Das Volkstheater wird generalsaniert

"Wir haben viel hinter uns und noch viel mehr vor uns", sagt Volkstheaterdirektorin Anna Badora. Ab Mai 2018 gibt es vor und hinter der Bühne etliche Vorhaben.

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Neuerungen kommen innen und außen.
Neuerungen kommen innen und außen. – APA/HANS PUNZ

Für das Volkstheater heißt es kommendes Jahr: Alles neu macht der Mai. Dann beginnt die Intensivphase der Generalsanierung des Hauses, die rund sechs Monate dauern wird. Insgesamt sind dafür 27,5 Mio. Euro veranschlagt, wovon jeweils zwölf Mio. Euro von Bund und Stadt zugeschossen werden. "Wir haben viel hinter uns und noch viel mehr vor uns", so Volkstheaterdirektorin Anna Badora.

Damit spielte sie bei der Präsentation der konkreten Neuerungen am Montag nicht nur auf die Finanzierung des Vorhabens an, sondern auch die bereits erfolgten Maßnahmen im Zuschauerraum sowie den zu erwartenden "permanenten Ausnahmezustand" für die Mitarbeiter des Hauses. Immerhin gelte es, Generalsanierung und Spielbetrieb unter einen Hut zu bekommen. Dafür soll sich das Ergebnis sehen lassen, wird doch von Fassade über Dach bis zu den Abläufen hinter der Bühne etliches erneuert und an moderne Standards angepasst. Gleichzeitig gilt es, die Erhaltung der historischen Substanz und denkmalgeschützter Elemente zu gewährleisten.

Neues Cafe, Kassenwechsel, Zentralgarderobe

Die Besucher erwartet dabei etwa ein neues Cafe im Erdgeschoß, wo sich derzeit das Kartenbüro befindet. Dieses soll auch nach außen hin als Öffnung in Richtung des Museumsquartiers fungieren. Die Tageskassa wird wiederum an die andere Hausseite zur Neustiftgasse wechseln, die Abendkassa siedelt man zentral im Vestibül an. Wenige Schritte dahinter wird eine neue Zentralgarderobe eingerichtet, die den derzeit leeren Raum hinter der Zuschauertribüne einnehmen wird. Barrierefreiheit ist für alle Bereiche ein zentrales Thema, wobei auch ein Lift direkt neben der Roten Bar geplant ist. Diese soll zudem eigenständig bespielbar werden.

Klimaanlagen, Beleuchtung, Bühnentechnik

Erholung in brütenden Sommernächten werde künftig eine neue Klimatisierung bieten, unterstrich der kaufmännische Direktor des Volkstheaters, Cay Stefan Urbanek. "Wir wollen den Komfort unseres Hauses für die Zuschauer verbessern." Auch in punkto Beleuchtung und Akustik werden man nachbessern und optimieren. Zudem sollen die bestehenden Sanitäranlagen nach Abschluss der Arbeiten in neuem Glanz erstrahlen. Einfachere Arbeitsabläufe erhofft man sich durch eine neue Seitenbühne und Anlieferung, über die nicht nur sperrige Bühnenkonstruktionen leichter ins Innere des Hauses gelangen sollen. Außerdem wird die Bühnentechnik erneuert und aktuellen Standards sowie arbeitstechnischen Vorschriften angepasst.

Auch außen wird sich das Volkstheater neu präsentieren: Die Dachkonstruktion über dem Bühnentrakt wird angehoben, um mehr Platz für die Büros zu schaffen. Zudem wird die Sanierung der Flachdächer und Dachterrassen in Angriff genommen, wobei die Fassade selbst nach derzeitigem Plan den krönenden Abschluss bilden soll. Den Spielbetrieb will man nämlich am 27. Oktober 2018 wieder aufnehmen, dann werden die Arbeiten außen aber noch im Gange sein. Ein bewusster Schritt: "In dem Moment, wo die Bühnentechnik fertig ist, wird hier wieder Theater gespielt", betonte Urbanek.

Odeon als Ausweichquartier

Und in der Zeit von Mai bis Oktober? Steht neben einer verlängerten Sommerpause sowie den Nebenspielstätten des Hauses das Odeon als Ausweichquartier zur Verfügung. Hier werden insgesamt drei Premieren gegeben (im Mai sowie September und Oktober 2018), wobei die zwei Herbstproduktionen auch ins Haupthaus wechseln werden. "Eine Herausforderung für unsere Bühnenbildner", musste Badora zugeben. Kulturminister Thomas Drozda und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (beide SPÖ) zeigten sich angetan von den Plänen und hoben unisono die Relevanz des Hauses hervor. Für das Projekt zuständig zeichnen die Architekten Dietrich | Untertrifaller und Alexander van der Donk. An Eigenmitteln muss das Volkstheater 3,5 Mio. Euro aufbringen, wobei rund 1,2 Mio. Euro auf die bereits fertiggestellte neue Zuschauertribüne entfielen.

 

(APA)

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