Die besten Pop-Alben des Jahres: Von Frank Ocean bis The xx

DiePresse.com lässt das Pop-Jahr 2012 Revue passieren. "Die Presse Schaufenster"-Kritiker Holger Fleischmann hat seine zehn Lieblingsalben der vergangenen zwölf Monate ausgewählt:

Platz 10: Matthew Dear - Beams

Egal, ob er einen vitalen Post-Punk-Bass reitet, Dance-Pop mit tropischer Atmosphäre auflädt oder Slow-Motion-Disco zelebriert: Der Kanadier Matthew Dear ist ein begnadeter Vermittler zwischen den Welten Techno und Pop.
Link zur Kritik: Matthew Dear "Beams".

Hörprobe (nicht in allen mobilen Versionen verfügbar): Ghostly International

Platz 9: Julia Holter - Ekstasis

Die US-Künstlerin mit Hang zur griechischen Mythologie vereint Songwriting mit angewandter Soundforschung. Originell und tiefschürfend: Der formidable Art-Pop von "Ekstasis" nimmt auf ganz eigene Art gefangen.


Hörprobe: Rvng Intl./Cargo Records

Platz 8: The xx - Coexist

Das zweite Album der Briten The xx bot zwar wenig Veränderung zum ikonischen Debüt, bloß Verfeinerung und sanfte Variation. Ihr Minimalismus zwischen Indie, R’n’B und Elektronik überwältigte dennoch, ihr intimer, übernächtiger Sound blieb unerreicht.
Link zur Kritik: The xx „Coexist“.

Hörprobe: Young Turks

Platz 7: John Talabot - fIN

Musik, in der beides steckt: Euphorie und Melancholie. Je nach Situation baut sie auf oder holt sie runter. John Talabot, Mann mit Faible für Details und dichten Texturen, gelang ein kleines Wunderwerk an der Wegkreuzung von Deep-House, Disco und Pop.
Link zur Kritik: John Talabot "fIN".

Hörprobe: Permanent Vacation/Groove Attack

Platz 6: Metz - Metz

So angespeist und dringlich war 2012 keine andere Band. Schreiende Gitarren, Donnerschlagzeug, im Keller randalierender Bass: Metz überwältigen mit präzisen Lärmausbrüchen und heftigen Rhythmen in bester Noise-Rock-Tradition.
Link zur Kritik: Metz „Metz“.

Hörprobe: Sub Pop/Cargo Records

Platz 5: Grimes - Visions

Eines der überdrehtesten Alben des Jahres: Claire Boucher aka Grimes filtert diverse Düstergenres von Gothic bis Industrial durch ihr Faible für R’n’B und japanischen Bubblegum-Pop. Und lässt „Visions“ von Nebelschwaden und Regenbögen gleichsam durchziehen.
Link zur Kritik: Grimes „Visions“.

Hörprobe: 4ad/Beggars Group

Platz 4: Kendrick Lamar - Good Kid, Maad City

Der Rap-Shootingstar erzählt vom Aufwachsen, von Ängsten und Sehnsüchten, von Gewalt und Tod in Compton: jener Stadt, in der nicht nur er groß wurde, sondern auch Gangsta-Rap. Diesen stellt Kendrick Lamar aber auf den Kopf - und zeigt sich als meisterhafter Chronist und Erzähler, der die Hip-Hop-Geschichte verinnerlicht hat.
Link zur Kritik: Kendrick Lamar „Good Kid, M.A.A.D City“.

Hörprobe: Interscope/Universal

Platz 3: Grizzly Bear - Shields

Nach 2009 veröffentlichten die „großen drei Brooklyns“, Animal Collective, Dirty Projectors und Grizzly Bear, auch 2012 beinahe zeitgleich neue Alben. Letztere hatten knapp die Nase vorn: Die Melodien von „Shields“ tragen einen ganz selbstverständlich durch die kunstvoll verästelten Songs, die neuerdings weltumarmend in die Breite gehen oder in eruptiven Ausbrüchen münden.
Link zur Kritik: Grizzly Bear "Shields".

Hörprobe: Warp/Rough Trade

Platz 2: Frank Ocean - Channel Orange

Von seinem Coming-out spricht kaum noch jemand, von seinem Album wird man hingegen noch länger reden: eine musikalische wie lyrische Großtat, die den Hörer zum Zeugen von Frank Oceans Selbsttherapie macht. Und Ocean selbst zum Star einer neuen R’n’B-Bewegung, die sich von alten Schemen löst und weit über den Genre-Tellerrand blickt.
Link zur Kritik: Frank Ocean - "Channel Orange".

Hörprobe:

Platz 1: Chromatics - Kill For Love

Ein Album, in das man sich verlieren kann, immer und immer wieder. "Kill For Love" perfektioniert nicht nur die bisherigen Stärken der Chromatics - retro-futuristische Synth-Disco voll Großstadtmelancholie und nachaktiven Pop-Noir -, sondern führte auch in bisweilen euphorische Höhen. Nicht zu vergessen: die fantastische Coverversion von Neil Youngs "Hey Hey, My My".
Link zur Kritik: Chromatics "Kill For Love".

Hörprobe: Italians Do It Better/Rough Trade
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