Jürgen Schmidt war eine Wiener Institution. Da war einmal seine Tätigkeit als Schallplattenproduzent von legendären Kabarettprogrammen mit Helmut Qualtinger, Gerhard Bronner oder Georg Kreisler. Da war aber auch die unermüdliche Forscheraktivität eines Stimmfetischisten. Die wahre Leidenschaft Schmidts galt Operndiven, großen Tenören und schwarzen Bässen.
Wenn es irgendwo ein Tonband gab, auf dem eine bis dato nicht veröffentlichte Aufnahme eines Bühnen-Heros zu hören war, man konnte sicher sein, Schmidt fand sie – und vor allem: Er brachte sie, sorgfältig ediert, bei „seiner“ Firma auf Schallplatte heraus.
Die „Preiser“-Serie „Lebendige Vergangenheit“ wuchs dank seiner Kompetenz und Einsatzfreude zu einer weltweit singulären Edition. Sie bewahrt das Andenken an einen Mann, der am Donnerstag durch einen Herzinfarkt unvermittelt aus einem leidenschaftlich gelebten Leben gerissen wurde. sin
("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.08.2010)

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