"Dexter", auf frischer Tat ertappt

Im Finale der sechsten Staffel war dann alles anders. "Dexter" ist aber nicht die erste Serie, die ihr Spiel ändert.

Zum Anfang - so bin ich es aus dem "Game of Thrones"-Blog schon gewohnt - kommt ein Hinweis. Lesen Sie nicht weiter, wenn sie das "Dexter"-Finale von Staffel sechs nicht gesehen haben und nicht wissen wollen, was darin passiert. Hier wird gespoilert!

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In der letzten Folge von "Dexters" Staffel sechs passierte das, wovor wir uns seit dem Anfang gefürchtet haben. Dexters Schwester Debra wird Zeugin, als er einen Mord begeht. Hier setzt Staffel sieben ein, die Sky ab heute zeigt.

Erst unternimmt Dexter noch den Versuch, Deb davon zu überzeugen, dass alles ein "Unfall" war, aber ganz so leicht lässt sich die misstrauische Polizistin nicht in die Irre führen.

Mit dieser Aufdeckung fesselt mich die Serie, die ich irgendwo zu Beginn von Staffel sechs aufgehört habe zu sehen, wieder. Zu vorhersehbar waren mir nach fünf Staffeln die Handlungsverläufe: An Anfang jeder Staffel findet Dexter eine Nemesis, zwölf Folgen lang wird er beinahe ertappt und am Ende tötet er seineN WidersacherIn und muss einen hohen Preis dafür zahlen.

Radikal war schon der Mord an Dexters Ehefrau am Ende von Staffel fünf. Mit Debs Zeugenschaft ändert die Showtime-Serie die Spielregeln. Wissen wir doch seit Folge eins, dass Debra der Mensch ist, den der Serienmörder und selbstdiagnostizierte Psychopath noch am ehesten liebt ("If I could love anyone, it would be Deb", sagt er). Das oberste Gebot für sein Hobby ist doch, dass sie nie herausfindet, wer er wirklich ist.

Schluss nach Staffel acht

Das ist mit Staffel sieben vorbei. Alles ist offen und ich bin gespannt, wohin die Reise geht. Während die Destination für Dexter und Debra noch nicht fixiert ist, wurde die Ankunftszeit bereits vor längerem festgelegt. Nach Staffel acht, die in den USA vom 30. Juni bis zum 22. September läuft, ist Schluss mit der Mordlust.

"Dexter" ist nicht die erste Serie, die ihre Grenzen neu steckt. Quality-TV-Serien wie die "Sopranos" mit dem großartigen und viel zu jung verstorbenen James Gandolfini sind anders aufgebaut als die Serienmörder-Serie und finden hier keine Berücksichtigung, aber ich habe ein paar "Game Changer" gesammelt.

Roseanne: In meinen Augen war die finale Staffel der Comedy ein absolutes Desaster. Erst gewinnen Roseanne und Dan im Lotto, dann stellt sich heraus, dass Roseanne sich das alles nur ausgedacht hat, um Dans Tod zu verarbeiten. Selbst die Partner der Töchter werden ausgetauscht. Eine Enttäuschung für die Fans. Aber einen Mangel an Überraschungsmomenten kann man der Serie nicht vorwerfen. 

"Downton Abbey": Das Weihnachtsspecial nach Staffel drei. Ich verrate nicht, warum.

"Game of Thrones": Ich schreibe schon wieder über "Game of Thrones", man verzeihe. Aber der Tod von Ned Stark, der scheinbaren Hauptfigur der Serie, war definitiv ein "Game Changer". Denn die Zuseher glaubten - und so legte es schon das erste Plakat nahe - am Ende würde Ned auf dem Eisernen Thron sitzen. Mitnichten.

"Buffy": Die Vampirjägerin, eigentlich Einzelkind, hat in Staffel fünf plötzlich eine Schwester. Ohne, dass die je eingeführt oder thematisiert wurde. Natürlich steckt Magie dahinter, aber wie Dawn zur Serie stößt war genial - und änderte das Werk insgesamt.

Welche Serie änderte sich sonst noch so radikal? Ich bin offen für Ideen ...

Kurze Empfehlung: Der Guardian hat die besten Szenen aus den "Sopranos" zusammengetragen. Eine gute Gelegenheit, Gandolfini in all seiner Brillanz noch einmal zu sehen: www.guardian.co.uk/culture/2013/jun/20/james-gandolfini-sopranos-scenes-clips

"Dexter": ab 20.6.2013, donnerstags, 22.00 Uhr, auf Sky Atlantic HD

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Dexter aendert Spielregeln – (c) Showtime
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