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Nachruf Ruth Drexel: Mit Courage und Herz

04.03.2009 | 18:25 |  ISABELLA WALLNÖFER (Die Presse)

Ruth Drexel war Volksschauspielerin mit Leib und Seele, Intendantin, Regisseurin, erst spät die „Resi“.

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"Einen Bullen ohne Ruth kann ich mir schwer vorstellen", sagte Ottfried Fischer im Juli 2007. Monatelang war Ruth Drexel aus gesundheitlichen Gründen außer Gefecht – im darauf folgenden Herbst aber wieder am Set. Vom Pensionsantritt wollte sie nichts wissen: „Ohne mich!“, ließ sie ausrichten. Nun wird die Serie voraussichtlich eingestellt. Vergangene Woche ist Ruth Drexel, wie erst am Mittwoch bekannt wurde, 78-jährig gestorben.

Die Arbeit war ihr Lebenselixier, wobei ihr erst die Altersrollen im Fernsehen jene Bekanntheit brachten, deretwegen sie manche mit „Grüß Gott, Frau Berghammer!“ ansprachen. Drexel nahm's gelassen, mit Humor. Wissend, dass ihr der Respekt der Kollegen und Theatergeher sicher war. Zu Recht. Krista Hauser hat dem vielschichtigen Vorleben der „Resi“, dem Multitalent und Theater-Arbeitstier Drexel, eine erhellende Biografie gewidmet (Haymon Verlag, 2005).

Die am 12.Juli 1930 in Vilshofen (Niederbayern) geborene Schauspielerin ging Ende der Fünfziger in politisch bewegten Zeiten, nach Ostberlin, spielte am Berliner Ensemble von Bertolt Brecht. Später führte sie das von der Schließung bedrohte Münchner Volkstheater als couragierte Intendantin (1988 bis 2005) mit „bissig-kritischen“ Stücken zu unerwarteten Erfolgen. Mit Ende 40 begann sie, Regie zu führen, am Düsseldorfer Schauspielhaus, mit einem Nestroy, inszenierte später in München, am Volkstheater, in Innsbruck. Sie liebte nicht nur Nestroy, Ludwig Thoma, Karl Valentin, auch die Unbequemeren wie Herbert Achternbusch oder Franz Xaver Kroetz.

 

„Volkstheater wird meist missverstanden“

1980 gehörte sie mit Lebensgefährten Hans Brenner zu den Mitbegründern der „Tiroler Volksschauspiele“ Telfs. Dass diesem Genre oft die Anerkennung versagt blieb, ärgerte Drexel: „Volkstheater wird meist als Bauerntheater missverstanden, als das, was man für die Touristen erfindet, und wo sie demonstriert bekommen, wie blöd die Bevölkerung ist.“ Sie bewahrte zeitlebens Bodenhaftung, liebte es erdig und geradlinig.

Drexel war die neugierige „Alpen-Miss-Marple“ in „Agathe kann's nicht lassen“, Felix Mitterer schrieb für sie die „Heilerin“. Die „Bullen“-Mama, die sie seit 1995 verkörperte, sei eine Person „voller Vorurteile und Frömmelei“, sagte die Romy-Preisträgerin einmal. Sie spielte ihre wohl bekannteste Rolle mit Leib und Seele – und Schwergewicht Ottfried Fischer an die Wand. Aber das ließ sie sich nicht anmerken.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.03.2009)

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5 Kommentare
Gast: robert
10.04.2010 13:29
0 0

Ruth Drexel, tolle Schauspielerin und großer Mensch

Hier muss ich den anderen Kommentare über Ruth Drexel zustimmen, tolle Schauspielerin und ein noch größerer Mensch.
Hab ein sehr schönes Interview über Ruth Drexel mit vielen Fotos gefunden, schaut es euch doch selbst mal an. http://www.kultur-fibel.de/Kultur%20Fibel%20Interview,%20Drexel%201.htm Viele Grüße aus München

Gast: P+R Kikidis-Hahn
15.04.2009 22:33
0 0

Ruth, eine dynamische Frau hat uns verlassen

Die Dynamik überall wo sie mitgewirkt hat, faszinierte uns sehr. Nicht nur als Schauspiererin auch als Person schätzten wir sie sehr.
Danke für alles was Du uns geboten hast Ruth.
Menschen die wir lieben
bleiben für immer anwesend
den sie hinterlassen Spuren
in unseren Herzen.

Gast: roswitha
10.03.2009 21:05
0 0

Ruth ist tot

Die, für mich, beste Schauspielerin im deutschsprachigen Raum ist nicht mehr.
Danke für die schönen Filme und spiel dort weiter wo du jetzt bist.

Gast: Wien
04.03.2009 22:45
0 0

Du wirst uns sehr fehlen

liebe Ruth Drexler!!!!!!
Du warst einzigartig.
Jeder Satz von dir war ein Vergnügen. Wir erkannten uns in dir, weil du eigentlich uns alle verkörpert hast mit all den Fehlern, Nörglereien und Schwächen, die wir alle haben.
Wir werden dich nicht vergessen und danken dir, dass du uns so viel Freude bereiten konntest.
Ruh dich jetzt aus, du fleißige tapfere Frau.
Wir haben dich sehr lieb.

Antworten Gast: Wienerwald
07.03.2009 19:31
0 0

Re: Du wirst uns sehr fehlen

Dem kann ich nur beipflichten.
Wir sind sehr traurig. Wer weiss, wie oft sie sich schlecht gefuehlt hat und trotzdem tapfer weitergearbeitet hat.
Hoffentlich zeigt man öfter ihre Filme.