Peymann nahm Nestroy-Preis doch noch an

Bei einer "Geburtstags-Jause" hat der Theatermacher seinen bisher verschmähten Nestroy-Preis angenommen. 2002 gab er die Ehrung wegen des "provinziellen Gezeters" in Österreich zurück.

Claus Peymann
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Peymann nahm zurückgegebenen Nestroy-Preis an – APA (ROLAND SCHLAGER)

Alter stimmt milde. Das trifft auch auf Theatermacher Claus Peymann zu, der gestern, Donnerstag, seinen 75. Geburtstag feierte. Im Rahmen der "Geburtstags-Jause" im Berliner Ensemble nahm der Ex-Burgchef, der seit gestern auch Ehrenmitglied des Burgtheaters ist, den Nestroy-Preis für sein Lebenswerk zum zweiten Mal entgegen.

Als Peymann 2002 in Wien der Nestroy-Theaterpreis verliehen wurde, sorgte die Laudatio von Andre Heller sowie Bemerkungen der Moderatorin Andrea Eckert für politische Aufregung in der schwarz-blauen Koalition. Heller hatte ein "Märchen" über einen Politiker erzählt, der sich in einem "zynischen Egotrip" zum Kanzler gemacht und dabei sein Land ins Unglück gestürzt habe. Eckert hatte anschließend darum gebeten, dass die bevorstehende Nationalratswahl "nicht wieder in einer Schmierenkomödie endet".

"Missbrauch einer Kulturveranstaltung"

Nach der Verleihung sprach die ÖVP, insbesondere Klubobmann Andreas Khol und Umweltminister Wilhelm Molter, von "Missbrauch einer Kulturveranstaltung für parteipolitische Werbung". Kurz darauf verzichtete Peymann "unter dem Eindruck des unwürdigen Schauspiels und provinziellen Gezeters, das um die Nestroy-Preisverleihung an mich ausgebrochen ist", auf den Preis und erklärte, er wolle nun "endgültig in dieser Stadt und in diesem Land nichts mehr entgegennehmen und von niemandem geehrt werden".

Die Statue war seither im Theatermuseum aufbewahrt worden. Nun ist sie wohl endgültig in Peymanns Besitz. Die damals beteiligten Politiker seien alle nicht mehr in Amt und Würden, erklärte Peymann seinen Sinneswandel, deshalb freue er sich, die Ehrung nun doch entgegenzunehmen

(APA)

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