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Prozessauftakt für Putin-kritische Band Pussy Riot

30.07.2012 | 16:31 |   (DiePresse.com)

Wegen eines regierungskritischen Gebets sitzen drei Musikerinnen seit Monaten in U-Haft. Den Prozessauftakt verbrachten sie in einer Plexiglas-Box. Regierungschef Medwedew versucht die Wogen zu glätten.

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In Moskau hat die Hauptverhandlung im international kritisierten Prozess gegen Mitglieder der regierungskritischen Punkband Pussy Riot begonnen. "Mutter Gottes, du Jungfrau, vertreibe Putin!", für diesen Liedtext droht den drei Sängerinnen eine mehrjährige Haftstrafe. Zum Auftakt am Montag erklärten Nadeschda Tolokonnikowa, Maria Aljochina und Jekaterina Samuzewitsch ihre Unschuld.

Sie äußerten aber zugleich Bedauern, falls ihr in einer orthodoxen Kirche aufgeführtes "Punk-Gebet" gegen den damaligen Premier und heutigen Präsidenten Wladimir Putin Gläubige verletzt habe. Ihre Anwältin Violetta Wolkowa verlas handschriftliche Erklärungen der Frauen: Der Auftritt sei "ein verzweifelter Versuch" gewesen, "um das politische System zu ändern", hieß es in der Erklärung Tolokonnikowas in dem live im Internet übertragenen Verfahren.

Die Staatsanwaltschaft wies Vorwürfe eines politischen Prozesses hingegen strikt zurück. Die von langer Hand geplante Aktion habe die Gefühle der Gläubigen verletzen sollen. Die Frauen beantragten mehr Zeit, um sich mit den 3000 Seiten Ermittlungsakten vertraut zu machen. Richterin Marina Syrowa lehnte die Forderung ab, auch den russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill als Zeugen vorzuladen.

Pussy Riot: Die Chronlogie der Ereignisse

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"Eine recht ernsthafte Prüfung"

Der russische Ex-Präsident und derzeitige Regierungschef hat im Zusammenhang mit dem in Moskau begonnenen Prozess gegen Mitglieder der Punkband Pussy Riot zu Gelassenheit aufgerufen. Die Tatsache, dass die jungen Frauen jetzt im Gefängnis sind, "ist eine recht ernsthafte Prüfung für sie und ihre Familien", sagte Dmitri Medwedew gegenüber der "Times" (Montagausgabe). "Das Wichtigste aber: Wir müssen den Abschluss der Ermittlungen und das Gerichtsurteil abwarten. Erst danach wird man sagen können, ob ein Verbrechen begangen wurde oder nicht."

"Punk-Gebet" in Erlöser-Kathedrale

Die Frauen im Alter zwischen 22 und 29 Jahren waren nach einem "Punk-Gebet", das sie Ende Februar in der Moskauer Erlöser-Kathedrale aufgeführt hatten, im März 2011 verhaftet worden. Die maskierten Musikerinnen hatten dafür gebetet, dass Russland von dem damaligen Premier und jetzigen Präsidenten Wladimir Putin erlöst werden möge. Nadeschda Tolokonnikowa (22) und Maria Aljochina (24) - beide sind Mütter - sowie Jekaterina Samuzewitsch (29) sind angeklagt, an den Grundfesten der russisch-orthodoxen Kirche gerüttelt zu haben. Bei einer Verurteilung drohen ihnen bis zu sieben Jahre Haft.

VIDEO: Pussy Riot vor Gericht

Pussy Riot vor Gericht / Bild: AP

Begleitet von einem Großaufgebot der Polizei hat am Montag in Moskau der Prozess gegen die Mitglieder der kremlkritischen Band Pussy Riot begonnen.

"Sie müssen keine Verantwortung tragen"

Medwedew räumte ein, dass der Fall Aufmerksamkeit errege, "weil er an unserem Verständnis von Rechten und individueller Freiheit rührt". Und er setzte laut Nachrichtenagentur RIA Novosti fort: "Es scheint mir, dass es immer Unterschiede in der Auffassung geben wird, was in moralischer Hinsicht tragbar ist und was nicht, und wo moralische Vergehen zu strafbaren Handlungen werden. Das Gericht muss eben feststellen, ob diese strafbaren Handlungen vorliegen oder nicht." Liege eine solche nach Ansicht des Gerichts nicht vor, so "haben die Teilnehmerinnen der bekannten Aktion Glück: Sie wurden berühmt, müssen aber keine Verantwortung tragen."

Käfighaltung im Gerichtssaal

AP

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Die Frauen wurden am Montag im selben Gerichtssaal vorgeführt, in dem auch die Verhandlung gegen den Putin-Kritiker Michael Chodorkowski stattfand. In dem voll besetzten Saal im Bezirksgericht Chamownitscheski verfolgten die drei angeklagten Frauen, eingesperrt in eine Box aus Plexiglas, wie Richterin Marina Syrowa den ersten Verhandlungstag nach mehreren vorangegangenen Anhörungen eröffnete.

Solidarität aus allen Richtungen

Bei der Aktion habe es sich um einen Protest gegen die zunehmend autoritären Tendenzen im Land gehandelt, hieß es in einer vor Gericht verlesenen Erklärung der seit fast fünf Monaten inhaftierten Frauen. Pussy Riot sei eine politische Band, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung nutze. Es sei nicht Ziel gewesen, religiöse Gefühle zu verletzten, las Verteidigerin Violetta Wolkowa vor. Der aufsehenerregende Prozess, in dessen Vorfeld auch mehrere Unterstützer der Künstlerinnen festgenommen wurden, wird vom Justizministerium live im Internet übertragen.

"Schauprozess" zur Einschüchterung

Menschenrechtler kritisieren das Verfahren als politischen "Schauprozess" zur Einschüchterung der Opposition. Unterstützer riefen vor dem Gebäude "Freiheit für Pussy Riot". "Das ist politische Vergeltung und Rache", sagte der frühere Vizeregierungschef und Regierungskritiker Boris Nemzow. Menschenrechtler und andere Musiker wie Sting und die Red Hot Chili Peppers haben sich über den Prozess besorgt gezeigt. Amnesty International forderte die Freilassung der Frauen. (>> Solidarität mit Pussy Riot) Die Musikerinnen hätten ihre politischen Überzeugungen friedlich kundgetan. Die Frauen sind von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International als politische Gefangene anerkannt.

 

(APA/AFP/dpa/RIA)

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155 Kommentare
 
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Re: Re: Wegen Guatanamo

Und was sagt dieses" Video" bitte.
Das kann überall sein,außerdem stört er eine Veranstaltung,oder?

Re: Re: Re: Wegen Guatanamo

oh ja ganz vergessen,

"Wenn drei Frauen im plastikkäfig vorgeführt werden schweigt die linke Jagdgesellschaft"

wenn man in westen die Meinung zu Wahlen vertritt, ist das schweigen erlaubt ;)

Re: Re: Re: Re: Wegen Guatanamo

Wer schweigt im Westen zu wahlen?

Re: Wegen Guatanamo

http://www.youtube.com/watch?v=iqAVvlyVbag

Hier hast du dein super USA

1 1

Re: Wegen Guatanamo

Was heißt "schweigt"? Die geifern ohnehin, weil ihre Genossen sich nicht aufführen können, wie es ihnen gerade einfällt. So wie bei uns.

Antworten Gast: Grauwolf
30.07.2012 14:06
9 7

Re: Wegen Guatanamo...

Schatzerl, Du hast aber schon mitbekommen, dass Putin kein Kommunist ist, gell?
Und es gibt auch keine Sowjetunion mehr, sondern in diesem Fall geht es um Russland.
Sorry, für Deine eher dümmlich- primitiven Ergüsse müsstest Du Dir ein anderes Feindbild suchen.

Re: Re: Wegen Guatanamo...

Der war beim KGB,sie Gscheiter'l.
Die Fäden ziehen dort immer noch die
Kommunisten!

2 1

Re: Re: Re: Wegen Guatanamo...

Wenn Putin viel ist, aber mit Sicherheit kein Kommunist. Das sind die, die immer noch alles tun, um an ihre vergangene Macht anzuschließen.

Darum wollen die Putin ja auch aus dem Weg haben.

Re: Re: Putin kein Kommunist...

Nein woher, nie im Leben.
Laut Schröder ist das ein lupenreiner Demokrat :-))

Wegen Guatanamo


Pussy Riot vs. Assad

Wer ist böser? In der Auffassung Russlands dreht sich einiges um...

Die Frage sollte lauten: "Assad vs. Putin"


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So behandelt man Chaoten.

Putin sollte uns ein Vorbild sein.

Ich hoffe sie leben in einem quasi autoritärem Regime!


Re: Ich hoffe sie leben in einem quasi autoritärem Regime!

jawohl und die despoten sitzen am küniglberg, und in den zeitngsredaktionen

3 4

Re: Ich hoffe sie leben in einem quasi autoritärem Regime!

Nein, in einem Land, das sich jeglicher linker Agitation nicht erwehren darf.

Re: Re: Ich hoffe sie leben in einem quasi autoritärem Regime!

Aber da dürfen sie wenigst ihre Bedenken/Kritik äußern ohne mit der Gefängnisstrafe bedroht zu werden!

Gast: Putenwurst
30.07.2012 13:31
4 2

Wenn jemand einem Diktator auf die Füsse tritt

Wenn jemand einem Diktator auf die Füsse tritt dann passiert das so. Ist doch in allen Regimen dieser Welt nicht anders, es werden Kritiker und Andersdenkene verfolgt, eingesperrt, verschleppt oder gar ermordet.


Wo sind die Pussy Riots in den Kirchen von

Kärnten, Wien usw.? Die kämen vor lauter Beten nicht mehr aus den Kirchen.

Kärnten oder Wien mit Putins Regime zu vergleichen zeugt von Unwissenheit!

In Österreich ist es zumindest erlaubt das politische Establishment zu kritisieren ...

Gast: Meloc Meloc
30.07.2012 13:28
5 0

die Wahrheit

http://www.youtube.com/watch?v=5bPH7rdeWSE

Kriminalgeseztbuch (Russland) .213
.213 Mutwillensdelikt:

bis ca. 25000 Euro Geldstrafe
oder
bis zu 5 Jahre Sozialarbeit
oder
bis zu 7 Jahre Freiheitsstrafe

Gast: Hoffe es geht dennoch halbwegs glimpflich aus...
30.07.2012 13:23
4 4

So sehr mir die Gruppe gefällt, und ihren Auftritt bewundere sei doch einiges gesagt.

Selbst in Österreich wäre es zu einem Strafprozeß gekommen, da kommt einiges zusammen, Verletzung der religiösen Würde, bis hin zur versuchten Vollxsverhexung, das Urteil wäre eine gehörige Geldstraffe gewesen und vielleicht eine mehrmonatige unbedingte Haftstraffe.

Dagegen will ich auch halten, wäre die Gruppe im Stephansdom aufgetreten detto in der Bevölkerung sehr unsanft behandelt worden.

Persönlich würde ich einen derartigen Auftritt an diesem heiligen Ort sehr begrüßen, wie das hier Quittiert wird ist mir klar, diesen Menschen sei schon jetzt gesagt, etwas über den eigenen Tellerrand schadet niemals, und nicht vergessen Jesus war niemals ein Konservativer (das wurde er erst durch die Wortverdreher!!!) sondern ein Revolutionär!!!

Seit wann ist der Stephansdom ein heiliger Ort?

Außerdem wäre ein Zusammenhang zwischen Ort und Delikt nur dann gegeben, wenn diese in einer Abhängigkeit stehen würde ...

getäuscht

hab mich getäuscht - dachte mal Putin sei gut für Russland, um Stabilität zu gewinnen

Gast: Wasserlaeufer
30.07.2012 13:10
7 2

Kreischende Weiber

und dann noch an einem Ort der Andacht
und Besinnung.

(Als Busse 2000 Vater Unser
und 5000 Gegruesset seist du Maria)

Wer jemals die gehaessigen U.S.A Weiber
erlebt hat dem tun heute schon die
an einem Nasenring vorgefuehrt
russischen Baeren leid.

Was Paulus in Stalingrad nicht schaffte
schaffen jetzt die Pussies mit Leichtigkeit.

Antworten Gast: Grauwolf
30.07.2012 13:45
0 1

Re: Kreischende Weiber

Hm, normalerweise erkenne ich Sarkasmus immer recht gut, aber der hier ist doch sehr subtil.

Bitte solche witzigen Posts immer mit Smileys ausschmücken!!!!

Z. B.:
;-)
:-)
;-}

Danke, ganz lieb!

Gast: Disneys Kreml
30.07.2012 13:08
0 4

Verdrängte Homosexualität zeigt für die Kapriolen der Anima meist wenig Verständnis.


Antworten Gast: Hääääh?
30.07.2012 15:30
1 0

Re: Verdrängte Homosexualität zeigt für die Kapriolen der Anima meist wenig Verständnis.

Also irgendwie bleibt mir der Sinn dieses Kommentars verborgen. Bitte um nähere Erläuterungen.

Gast: Toms5
30.07.2012 13:03
9 7

Putin ist ein Menschenrechts-Schänder

Der gehört weg vom Fenster!

Putin geh in Häfn


 
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