Im umstrittenen Moskauer Prozess gegen drei Musikerinnen haben die Angeklagten der Richterin schwere Vorwürfe gemacht. Marina Syrowa würde Anträge der drei inhaftierten Künstlerinnen ignorieren, sagte Maria Aljochina von der Band Pussy Riot am Donnerstag. Sie stellte erneut einen Befangenheitsantrag. Die jungen Frauen klagen über zu wenig Schlaf und Essen. Die Zeitung "Nowaja Gaseta" berichtet, dass das Gerichtsgebäude nach einer Bombendrohung evakuiiert werden musste.
Absurde Vorwürfe
Ein paar Flugstunden entfernt gehen einstweilen die Proteste gegen den viel kritisierten Prozess weiter. Mehrere britische Musiker haben unterdessen in einem gemeinsamen Aufruf an Russlands Staatschef Wladimir Putin einen fairen Prozess für die Sängerinnen der Punkband Pussy Riot gefordert. Die Gruppe, darunter die Musiker der Pet Shop Boys sowie die Frontmänner von Pulp und Franz Ferdinand, bezeichnete die Vorwürfe gegen die Frauen in einem am Donnerstag in der "Times" veröffentlichten Brief als "absurd". "Abweichende Meinungen sind ein Grundrecht in jeder Demokratie und es ist vollkommen unangemessen, dass ihnen bis zu sieben Jahre Haft für unserer Meinung nach absurde Vorwürfe drohen."
Putin in London
Zu den Unterzeichnern des Beitrags gehörten auch der Musiker Pete Townshend, Sänger der Gruppe The Who, sowie die englische Soulkünstlerin Corinne Bailey Rae. Putin wurde am Donnerstag anlässlich der Olympischen Sommerspiele in London erwartet. Es wurde damit gerechnet, dass Premierminister David Cameron den umstrittenen Prozess gegen die Pussy-Riot-Sängerinnen zur Sprache bringt.
Akademie der Künste
Die Akademie der Künste in Berlin, ein Zusammenschluss von 400 internationalen Künstlern, hat ebenfalls die sofortige Freilassung der russischen Skandalband Pussy Riot gefordert. Das Verfahren gegen die drei Musikerinnen und die hohe Strafandrohung seien für einen Rechtsstaat unvertretbar, erklärte Akademie-Präsident Klaus Staeck am Donnerstag.
Die drei Sängerinnen Maria Aljochina, Nadeschda Tolokonnikowa und Jekaterina Samuzewitsch stehen seit Montag vor Gericht. Ihnen wird "Rowdytum" vorgeworfen. Die Band, zu der noch weitere Sängerinnen gehören, hatte im Februar in einer Moskauer Kathedrale aus Protest gegen den damaligen Ministerpräsidenten Putin ein Punk-Gebet gesungen. Am Mittwoch hatte Aljochina vor Gericht einen Schwächeanfall erlitten. Der Prozess spaltet das Land und wird auch international scharf kritisiert und als politisch motiviert angesehen.
(APA/AFP)





Das Final-Ergebnis im ÜberblickDänischer Sieg und Deutsche "Cascadastrophe"
Wie gut kennen Sie den Song Contest?Wer trat mit dieser Haarpracht für Österreich an?

Filmstarts der WocheMysteriöse Millionäre, Tanzende Teufel
''The Great Gatsby''Vom Scheitern eines Spektakels
Inge Morath''Menschen'' in der Galerie Leica
Ballett im BerghainKlassischer Tanz erobert den besten Club Berlins