Vor der Berufungsverhandlung gegen drei Mitglieder der russischen Polit-Punkband Pussy Riot hat die Moskauer Polizei am Montag rund um das Gericht ein Großaufgebot zusammengezogen. Selbst im Gerichtssaal patrouillierten bewaffnete Soldaten. Das Aufgebot stellte sich dann doch als überzogen heraus. Wie der "Spiegel" in seinem Liveticker vermeldete, wurde der Prozess nach rund einer Stunde auf 10. Oktober vertagt. Grund seien Unklarheiten um den Rechtsbeistand einer der Frauen, hieß es.
Die Richterin gab einem Antrag einer der inhaftierten Künstlerinnen statt, ihren Anwalt auszutauschen. Ihre Position stimme nicht mit der ihrer Verteidiger überein, sagte Jekaterina Samuzewitsch (30) am Montag im Gerichtssaal.
Die Frauen waren nach einem Punkgebet gegen Präsident Wladimir Putin in einer Kirche zu je zwei Jahren Straflager verurteilt worden. Der Richterspruch wegen Rowdytums aus religiösem Hass hatte weltweit für Empörung gesorgt. Die Anwälte kritisieren das Urteil als politisch motiviert.
Kirche fordert Buße
Vor der Verhandlung hatte die russisch-orthodoxe Kirche die drei inhaftierten Kritikerinnen von Kremlchef Wladimir Putin zur Buße aufgefordert. Die Einsicht der Pussy-Riot-Aktivistinnen werde dann hoffentlich auch das Urteil des Gerichts beeinflussen, teilte Wladimir Legoida vom Moskauer Patriarchat am Sonntag mit.
Die Reaktion des Anwalts der Musikerinnen ließ nicht lange auf sich warten: "Falls mit Buße ein Schuldeingeständnis gemeint ist, so ist das sehr unwahrscheinlich", sagte Verteidiger Mark Fejgin am Montag. Die jungen Frauen hätten stets klar gemacht, dass sie ihr umstrittenes Punkgebet gegen Präsident Wladimir Putin in einer Kirche als politische Performance sehen. Bei Gläubigen, die sich durch die Aktion beleidigt fühlten, hätten sich die Künstlerinnen bereits entschuldigt.
(Ag./Red.)
Pussy Riot: Die Chronlogie der Ereignisse






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