Ein Brite auf zwei Kirtagen. Ende Juli erklärte Sting seine Solidarität mit den inhaftierten Kolleginnen der russischen Punkband Pussy Riot - und am Wochenende spielte er der Schwester von Präsident Wladimir Putin ein Geburtstagsständchen. Ein paar Wochen vor Lubos Schelomowas Party auf Sardinien ließ Sting noch über Amnesty Interantional mitteilen: "Es schreit zum Himmel, dass den Musikerinnen eine Gefängnisstrafe von bis zu sieben Jahren droht". Zu jeder Demokratie gehöre auch Protest, erklärte er und ermahnte die russische Justiz: "Augenmaß und Humor sind Zeichen der Stärke, nicht der Schwäche."
Tatsächlich wurden Pussy Riot am Freitag wegen eines Punk-Gebets gegen Wladimir Putin von Februar - damals Ministerpräsident, jetzt wieder Präsident - zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt. Der Schauprozess gegen Nadeschda Tolokonnikowa, Jekaterina Samuzewitsch und Marina Alechina wird international heftig kritisiert.
Millionen-Sause auf Sardinien
Sting dürfte seine Empörung wieder verdaut haben, spätestens mit dem Konzert für Putins Schwester in der Villa Violina. Sie habe unter anderen mit Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi ein illustres Fest mit 200 Gästen gefeiert, berichtet orf.at. Der Spaß war auch kostenseitig keine Kinderjause, die Putins sollen laut der Onlinezeitung Letter43 eine Million Euro in die Party investiert haben.
Zeitgleich wurden in einem anderen Eck wieder drei Nachahmer der inhaftierten Musikerinnen von der Polizei abgeführt. Eine Frau und zwei Männer sollen am Sonntag einen Gottesdienst im Kölner Dom gestört haben. Sie wurden von Kirchenordnungskräften (Domschweizer) aus der Kathedrale gebracht und wegen Störung der Religionsausübung, Hausfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Versammlungsrecht angezeigt.
(sh/ag.)
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