In Berlin spielt "Faust" in Algerien

Frank Castorf zeigte seine letzte große Regiearbeit an der Volksbühne.

Auf die Frage, warum er Goethes „Faust“ inszeniere, schreibt Frank Castorf im Programmheft (Titel „Wie man ein Arschloch wird“, Untertitel: „Kapitalismus und Kolonisierung“): „Weil man mit dem ,Faust‘ machen kann, was man will.“ In diesem Sinn verknüpfte er seine Variation mit dem Thema Kolonialisierung, etliche Szenen spielen in Paris und Algerien. „Im ersten Teil wird erstaunlich viel Goethe-Text gesprochen“, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“, freilich werde die Reihenfolge der Szenen „wild durcheinandergerüttelt“. Martin Wuttke spielt mit viel Slapstick den Faust, Sophie Rois ist eine Hexe und singt Schuberts „Leiermann“. Alexander Scheer parodiert Chris Deacon, der im August die Volksbühne übernimmt. An einer Stelle heißt es: „Einen Sinn muss das Ganze doch haben. Was bedeutet es? Und wenn es nichts bedeutet, warum ist es so lang?“ Die Inszenierung dauert sieben Stunden. (ag./red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.03.2017)

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