Flashmob zur Salzburger Festspieleröffnung

Die ganze Stadt ist wieder einmal Bühne, dessen Höhepunkt der „Musicircus“ ist. Am Wochenende startet mit dem Fest zur Festspieleröffnung der diesjährige Kultursommer.

Flashmob Festspieleroeffnung
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Flashmob Festspieleroeffnung
(c) APA/BARBARA GINDL (BARBARA GINDL)

Salzburg. Ein Ensemble, das mit Rollkoffern über die Pflastersteine der Altstadt rattert. Drei Sänger, die mit klassischer Pianobegleitung auf der Straße singen. Ein Altstadtbewohner, der mit seiner Stereoanlage die Gasse beschallt. Und eine Trachtenmusikkapelle, die für schräge Töne sorgt: Das sind nur einige Facetten eines musikalischen Flashmobs, der am Sonntagnachmittag in der Salzburger Altstadt über die Bühne geht.

Im Rahmen des traditionellen Festes zur Festspieleröffnung wird der 1967 konzipierte „Musicircus“ von John Cage aufgeführt. Ein Stück, das ganz ohne Noten auskommt. Jeder darf Musik oder Lärm machen, wie es ihm gefällt. „Es gibt nur zwei Anweisungen: den Zeitpunkt und den Ort der Aufführung“, erzählt Regisseur Hubert Lepka im Gespräch mit der „Presse“.

Er hat in den vergangenen Wochen viele Hobby- und Profimusiker angesprochen, ob sie am „Musicircus“ teilnehmen wollen. „Die Reaktionen sind euphorisch.“ Lepka rechnet damit, dass sich am Sonntag hunderte Menschen zwischen Dom und Kollegienkirche in der Altstadt einfinden, um ihren Beitrag zur akustischen Anarchie zu leisten. Die Glocken von den Kirchen der Altstadt läuten den musikalischen Flashmob um 16 Uhr ein und beenden ihn dann 45 Minuten später wieder. Was dazwischen passiert, wird jedenfalls unüberhörbar sein.

Die ganze Stadt ist Bühne, so lautet zum 31.Mal das Motto des Festes, dessen Höhepunkt der „Musicircus“ ist. Am Samstag steht mit Turmblasen, Fackeltanz und Salzburger Straßentheater der eher traditionelle Teil des Festes auf dem Programm.

 

Buschenschank als Begegnungsort

Am Sonntag dreht sich dann alles um die Festspiele: Eine öffentliche Probe des „Jedermann“ oder von „Le Nozze di Figaro“, ein Treffen von aktuellen und früheren „Jedermann“-Mitwirkenden bei einer Tischgesellschaft, die Autogrammstunde von Festspielkünstlern oder eine Lesung von Buhlschaft Birgit Minichmayr aus Handke-Texten sind geplant.

Erstmals öffnet die Osmiza auf der Edmundsburg: Der slowenische Buschenschank soll während der Festspiele ein Ort der Begegnung und der Diskussion werden. Auf den Plätzen und in den Gassen der Altstadt gibt es Musik, die meisten Galerien präsentieren außerdem ihre Sommerausstellungen. Alle Veranstaltungen sind übrigens bei freiem Eintritt zu besuchen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.07.2011)

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