN-Menschenrechtsrates wird Sprechern künftig das Wort verboten, wenn sie „religiöse Gefühle verletzen“. Als der britische Historiker David Littman in einer Sitzung am 16.Juni die Steinigung von Frauen und die Verheiratung neunjähriger Mädchen in Ländern verurteilte, wo die Sharia angewendet werde, wurde er zunächst von IOC-Delegierten durch ständige Wortmeldungen zur Geschäftsordnung daran gehindert, seine Erklärung zu verlesen. Anschließend verbot der rumänische Präsident des Rats, Doru Romulus Costea, künftig jegliches Urteil über eine Religion, ein religiöses Gesetz oder ein religiöses Dokument.

Schon der Vorgänger des UN-Menschenrechtsrats, die UN-Menschenrechtskommission, hatte einen miserablen Ruf; der New Yorker Völkerrechtler Simon Chesterman nannte sie 2006, im Jahr ihrer Ablöse, den „größten Papierkorb der Geschichte“. Der neue Menschenrechtsrat brachte schärfere Aufnahmebedingungen, Mitglieder können nun auch ausgeschlossen werden, wenn sie eklatant gegen die Menschenrechte verstoßen. Nur: Wie diese Menschenrechte aussehen sollen, darüber gehen die Meinungen immer noch weit auseinander, wie das Beispiel Religion versus Meinungsfreiheit zeigt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.07.2008)

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16 Kommentare

Sakrosankte religiöse Gesetze?

Sakrosankte religiöse Gesetze? Aber bitte nur, wenn es den Islam betrifft. Für den christl. Glauben gilt keine Toleranz, wie das ein kurzer Ausflug in die österr. Realität in Wien beweist. Folgendes: Unlängst teilte mir ein siebenjähriger Moslem bosnischer Herkunft mit, dass die Moslems es gar nicht gerne sehen würden, wenn auf unseren Kirchen " Jesus liebt dich" stünde. Er meinte, am liebsten wäre er hingegangen und hätte das alles weggewischt. Für diese Unverschämtheit kann man natürlich nicht das Kind rügen. Es spiegelt nur die intoleranten Ansichten seines Elternhauses wider. Von Toleranz, die Moslems so vehement von uns fordern, keine Spur!

Gast: Stefanie
04.07.2008 00:10
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Sakrosankte religiöse Gesetze

Sakrosankte religiöse Gesetze? Aber bitte sehr nur, wenn es den Islam betrifft.Für den christl. Glauben gilt keine Toleranz, wie das ein kurzer Ausflug in die österr. Realität in Wien beweist. Folgendes: Unlängst teilte mir ein siebenjähriger Moslem bosnischer Herkunft mit, dass die Moslems es gar nicht gerne sehen würden, wenn auf unseren Kirchen " Jesus liebt dich" stünde. Er meinte, am liebsten wäre er hingegangen und hätte das alles weggewischt. Für diese Unverschämtheit kann man natürlich nicht das Kind rügen. Es spiegelt nur die intoleranten Ansichten seines Elternhauses wider. Von Toleranz, die Moslems so vehement von uns fordern, keine Spur!

islamisches menschenrechtsverständnis in der praxis

in der praxis sieht das so aus: geert wilders wurde heute in abwesenheit in jordanien u.a. wegen blasphemie angeklagt, 3 jahre haft drohen: http://www.stopislam.info/2008/07/02/wilders-in-jordanien-in-abwesenheit-angeklagt/
und gleichzeitig wird in jordanien fröhlich gefoltert, geehrenmordet und weggesperrt.
und einzig die chinesische (!!!) nachrichtenagentur xinhua berichtet darüber....

Gast: huababaua
02.07.2008 14:46
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Mullah Abdullah

Und unser lieber Freund, der Erzbischof von Canterburry ist für die Einführung des islamischen Rechts, der Scharia in England.
Er hat dafür viel Kritik einstecken müssen. Zu Unrecht wie ich meine

Aber er konnte auch Positives bewegen. Wir halten ja die Frau im islamischen Recht schwer benachteiligt.
Aber führende muslimische Kreise in England wollen einen eigenen Scharia Gerichtshof für Frauen einrichten. Ein sehr feministischer Ansatz.

Als Standort des Gerichtshof soll angeblich Stonehenge im Gespräch sein.
Link mit Video www.wagner-kabarett.at

Warum versteckt die Presse dieses brisante Thema so gut?


Gast: Haiduk
02.07.2008 11:47
0 0

Nur die Spitze des Eisberges

Danke, daß Sie anfangen darüber zu berichten! Die Zustände am UN MRR sind wirklich untragbar, aber die meisten Redakteure wissen nichts darüber bzw. wenn sie es wissen, haben sie Angst darüber zu schreiben.

Ihr Bericht zeigt allerdings lediglich die Spitze des Eisberges.
Unter

http://www.iheu.org/node/3123

gibt es einen Bericht des IHEU-Delegierten Roy. W. Brown über die Sitzung vom 28. März 2008, bei der schon das Mandat des UN-MRR Berichterstatters für die Meinungsfreiheit in das Gegenteil dessen verkehrt wurde, wofür es eigentlich da sein sollte. Ins Deutsche übersetzt finden Sie den Bericht unter

http://www.politikstube.de/forum/blogs/haiduk/114-abstimmung_markiert_das_ende_der_allgemeinen_menschenrechte_teil_i.html

über einen früheren Vorfall, der aber noch zu keinerlei Änderung im UN MRR führte berichtet

http://www.iheu.org/node/3115

eine zugehöriges Video gibt es unter

http://www.youtube.com/watch?v=_4RmlyCR1zM

Gast: Maria Stückler
02.07.2008 11:37
1 0

"verletzte Gefühle" wichtiger als "Schutz von Leib und Leben"

Ausgerechnet die allen Menschenrechten hohnsprechende Religion mit ihren barbarischen Gesetzen darf im Menschenrechtsausschuss nicht mehr diskutiert werden!

Die "Gefühle" von Muslimen sind inzwischen schon wichtiger als das Grundrecht auf Unversehrheit von Leib und Leben! Und ihre "Gefühle" werden immer dann am meisten verletzt, wenn die Fakten - sprich barbarischen Bestimmungen der Scharia - bei Namen geannt werden.

Das ist ja überhaupt das Grundproblem des Islam: Nichts ist tödlicher für ihn als die nackten Fakten über seinen "Propheten" und den Koran.

Absolutes Kritikverbot ist daher systemnotwendig; schlimme noch Huldigung ist Pflicht: Defizite müssen auch noch zu Vorzügen erklärt werden.

Die Kritikunfähigkeit ist also kein vorübergehendes Phänomen, ebensowenig die Verdrehung der Fakten.

Gast: lichtherz
02.07.2008 10:48
1 0

spö, övp & grüne und deren wähler/innen

unterstützen die islamische einwanderung und schleichende aushöhlung der individuellen menschenrechte, vor allem der rechte der frau.
damit bereitet die mehrheit der österreichischen bevölkerung den rückfall ins mittelalter und eine neue schreckensherrschaft des kollektivs sowie des religiösen wahns aktiv vor.


• Arabische Länder & Menschenrechtsverletzungen - Amnesty International Jahresberichte 2007

Türkei: Folterungen, Gewalt gegen Frauen, unfaire Gerichtsverfahren & schwerste Menschenrechtsverletzungen

Saudi-Arabien: Zensur, Hinrichtungen, Peitschenhiebe, Gewalt gegen Frauen, Folter & Misshandlungen von Arbeitsmigranten

Vereinigte Arabische Emirate: Todesstrafe, Repressalien - Peitschenhiebe & Prügelstrafen

Amnesty International Jahresberichte 2007 -

Republik Sudan: Bürgerkrieg, Folter, Zensur, Vergewaltigungen, Zwangsräumungen, Todesurteile & unfaire Gerichtsverfahren

Republik Somalia: Hinrichtungen, Menschenhändler, Genitalverstümmlung, Zensur & Scharia-Gerichte

Islamische Republik Mauretanien: Politische Gefangene, Zwangsarbeit & Sklaverei

Amnesty International Jahresberichte 2007

Malaysia: Polizeigewalt, Prügelstrafen, Hinrichtungen, Zensur, Misshandlung von Arbeitsmigranten & Haft ohne Gerichtsverfahren

Königreich Marokko: Misshandlungen, Zensur, Diskriminierung von Frauen & Saharauis

Republik Sudan: Bürgerkrieg, Folter, Zensur, Vergewaltigungen, Zwangsräumungen, Todesurteile & unfaire Gerichtsverfahren

Jemehr man versucht gegenüber dem Islam tolerant zu sein, dessdo UNVERSCHÄMTER werden diese Menschen.

Jemehr man versucht gegenüber dem Islam tolerant zu sein, dessdo UNVERSCHÄMTER werden diese Menschen.
Der Islam het in der westlichen Welt keine Berechtigung auch nur irgendwie unsere in vielen Jahrhunderten erkämpften Freiheiten in Frage zu stellen.
Religionen sind Erklärungsversuche für unser Universum weitab jeder wissenschaftlichen Erkenntnisse. Dazu ist der Islam zB. im Vergleich zum Christentum extrem intollerant!!!
DANN HAT ER ABER AUCH KEINEN ANSPRUCH AUF TOLERANZ DURCH UNS!
Um den Anfängen zu wehren IST ES SCHON FAST ZU SPÄT!!!

UND: MENSCHENRECHTE HABEN MIT RELIGION NICHTS ZU TUN!!!
DIE VERLETZUNG EINES MENSCHEN UND DIE BEEINTRÄCHTIUGUNG SEINER FREIHEIT STEHT ÜBER JEDER RELIGION.

UND: WAS EIN MENSCH SICH AN RELIGIUONEN ZUSAMMENFANTASIERT KANN ICH KRITISIREN SOVIEL ICH WILL:

WIE KANN MAN IN DER HEUTIGEN ZEIT RELIGIÖSEN FANATISMUSS SCHÜTZEN?????

Antworten Gast: nunur
24.04.2009 19:06
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Re:

Es liegt nicht an der Glaubensrichtung sondern am einfluss/an der macht den diese hat.

Christentum/islam-> gleiche ebene

Es nervt sehr, das christentum besser als den islam darzustellen! hätte diese religion so viel macht wie der islam so wären z.B. die frauen genau so unterdrückt (siehe vergangenheit oder Affrika wo das christentum derzeit Massenmord praktiziert-> (gegen Kondome trotz Aids....?!!!) ganz zu schweigen von den menschenrechten!
Wir können von glück sprechen dass das christentum keinen großen einfluss mehr hat (in europa)!
Sorry wegen der themenabweichung.
Ps. bin selbst katholisch.

NUNUR: Böses kann an aus allem machen

aber wenn Sie mal das neue Testament mit dem Koran vergleichen, werden Sie sehen, welche haushoher Unterschied hier besteht, denn im Koran wird alles Menschenverachtende erlaubt, sofern es gegen frauen oder "Ungläubige" gerichtet ist.

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Meinungsfreiheit?

Es kann ja jeder seine Meinung haben, aber wenn in einer Schule ein 14jähriger "Schei..." schreit, kräht kein Hahn danach, aber der Direktor sollte die nicht öffentlich tun. Was würden sonst die Eltern denken? Oder ist das Einschränkung seiner Meinungsfreiheit!? Außerdem werden kleine Mädchen auch in christlichen Ländern verheiratet, dass ist keine religiöse Angelegenheit und schon gar keine islamische.

Amnesty International Jahresberichte 2007

Türkei: Folterungen, Gewalt gegen Frauen, unfaire Gerichtsverfahren & schwerste Menschenrechtsverletzungen

Saudi-Arabien: Zensur, Hinrichtungen, Peitschenhiebe, Gewalt gegen Frauen, Folter & Misshandlungen von Arbeitsmigranten

Vereinigte Arabische Emirate: Todesstrafe, Repressalien - Peitschenhiebe & Prügelstrafen

Königreich Bahrain: Zensur, Hinrichtungen, Misshandlungen von Häftlingen

Republik Indonesien: Zensur, Sharia-Patrouillen, Hinrichtungen, Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen, Folter & Misshandlungen

Malaysia: Polizeigewalt, Prügelstrafen, Hinrichtungen, Zensur, Misshandlung von Arbeitsmigranten & Haft ohne Gerichtsverfahren

Königreich Marokko: Misshandlungen, Zensur, Diskriminierung von Frauen & Saharauis

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