Die kürzlich freigelassene Musikerin Jekaterina Samuzewitsch der russischen Punkbank Pussy Riot hat sich zufrieden über die Erfolge der Gruppe geäußert. "Wir haben unser Ziel übertroffen", sagte Samuzewitsch. Es sei gelungen, aufzuzeigen, wie eng Kirche, Staat und Gericht in einem Russland unter der Herrschaft von Wladimir Putin miteinander verwoben seien.
"Menschen, die niemals über diese Dinge nachgedacht haben, haben begonnen, darüber zu reden, zu lesen und den Meinungen anderer zuzuhören." Eine Diskussion sei in der Gesellschaft losgetreten worden und "das ist für uns sehr wichtig". Sie sei sicher, dass viele Russen ihre Meinung über Putin geändert hätten.
Kein Handel mit den Behörden
Samuzewitsch musste zusammen mit zwei Bandmitgliedern vor mehr als sechs Monaten ins Gefängnis. Die 30-Jährige kam am Mittwoch überraschend frei, während die anderen beiden Frauen für zwei Jahre ins Straflager müssen. Der Anwalt von Samuzewitsch gab an, seine Mandantin habe an der Protestaktion am Altar der Christus-Erlöser-Kathedrale gar nicht direkt teilgenommen. Samuzewitsch betonte, sie sei im Gegenzug für ihre Freilassung keinen Handel mit den Behörden eingegangen.
Die Gruppe hatte im Februar mit den für ihre Auftritte charakteristischen bunten Sturmmasken über den Gesichtern in einem "Punk-Gebet" ihre Wut über den damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Präsidenten Putin sowie dessen enge Verbindung zur russisch-orthodoxen Kirche zum Ausdruck gebracht. Im August wurden sie deshalb wegen "Rowdytums aus religiös motiviertem Hass" zu zwei Jahren Straflager verurteilt.
(APA/Reuters)
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