Alzheimer und Höhlenmalerei bei Imagetanz

Das Festival startet heute – und widmet sich dem Rückblick.

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Blank Blank – (c) Andrea Gunnlaugsdottir

„Welcome back“, so begrüßt das Brut ab heute sein Publikum: Das Motto des Imagetanz-Festivals habe sich eher zufällig ergeben, sagt Haus-Dramaturg Jacopo Lanteri: „Der Blick zurück, das Reinactment ist momentan im Trend.“ Warum, das erklärt er so: „Wir leben in einer Zeit, in der es sehr schwierig ist, sich die Zukunft vorzustellen. Die Ziele des 20. Jahrhunderts sind erreicht: Wir fliegen in den Weltraum, leben multikulturell zusammen, kommunizieren per Skype – und haben kein neues Ziel. Künstler spüren und verstehen diese Problematik zuerst.“

Also erinnert sich Andrea Gunnlaugsdóttir in „Blank Blank“ (17., 18. 3.) sehr persönlich an die Zeit, als sie mit Alzheimerpatienten gearbeitet hat. Dewey Dell übersetzen prähistorische Malereien aus der Chauvet-Höhle in zeitgenössischen Tanz („Sleep Technique“, 24., 25. 3.). Einen Kontrapunkt zum Rückblick setzt Mårten Spånberg, der in „The Internet“ ein „sehr museales Stück“ zeigt, so Lanteri: Vier Stunden, während deren das Publikum kommen und gehen, essen, trinken und Fotos machen darf, gehe es dabei „um die Schönheit der Gegenwart“ (8., 9. 3.). Zum Auftakt (heute, 19.30 Uhr, Kunsthalle Wien) haben etablierte Choreografen ältere Stücke zur Neubearbeitung an Jungchoreografen übergeben: Doris Uhlichs „Und“ (2007) z. B. wird Dorothea Zeyringer neu interpretieren. „The Inheritance“ heißt der Abend mit acht zehnminütigen Neuinterpretationen von Gaigg, Gehmacher, Superamas etc.: Ein Rückblick auf das Erbe einer lebendigen Tanzszene. (i. w.)

Imagetanz: 3.–25. 3., www.brut-wien.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.03.2017)

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