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"Creeps": Drei Mädchen im Casting-Fieber

05.02.2012 | 18:39 |   (Die Presse)

Ein zeitgeistiges Drama des Deutschen Lutz Hübner gefällt in junger Besetzung im Ronacher. Tamara Hattler hat inszeniert, mit drei überzeugenden Darstellerinnen.

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Die Vereinigten Bühnen Wien (VBW) wollen mehr für Kinder und Jugendliche tun. 2010 wurde zum „Tanz der Vampire“ erstmals die Ronacher-Probebühne mit dem „Kleinen Vampir ABC“ als Spielstätte eingeweiht. Künftig will man sie intensiver nutzen. Etwa für Aufführungen wie „Creeps“. Das Stück stammt von Lutz Hübner, dessen reizende „Blütenlese“ – Senioren besuchen einen Flirtkurs – in den Kammerspielen läuft. „Creeps“ ist eine Trend-Show. Drei Mädchen werden eingeladen und machen sich Hoffnung, die Moderation zu übernehmen: Maren aus Donaustadt, Petra aus Ottakring und Lilly aus der Inneren Stadt. Der rasante, mit zeitgeistigen Vokabeln reichlich versehene Text wurde offenbar für Wien adaptiert – und hat einen originellen Schluss.

 

Hoffmann-Jugendstück im März

Tamara Hattler hat inszeniert, mit drei überzeugenden Darstellerinnen. Susanne Preissl spielt den Underdog Maren, schüchtern, mit beachtlichem theatralischem Talent; Sophie Berger gibt die Friedensstifterin Petra, eine Frohnatur, die aber schließlich „auszuckt“, genervt von dem unsichtbaren Trainer-Peiniger Arno (Philipp Bernhard), der die drei zu immer neuen Talentproben animiert und Petras Privatleben im Gemeindebau verspottet. Sophie Prusa als Lilly punktet als durchtriebenes, karrieregeiles Girl gegen die anderen, aber am Schluss haben die Kandidatinnen genug und wollen sich nicht mehr von Arno vorführen lassen.

Dies ist ein gelungenes Jugendstück, aktuell, ohne Moralkeule. Am 28. März kommt die nächste Jugendproduktion ins Theater an der Wien: „The Voice of Hoffmann“ beruht auf „Hoffmanns Erzählungen“ (die Oper ist ab 19. März an der Wien zu sehen). In „The Voice of Hoffmann“ trifft E.T.A Hoffmann auf Opern-Dichter Jacques Offenbach und entdeckt die Liebe zu den drei Frauen in einer Casting-Show.

50 Jugendliche erfanden ihre eigene Geschichte und Musik auf Basis des Opernklassikers. Auch Schulen können an dem Projekt „Jugend macht Oper“ teilnehmen. bp

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.02.2012)

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