20.05.2013 03:21 Merkliste 0

Musiker fordern fairen Prozess für Pussy Riot

02.08.2012 | 16:28 |   (DiePresse.com)

Pünktlich zu Putins London-Besuch steigen Franz Ferdinand, The Who und Kollegen für die russische Band Pussy Riot auf die Barrikaden. Die Sängerinnen erheben erneut schwere Vorwürfe gegen die Richterin.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Im umstrittenen Moskauer Prozess gegen drei Musikerinnen haben die Angeklagten der Richterin schwere Vorwürfe gemacht. Marina Syrowa würde Anträge der drei inhaftierten Künstlerinnen ignorieren, sagte Maria Aljochina von der Band Pussy Riot am Donnerstag. Sie stellte erneut einen Befangenheitsantrag. Die jungen Frauen klagen über zu wenig Schlaf und Essen. Die Zeitung "Nowaja Gaseta" berichtet, dass das Gerichtsgebäude nach einer Bombendrohung evakuiiert werden musste.

Absurde Vorwürfe

Ein paar Flugstunden entfernt gehen einstweilen die Proteste gegen den viel kritisierten Prozess weiter. Mehrere britische Musiker haben unterdessen in einem gemeinsamen Aufruf an Russlands Staatschef Wladimir Putin einen fairen Prozess für die Sängerinnen der Punkband Pussy Riot gefordert. Die Gruppe, darunter die Musiker der Pet Shop Boys sowie die Frontmänner von Pulp und Franz Ferdinand, bezeichnete die Vorwürfe gegen die Frauen in einem am Donnerstag in der "Times" veröffentlichten Brief als "absurd". "Abweichende Meinungen sind ein Grundrecht in jeder Demokratie und es ist vollkommen unangemessen, dass ihnen bis zu sieben Jahre Haft für unserer Meinung nach absurde Vorwürfe drohen."

Putin in London

Zu den Unterzeichnern des Beitrags gehörten auch der Musiker Pete Townshend, Sänger der Gruppe The Who, sowie die englische Soulkünstlerin Corinne Bailey Rae. Putin wurde am Donnerstag anlässlich der Olympischen Sommerspiele in London erwartet. Es wurde damit gerechnet, dass Premierminister David Cameron den umstrittenen Prozess gegen die Pussy-Riot-Sängerinnen zur Sprache bringt.

Akademie der Künste

Die Akademie der Künste in Berlin, ein Zusammenschluss von 400 internationalen Künstlern, hat ebenfalls die sofortige Freilassung der russischen Skandalband Pussy Riot gefordert. Das Verfahren gegen die drei Musikerinnen und die hohe Strafandrohung seien für einen Rechtsstaat unvertretbar, erklärte Akademie-Präsident Klaus Staeck am Donnerstag.

Pussy Riot: Die Chronlogie der Ereignisse

Alle 25 Bilder der Galerie »

Die drei Sängerinnen Maria Aljochina, Nadeschda Tolokonnikowa und Jekaterina Samuzewitsch stehen seit Montag vor Gericht. Ihnen wird "Rowdytum" vorgeworfen. Die Band, zu der noch weitere Sängerinnen gehören, hatte im Februar in einer Moskauer Kathedrale aus Protest gegen den damaligen Ministerpräsidenten Putin ein Punk-Gebet gesungen. Am Mittwoch hatte Aljochina vor Gericht einen Schwächeanfall erlitten. Der Prozess spaltet das Land und wird auch international scharf kritisiert und als politisch motiviert angesehen.

(APA/AFP)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

9 Kommentare
Gast: Keterum kenseo
03.08.2012 01:08
0 0

Na, die pseudoprogressiven Wurschtln

werden die russische Justiz sicher tief beeindrucken!

1 0

Wem nützt dieser Prozess?

Glaubt denn tatsächlich jemand ernsthaft daran, dass die Verurteilung von Pussy Riot im Interesse Putins ist?

Der Fall "Pussy Riot" ist wesentlich komplizierter als es in den Medien dargestellt wird. Um das zu zeigen, genügt eine einfache Frage: Wem nützt dieser Prozess?

1. Es kann doch wohl niemand ernsthaft glauben, dass dieser Prozess - insbesondere angesichts der negativen nationalen und internationalen Reaktionen - für Putin und sein Team hilfreich sein kann. Auf welche Weise denn? Welchen Nutzen haben die russischen Machthaber davon, ein paar Görren hinter Gitter zu bringen?

2. Der Russisch Orthodoxen Kirche kann es ebensowenig ein Anliegen sein. Negative Reaktionen ohne Ende und keinerlei positives Output.

Wem nützt es also? Das ist die eigentliche Frage.

Diese Frage zu stellen, wäre auch die eigentliche Aufgabe einer sich und seine Leserschaft ernstnehmenden kritischen, objektiv und umfassend berichtenden Zeitung.

Gast: Juri the Ballsking!
02.08.2012 17:51
2 2

In Wahrheit.....

.....wollte der Putin bei den Mädels mitsingen aber weil man keine Lulu-Stimme brauchte, hat er sich in die Beleidigung zurückgezogen und spielt halt jetzt seine Eierlosen Machtspiele......Russian is a big Country with a small Prösseldent without eggs!

Gast: bader
02.08.2012 17:50
0 0

putin

S hlauer Mann!

Gast: hellgate
02.08.2012 13:34
2 2

Ist Putin wirklich so ein Angsthase

dass er ein Exempel an drei kleinen Mädchen statuieren muss?

Antworten Gast: serge makarov
02.08.2012 15:09
1 2

Re: Ist Putin wirklich so ein Angsthase

für viele unserer traumatisierten ex-kgbler aus der dritten reihe, ist es im heutigen russland noch immer nicht therapeutisch möglich, die verinnerlichte paranoia wieder abzulegen.

Gast: Free pussy riot
02.08.2012 12:26
2 2

Absurder menschenverachtender 'prozess'

Ein lob an die presse, die mehr ueber diese mutigen jungen frauen berichtet als der standard!
Was allerdings mehr als befremdet sind einige mittelalterlich anmutenden postings von menschen, die viel hass mit sich herumtragen
Ich hoffe dass cameron die pussy roits wirklich thematisiert und es was bringt!

2 1

Re: Absurder menschenverachtender 'prozess'?

Zunächst einmal ist der Fall "Pussy Riot" - wie im Übrigen das gesamte politsche Leben Russlands - wesentlich facettenreicher und bei weitem nicht so eindeutig ("Putin lässt Oppositionelle verhaften und malträtieren") ist, wie es in den österreichischen Medien dargestellt wird. Die Russlandberichterstattung, insbesondere der österreichischen Medien wird tagtäglich eindimensionaler, einfältiger, die Recherchearbeit oberflächlicher (und grenzt schon an Arbeitsverweigerung), dadurch auch leserverachtender und geht zuweilen in offene Hetze über.

Was mich an der Berichterstattung grundsätzlich stört, ist nicht die geäußerte Kritik, sondern die Eindeutigkeit der Beschuldigungen, die mit einem Gefühl der absoluten moralischen Überlegung getätigt werden. Bevor man mit solch eindeutigen Festlegungen auffällt, sollte man sich doch mit dem Thema eingehend auseinandersetzen, sich eine Meinung bilden und die Aussagen argumentativ unterlegen, statt einfältige Losungen hinzuknallen.

Gast: Wirtschaftler
02.08.2012 12:17
2 2

Ach, wie ist doch Putin schwach !

An Putins Stelle hätte ich über diesen Akt gelacht, mich für die ungewollte- wenn auch originelle- Werbung für einen harten Regierungschef bedankt und den Musikerinnen einen Orden verliehen. So aber zeigt er Schwäche. Das soll ein ganzer Mann sein, der einer Großmacht vorsteht ????

Platten der Woche